Beyond: Two Souls | Angespielt

Großes Kino als Videospiel

Beyond: Two Souls | Angespielt: Großes Kino als Videospiel Beyond: Two Souls | Angespielt: Großes Kino als Videospiel
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Zu Gast im Sony Tour-Bus durften wir in Düsseldorf einen exklusiven Blick auf Quantic Dreams kommenden PlayStation 3 Hit Beyond: Two Souls werfen. Neben Hanuta und Croissants gab's ein knallhartes Training zum FBI-Agenten, eine beklemmende Flucht vor der Polizei und einen Kindergeburtstag, der schnell außer Kontrolle geriet.   

Quantic Dream  hat in den vergangenen Jahren immer wieder mit außergewöhnlichen Spielen - und vor allem Spielkonzepten - auf sich aufmerksam machen können. 

Der französische Entwickler mit Hauptsitz in Paris startete sein Business bereits 1999 mit dem heutzutage eher unbekannten Science Fiction Abenteuer Omikron: Nomad Souls für Windows und Dreamcast. Wenig später erschienen mit Fahrenheit (PlayStation 2) und Heavy Rain (PlayStation 3) die Titel, welchen den Ruf des Studios bis heute auf ein erheblich höheres Niveau hievten.

Streng genommen sind alle Titel legitime Nachfahren des guten, alten Grafik-Adventures, poliert mit einer gehörigen Portion Hollywood. Das Spielsystem basiert auf Kontext-basiertes Knöpfchendrücken, angereichert mit Rätseln und einigen Kampfeinlagen, welche wiederum selbst auf Knöpfchendrücken basieren.

Der wesentliche Reiz - auch von Beyond: Two Souls - liegt also nicht unbedingt in der Finesse des Spielsystems, als viel mehr in der Hollywood-reifen Inszenierung und der spannenden Geschichte. 

Beyond: Two Souls fährt in dieser Hinsicht also in derselben Schiene wie schon die Vorgänger. Neu dabei sind bekannte Hollywood-Gesichter, welche tatsächlich äußerst beeindruckend dank Motion-Capturing in die virtuelle Welt versetzt wurden und beinahe ebenso glaubhaft und emotional agieren, wie die realen Gegenparts.

Allen voran Willem Dafoe und Ellen Page. Sie dürften selbst den weniger Film-Interessierten bekannt sein, aber auch Schauspieler wie Eric Winter ("New Girl" / "The Mentalist") und Kadeem Hardison glänzen in ihren Rollen.

Spielerisch hingegen sorgt die paranormale Existenz namens Aiden für das wesentliche Alleinstellungsmerkmal gegenüber Fahrenheit und Heavy Rain: Als ständiger Begleiter von Jodie Holmes (Ellen Page) darf man mit Aiden als Geist allerhand Humbug in der Umgebung stiften und knifflige Rätsel lösen. Der Wechsel von Jodie zu Aiden erfolgt per Knopfdruck, worauf man in der leicht verschwommenen Geisterwelt durch Türen gleitet, die Kontrolle über andere Charaktere an sich reißt, Jodies Wunden heilt oder sie in eine Art Schutzschild hüllt.  

In Sachen Hintergrundgeschichte birgt der Titel natürlich das meiste Potential: Anstelle einer fortlaufenden Geschichte treibt Beyond: Two Souls den Spieler durch verschiedene Epochen von Jodies Leben und folgt dabei nur selten einer zeitlichen Linie. Vielmehr bekommt man Jodie in verschiedenen Stufen ihres Lebens zu sehen, mal als FBI-Agent im Training, mal als kleines Kind welches den ersten Kontakt mit der übernatürlichen Existenz von Aiden knüpft.

So entgeht Quantic Dream auch dem Problem, dass sich das Spiel nur um einen einzigen Charakter dreht, während im Vorgänger Heavy Rain noch verschiedene Charaktere im Vordergrund standen.

Damit diese Konzentration auf Jodie nicht langweilig wird, bietet der stete Zeitsprung genug Finessen und Besonderheiten, um Jodie nicht nur zu charakterisieren, sondern die entsprechende Thematik auch spielerisch zu  betonen: Als kleines Kind spielt sie noch mit herumliegenden Puppen, als FBI-Agent kämpft sie um ihr Leben und als Jugendliche wiederum muss sich der Spieler ganz anderen Problemen stellen.

Neben der wirklich grandiosen Optik weiß Beyond: Two Souls auch akustisch zu überzeugen: Niemand geringeres als der deutsche Komponist Hans Zimmer zeichnet sich für den Soundtrack verantwortlich. Zimmer ist allen voran bekannt für Hollywood-Blockbuster wie The Dark Knight oder Inception, ist aber auch im Videospiele-Sektor keine unbekannte Größe. So verhalf Zimmer schon Titeln wie Call of Duty: Modern Warfare 2 oder Crysis 2 zu ihren markanten Soundtracks.

Der erste Eindruck des Spiels ist hervorragend, trotz des bereits angesprochenen, eher seichten Spielsystems. Wer taktische Kämpfe oder ein komplexes Spielsystem erwartet ist hier sicher an der falschen Adresse, Cineasten und Fans von spannenden Geschichten finden hier jedoch einen der best-produzierten Titel der letzten Jahre.

Beyond: Two Souls erscheint am 11. Oktober exklusiv für PlayStation 3. 

Screenshots Angespielt: Beyond: Two Souls für PlayStation 3 21 Fotos