Mashed: Von Xbox auf Steam | Retro-Moment

Das bessere Micro Machines

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Mashed: Von Xbox auf Steam | Retro-Moment Das bessere Micro Machines 5 Fotos

Gute Vierspieler-Simultan-Games sind heutzutage eher die Seltenheit – vor allem wenn es um das Rennspiel-Genre geht. Mashed ist eine wohlige Ausnahme!

Vierspieler-Simultan-Rennspiele, die tatsächlich etwas taugen? Kann man an einer Hand abzählen. Blur war zu seiner Zeit verdammt gut und wurde vom Rest der Welt schlicht komplett ignoriert. Mario Kart, klar. Mario Kart 8 steht kurz vor seinem Release, am 30. Mai darf losgerast werden. Aber sonst?

Eine beinahe vollkommen ausgestorbene Gattung von Fun-Racern ist das Top-Down-Rennspiel – die Titel, in denen die Kamera nicht hinter dem Fahrzeug klebt, sondern das komplette Geschehen aus der Vogelperspektive zeigt. Jetzt werden viele “Yeah, Micro Machines!” schreien, aber auf die Codemasters-Serie will ich an dieser Stelle nicht eingehen - ebenso wenig wie auf die zig Genre-Vetreter, welche in letzter Zeit über iOS, Android und teilweise auch Steam vertrieben wurden (Bang Bang Racing war ein nettes Beispiel). 

Wenn es um einen geselligen Abend mit Kumpels geht, dann hört mein Spiel erster Wahl auf den Namen Mashed - Drive to Survive. Der Titel kommt von Empire Interactive (die Jungs hinter dem Klassiker Speedball, dem tollen Grafik-Adventure Dreamfall: The Longest Journey und der absoluten Trash-Perle Big Mutha Truckers) und hat jetzt stolze zehn Jahre auf dem Buckel – für einen Retro-Moment ist er also noch recht frisch!

Es ist verdammt schwer einen vernünftigen Trailer zum Spiel zu finden, deswegen müsst Ihr Euch leider erstmal mit diesem äußert gering aufgelösten Video hier begnügen:

Erschienen ist Mashed im März 2005 für Xbox und Playstation 2, eine PC-Version kam ebenfalls in Umlauf. Außerdem gibt es verschiedene Versionen des Spiels – “Drive to Survive” ist die klassische Version, eine spätere Ausgabe erschien unter dem Namen “Fully Loaded” und kam mitsamt verbesserter Grafik, schnelleren Ladezeiten und einigen Extras in die Läden. Dennoch würde ich jederzeit die erste Iteration empfehlen – der Nachfolger hat mir eine Prise zuviel “Neon” und lässt den Charme der unberührten Version vermissen.

Von einem erfolgreichen Videospiel kann man so oder so nicht reden: Mashed ging schneller unter, als die Titanic nach dem freundschaftlichen Bug-Schlag mit dem Eisberg. Die Bewertungen in der Presse waren bestenfalls durchschnittlich, der Verkauf unterirdisch schlecht.

Und dennoch kramen wir Mashed zusammen mit den wohl fettesten Gamepads der neueren Videospiel-Geschichte immer wieder gerne heraus und brettern mit Vollgas über den gefürchteten Polarkai - die beste Rennstrecke seit Einführung der Rennspiele. Das Spiel selbst hält sich übrigens erstaunlich dicht am Micro Machines Vorbild: Wer zuerst aus dem Bildschirm “herausfährt” kassiert Gewinnpunkte, der letzte Fahrer dagegen erhält Minuspunkte. Nach einer bestimmten Anzahl von Punkten steht der Gewinner fest.

Dazu kommen natürlich fiese Extrawaffen wie RaketenMörserMinen und Nitro - sicher nichts, was heutzutage noch einen Kreativpreis gewinnen würde. Und auch die Optik der 15 Strecken schwankt zwischen gräßlich, über gräßlich häßlich bis hin zu “Oh mein Gott, mach das AUS, es brennt!". 

Erstaunlich ist der Geheimtipp-Charakter, der sich über die letzten Jahre weltweit etabliert hat: Mashed scheint also doch mehr draufzuhaben, als uns die Medien haben glauben machen wollen! 

Da trifft es sich doch gut, dass "Mashed: Drive to Survive" (also das Original!) gestern auf Steam wiederveröffentlicht wurde. Steam wird in letzter Zeit von einigen "alten" Gurken geflutet, doch Mashed solltet Ihr Euch unbedingt näher anschauen. 

Hinter diesem Link geht's zur Steam-Seite, kosten tut Euch der Spaß aktuell 4,24 Euro (15 Prozent Rabatt). Jetzt müssen nur noch findige Fans daherkommen und einen Online-Modus für das Teil programmieren! Bis dahin solltet Ihr am besten Eure Freunde zu Euch nach Hause einladen und "wie in alten Zeiten" zusammenspielen. Blaue Flecken gibt's online nämlich keine... und ohne die ist es nur halb so gut.