Melancholisches Meisterwerk

The Last Guardian im Test für PlayStation 4

Melancholisches Meisterwerk: The Last Guardian im Test für PlayStation 4 Melancholisches Meisterwerk: The Last Guardian im Test für PlayStation 4 Foto: SIE
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The Last Guardian ist endlich erhältlich. Der Titel des japanischen Entwicklerstudios von Sony Interactive Entertainment ist seit vielen Jahren in Entwicklung gewesen – anfangs für die Playstation 3, später für die Playstation 4. Sony-Fans warten seitdem sehnlichst auf den neuen Titel von Fumito Ueda, dessen Studio sich auch für die Klassiker "Shadow oft he Colossus" und "Ico" verantwortlich zeigt. Ob der Titel den hohen Erwartungen standhalten kann, klären wir im Test.

Dass ich das noch erleben darf! Ich halte tatsächlich eine Kopie von "The Last Guardian" in der Hand. Der Titel ist in Kreisen von Playstation-Liebhabern aufgrund der vielen Verschiebungen, bis hin zum Gerücht der Einstellung des Projekts, zu einem Running Gag geworden. Doch hier ist das Spiel. Es ist da. Und seit dem 9. Dezember exklusiv für PlayStation 4 im Handel erhältlich.

In der Regel ist es aber kein gutes Zeichen, wenn ein Spiel derart lange in der Entwicklung ist. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel, oder? Frisch ans Werk also!

Wie zu erwarten ist die Erzählweise des Spiels ruhig und verrät dem Spieler immer nur genau so viel, wie er wissen muss. Erzählt wird die Geschichte von einem alten Mann, der über das Abenteuer eines Jungen spricht, der ohne Erinnerungen und mit mysteriösen Tätowierungen an seinem Körper aufwacht.

Neben dem Jungen liegt der verletzte "Trico": ein sieben Meter langes Fabelwesen, eine skurrile Mischung aus Vogel und Katze, ähnlich eines Greifen. Der Kern des Spiels ist die anfänglich holprige Beziehung zwischen dem Protagonisten und seinem Begleiter. Diese wird durch die Nötigkeit der engen Zusammenarbeit der beiden deutlich stärker als zwischen "Wander" und dem Pferd Agro aus Ueda's letztem Spiel "Shadow of the Colossus" – einfach nur toll!

The Last Guardian (2) (image/jpeg)

Story hui, Kamera pfui

Doch genug von der rührenden Geschichte des Spiels. Wie sieht es mit der Spielmechanik aus? Grundsätzlich hat das Spiel eine überaus einfache Steuerung. Ihr könnt hüpfen und klettern, betätigt Schalter, befehligt Trico und lauft vor Gegnern davon - für wilde Kämpfe ist der kleine Junge einfach nicht gebaut.

Das funktioniert auch alles grundsätzlich gut, doch leider macht uns immer wieder die Kamera einen Strich durch die Rechnung. Besonders in den vielen Geschicklichkeitspassagen wird es dadurch leider nicht selten enorm unübersichtlich. Hinzu kommt die etwas gewöhnungsbedürftige Trägheit des Jungen.

The Last Guardian (6) (image/jpeg)

Sieht man von diesen Kritikpunkten ab, ist das Spiel ein echtes Meisterstück. Auch technisch hält das Werk das hohe Niveau der melancholischen Geschichte. Die musikalische Untermalung passt stets zum Geschehen auf dem Bildschirm und besonders die Außenareale der Spielwelt machen optisch eine Menge her.

Doch das technische Highlight sind mit Sicherheit die Animationen von Trico. Diese sind so liebevoll umgesetzt, dass ihr euren Begleiter allein deshalb im Laufe des Spieles immer mehr zu lieben lernt - und stets im Auge behaltet. Mir persönlich ging es auch nach vielen Spielstunden so, dass ich ihm einfach nur zugeschaut und gestaunt habe. Noch nie waren die Animationen eines fiktiven Tieres in einem Videospiel so fantastisch umgesetzt.

The Last Guardian (3) (image/jpeg)

Fazit

Viel mehr gibt es nicht zu sagen, ohne euch wesentliche Teile der Handlung zu spoilern. Besitzer einer Playstation 4 müssen "The Last Guardian" einfach kaufen und selbst spielen. Der Titel ist nicht nur ein Videospiel, sondern vielmehr ein melancholisches Kunstwerk.

Der spielerische Anspruch ist zwar gering, in Anbetracht der fantastischen Inszenierung und der rührenden Geschichte ist das aber auch überhaupt nicht erforderlich. Da kann ich selbst über einige technische Probleme wie die teils mangelhafte Kameraführung hinwegsehen - für mich persönlich ist "The Last Guardian" eine der beeindruckendsten Erfahrungen der Videospielgeschichte.

The Last Guardian bekommt von uns daher 9 von 10 verfütterte Mahlzeiten, 92 von 100 ausgeführte Befehle und 5 von 5 gelöste Puzzle.

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