Meinung: E3 Konferenz von Ubisoft

Was geht ab bei Ubisoft?

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Die E3 ist das Schaulaufen der Publisher und Entwickler, die sich mit PR-Floskeln überbieten. Ubisoft hat dagegen tatsächlich überrascht: Das Publisher- und Entwickler-Studio wirkt auf der E3 plötzlich ziemlich cool.

Große Publisher stehen immer im Verdacht, auf den schnellen Euro aus zu sein. Und mit „Watch Dogs“ hat Ubisoft trotz des selbst inszenierten Hypes nicht gerade etwas Bahnbrechendes abgeliefert. Nicht falsch verstehen: Das Spiel ist gut, aber nicht so gut, wie man gehofft hatte (hier der ausführliche Test!).

Doch die Franzosen nutzen die E3, um gleich erneut in die Offensive zu gehen: Der nächste, obligatorische Teil der Assassin’s-Creed-Reihe „Unity“ bietet spielerisch zwar nach jetzigem Stand nichts weltbewegend Neues, aber es sieht umwerfend aus. Und hoffentlich wirkt es auch auf den Next-Gen-Konsolen noch genauso grandios. Vor allem aber scheint Unity etwas zu haben, was der Reihe verlorengegangen ist: Coolness und Impact.

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Ich weiß, ich stehe mit der Meinung ziemlich alleine da, aber Black Flag hat mich nicht umgehauen, sondern enttäuscht. Die anderen Teile gaben mir das Gefühl, ein Stück Geschichte zu erleben. Bei Assassin's Creed 4 folgte ich plötzlich einem eher unsympathischen Hauptcharakter und stieß auf einige Piraten, von denen ich schon mal gehört hatte – und noch mehr, die mir völlig unbekannt und darum egal waren.

Außerdem ist es nicht gerade so, dass die Piraten etwas hinterlassen hätten, was die Geschichte der Menschheit entscheidend beeinflusst hätte – außer ihrer späteren Romantisierung. Auch die Seeschlachten wiederholten sich irgendwann. Die Story um Templer und Assassinen spielte so gut wie keine Rolle mehr und wirkte noch wirrer als sonst.

Auch die Geschehnisse außerhalb des Animus nutzten sich recht schnell ab und langweilten: So ganz zündete die selbstironischen Idee eines Spielentwicklers der Templer auf Dauer nicht. Black Flag fühlte sich wie ein dazwischen geschobener Teil an, bei dem nichts so wirklich zu der Reihe passte, der aber wenigstens als Piratenspiel funktionierte. Assassin's Creed 3 verfolgte da eine sehr viel interessanteren Story-Ansatz, war aber vor allem zu Beginn langatmig inszeniert.

Ist Unity im besten Sinn ein klassisches Assassin's Creed?

Und nun Unity: Die Französische Revolution verspricht eine geschichtsträchtige Story mit Wucht, Drama und Tragödien. Die gezeigte Idee der vier Assassinnen, die kooperieren, könnte zudem einige neue taktische Elemente ins Spiel bringen und endlich neue Herausforderungen bieten – und sogar das Online-Gameplay in der langen Serientradition revolutionieren.

Wenn jetzt auch noch der Hauptcharakter so cool (oder noch cooler) ist wie einst Ezio und die Story gut und ohne bloßes Namedropping historischer Figuren erzählt wird, könnte Ubisoft bei der Reihe endlich dort anknüpfen, wo man bereits war – bevor man den Faden verloren hat.

Allerdings erscheint Unity nur für den PC und Next-Gen-Konsolen. Zum bislang nur gemutmaßten Titel alias "Comet" für die alte Konsolen-Generation wurde bei der E3 nichts gesagt. Ob es auf der Gamescom noch eine Überraschung geben wird?

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