The Walking Dead Season 2, Episode 2 im Test

Ist "A House divided" die bislang stärkste Episode?

The Walking Dead Season 2, Episode 2 im Test: Ist "A House divided" die bislang stärkste Episode? The Walking Dead Season 2, Episode 2 im Test: Ist "A House divided" die bislang stärkste Episode?
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The Walking Dead Season 2 | Episode 2 im Test Ist "A House divided" die bislang stärkste Episode? 5 Fotos

Das aufwändige Grafik-Adventure zur populären The Walking Dead Serie von Robert Kirkman wird mit "A House divided" stark fortgesetzt.

Im Gegensatz zur TV-Serie, welche lose auf den Comics basiert, löst sich die Videospiel-Reihe von Telltale Games beinahe vollständig vom großen Vorbild und verfolgt ganz eigene Charaktere auf ihrem Weg durch die Zombie Apokalypse. Dass die Zombies dabei meist weniger "schlimm" sind, als die Überlebenden, haben aber alle Formate gemein. 

Auch "A House divided" ist in nichtmal zwei Stunden "durchgespielt": Mit dem Kauf von The Walking Dead Season 2 erhält man jedoch Zugang zu allen Episoden, von denen am Ende fünf Stück erhältlich sein sollen. Macht summa summarum gute zehn Stunden bester Unterhaltung zum Preis von ca. 23 Euro - aktuell ist der Titel noch im Angebot bei Steam für 15,40 Euro, einschließlich bis zum Freitag den 7.3. bis 19 Uhr. Keine Sorge: In Zukunft wird der Titel sicher noch öfters in diversen Sales auftauchen. 

Damit sich niemand gespoilert fühlen muss: Alle Story-relevanten Infos folgen nach diesem Trailer. Soviel schonmal zusammengefasst: "A House divided" gehört tatsächlich mit zu den besten Episoden bislang, was vor allem durch den genialen Spannungsbogen und eine stetig anwachsende Zahl interessanter, neuer Charaktere erreicht wird.

Trailer ab, danach folgen (leichte) SPOILER! Ich habe Euch gewarnt!

Clementine musste sich mal wieder entscheiden: Am Ende der ersten Episode müssen wir zusammen mit ihr zwischen zwei Gruppenmitgliedern wählen: Das erste Mitglied ist erfahren und charmanter, wurde aber von einem Zombie gebissen und ist demnach ohnehin dem Tod geweiht. Nummer Zwo ist ein Trottel ohnegleichen. Stilecht entscheide ich mich für den "Trottel" und bereue meine Entscheidung praktisch über die gesamte Dauer der zweiten Episode hinweg.

Nur soviel: Monsieur Dumpfbacke sorgt für ziemlich viel Chaos, was mich immerhin gleich neugierig macht, was eigentlich passiert wäre, wenn ihn anstelle von ihm besser zu Option B gegriffen hätte. Nicht viel, sicher. Denn soviel Freiheit Euch The Walking Dead auch vorgaukeln mag - letzten Endes führt Euch beinahe jede Entscheidung auf den festgelegten Story-Weg der Entwickler zurück. Ob jetzt "mit Person A" oder "ohne Person B" hat da meist nur geringe Einflüsse.

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Und dennoch: Das strikte Zeitlimit bei Antwortmöglichkeiten lässt mir immer wieder den kalten Schweiß über den Rücken laufen. Beispielsweise wenn wir am Ende der Folge zwischen "Schießen!" und "Ergeben!" wählen müssen. Natürlich wähle ich "Schießen!"... und muss mit den schrecklichen Folgen dieser Ansage leben. 

Ohnehin ist die Episode wieder eine emotionale Achterbahnfahrt sondergleichen, was primär an den vielen, neuen Charakteren liegt. Die Gruppe, welche Clementine in Episode 1 zuerst äußerst "unfreundlich" aufnimmt, hat auch in Episode 2 echte Probleme mit ihrer Ausstrahlung: Die Hälfte der Charaktere sind mir suspekt, die andere Hälfte würde ich am liebsten sofort einem Zombie zum Fraß vorwerfen. Dass sich die Anzahl der Charaktere später beinahe verdoppelt, macht das Fassen von Vertrauen nicht gerade einfacher - vor allem in Hinsicht darauf, dass jede Antwort in einem Gespräch ungeahnte Auswirkungen haben könnte. 

Der neue Antagonist der Serie stellt sich hingegen gleich zu Beginn vor - und dennoch bin ich mir ab dem ersten Moment nicht wirklich sicher, wie fies der "Besucher" wirklich ist. Was sicher auch daran liegt, dass ich zu dem Rest der Gruppe noch nicht wirklich Zugang gefunden habe. Immerhin erscheint nach kurzer Zeit das bekannte "Person A wird sich das merken" in weißen Buchstaben oben links im Bild: Ich habe etwas ausgelöst, was mich später verfolgen wird. Hervorragend!

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Der Aufbau der Bösewichts ist wenig spannend - mit etwas mehr Hirn als ein gewöhnlicher Zombie kommt man schnell dahinter, wie sich die Geschichte weiterentwickeln wird, wenn auch nicht in allen Einzelheiten. Überraschender ist da schon die Zusammenkunft mit einem "alten Freund" aus der ersten Staffel, den man sicher nicht erwartet hätte. Daumen hoch dafür!

Die grafische Präsentation des Ganzen ist wieder geschmückt mit einigen ganz besonderen Panoramen und detaillierten Charaktermodellen, welche trotz der Cel-Shading Optik erstaunlich emotional herüberkommen.  Der Soundtrack auf der anderen Seite hält sich etwas zu sehr im Hintergrund, einzig das fantastische Lied zum Abschluss lässt Gänsehautstimmung aufkommen. 

Zusammengefasst macht "A House divided" tatsächlich alles richtig und gehört im Kontext der Seriengeschichte sicher zu den stärksten Folgen überhaupt. Alle Daumen hoch!

The Walking Dead Season 2 ist per Download erhältlich für PC (Steam), auf Xbox Live, im PlayStation Network, sowie für iOS.