"The Lego Movie Videogame" im Test

Uns fällt ein Legostein vom Herzen

"The Lego Movie Videogame" im Test: Uns fällt ein Legostein vom Herzen "The Lego Movie Videogame" im Test: Uns fällt ein Legostein vom Herzen
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"The Lego Movie Videogame" im Test Uns fällt ein Legostein vom Herzen 7 Fotos

Zumindest einen Preis hat The Lego Movie Videogame schonmal verdient: Absurdester Titel eines Videospiels 2014!

Ist es ein Flugzeug? Batman? Ein Videospiel? Ein Film? Man weiß es nicht. Wenn man die etymologischen Wurzeln des Wortes "Lego" hinzunimmt (welches aus dem dänischen "leg godt" übersetzt soviel bedeutet wie "Spiel gut"), kommt man am Ende auf ein wahres Wort-Monstrum: Das"Spiel gut" Film Videospiel. 

Tolles Spiel, verrückter Vertrieb

Der verquere Titel des Spiels verursacht zwar Kopfschmerzen, doch im Detail und in der Spielmechanik kann The Lego Movie Videogame überzeugen. Oder kurz: Wer Angst vor einer auf's schnelle Geld hin produzierte Software-Katastrophe hat, der darf entspannt aufatmen. Tatsächlich liegt mit dem Spiel sogar einer der besseren Vertreter in der mittlerweile fast endlosen Serie an Lego-Videospielen vor.  

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Noch fix ein Wort zur Veröffentlichung in Deutschland: Dank des um zwei Monate verspäteten Kinostarts hierzulande, kommt auch das Videospiel entsprechend später bei uns an, als im Rest der Welt (und damit meinen wir auch unsere europäischen Nachbarn!). Irgendjemand scheint da in der Planung arg gepennt zu haben: Warner Bros. Interactive Entertainment veröffentlichte The Lego Movie Videogame hierzulande praktisch zeitgleich mit Lego The Hobbit. Ganz schön viel Lego - selbst für beinharte Fans!

Noch abstruser wird es, wenn man sich die einzelnden Umsetzungen vorknöpft: Bekanntlich erscheinen Lego-Videospiele für jede Konsole, die nicht bei "3!" auf den Bäumen ist, jedoch unterscheiden sich die Termine untereinander nochmal voneinander. Kurz: Das Chaos ist perfekt und Lego-Fans, welche den Titel für eine "spezielle" Konsole haben wollen, rennen erstmal mit Fragezeichen durch die Gegend. 

Nach kurzer Nachforschung können wir zumindest jetzt (am 17. April, also kurz vor Ostern) folgendes bestätigen: The Lego Movie Videogame ist aktuell erhältlich für PlayStation 3, PS Vita, Xbox 360 und Xbox One. Bei der 3DS-, Wii U- und PlayStation 4 Version scheint es (noch) zu Lieferengpässen zu kommen.

Die PC-Version über Steam ist definitiv noch NICHT erhältlich - Amazon.de listet die PC-Version für den 21. April, auf Steam selbst findet sich noch keine Spur. 

Emmet rettet die Welt

Den Kuddelmuddel im Vertrieb mal beiseite geschoben, kümmern wir uns lieber um die (wie immer) extrem detaillierten Lego-Welten! Ausgehend vom Film begleitet Ihr auch im Spiel Emmet Brickowski auf seinem ganz besonderen Abenteuer: Nach Feierabend fällt der charmant-naive Bauarbeiter in ein tiefes Loch und stößt auf das "mächtige Stück des Widerstands", welches dem ominösen "Meisterbauer" dabei behilflich sein soll die Welt vor dem Bösen zu retten. 

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Kein Wunder, dass die komplette Lego-Welt plötzlich Emmet in der Rolle des vorherbestimmten "Meisterbauers" sieht, doch dieser ist erstmal wenig begeistert von der neuen Heldenrolle. Das "Böse" kommt derweil in Form von Lord Business auf Eure Mattscheibe: Der im Film von Will Ferrell gesprochene Fiesling will die Welt mit seiner Superwaffe "Kragle" in Stillstand versetzen. 

Der Clou, sowohl im Film, als auch im Spiel: Beinahe die gesamte Lego-Welt drückt sich hier die Klinke in die Hand. Da hätten wir auf der einen Seite bekannte Helden wie Superman, Batman, Abraham Lincoln, Gandalf und Green Lantern, während auf der anderen Seite ganz alltägliche Lego-Heroen durch die Welt ziehen, zum Beispiel der Müllmann, der böse Cop, die Hexe und der Feuerwehrmann

Zusammengehalten wird dieses Wirrwarr der Lego-Welten durch die fantastische, extra für den Film gegründete Darstellerriege, primär bestehend aus Emmet, der aufbrausenden Wildstyle (Lucy), dem weisen Vitruvius (gesprochen von Morgan Freeman!), sowie Uni-Kitty - eine geniale Anspielung auf Hello Kitty und die Einhörner aus My Little Pony. 

Alles nach Plan

Das treibende Element im Spiel ist die Suche nach Bauplänen: Genauso wie im erst kürzlich von uns getesteten Lego The Hobbit benötigt Ihr die Baupläne, um Gegenstände zu fertigen, die Euch im Spiel weiterbringen. Dies funktioniert in der Spielmechanik genauso, wie im Hobbit: Wählt aus einem Ring-Menü das richtige Lego-Teil aus, danach wird es automatisch im 3D-Modell installiert.

Das typische Lego-Spiel (alles zerstören, Lego-Steine sammeln und Sachen zusammenbauen) wird durch zahlreiche Mini-Spiele aufgelockert: Von Tanzeinlagen, über das Hacken eines PCs und riesige Roboterschlachten, bis hin zu einer wilden Verfolgungsjagd: Langweilig wird der Titel nicht so schnell! Ebenso wie seine Vorgänger bleibt auch The Lego Movie Videogame über die gesamte Spieldauer recht einfach: Wirklich "sterben" könnt Ihr nicht, die Herausforderung liegt einzig im Finden von versteckten Steinen und Geheimnissen. 

Grafisch präsentiert sich das Spiel auf einer Höhe mit dem Lego Hobbit: Das kann sich insbesondere auf Next Gen Konsolen und PC durchaus blicken lassen! Der wahre Star der visuellen Seite ist wie immer nicht die technische Darstellung, sondern vielmehr die Liebe zum Detail, welche die Entwickler TT Games hineingesteckt haben. Da kann man sich kaum "satt" sehen. 

Fazit

The Lego Movie Videogame ist definitiv kein schnelles "Cash in" zum Film, sondern ein liebevoll programmiertes Lego-Spiel, welches seinen Vorgängern in nichts nachsteht.

Im direkten Vergleich mit dem Lego Hobbit gefällt uns The Lego Movie Videogame sogar eine Prise besser: Die Charaktere sind besser voneinander zu unterscheiden und die Welt kommt mit einer gehörigen Portion Charme daher. Wer Mittelerde nicht mehr sehen kann, oder einfach mal etwas Abwechslung braucht, der greift zu!