Mit Ring, Charme und Mordor

"Mittelerde: Schatten des Krieges" im Gamescom-Preview

Mit Ring, Charme und Mordor: "Mittelerde: Schatten des Krieges" im Gamescom-Preview Mit Ring, Charme und Mordor: "Mittelerde: Schatten des Krieges" im Gamescom-Preview Foto: Warner Bros. Interactive Entertainment

Gefährliche Trolle, schier uneinnehmbare Festungen und ein blutrünstiger Balrog. Mit "Mittelerde: Schatten des Krieges" präsentiert Warner Bros den zweiten Teil seiner Mittelerde-Reihe. Auf der Gamescom durften wir den Titel aus dem Herr der Ringe Franchise anspielen. Hier unser Eindruck.

Unsere einstündige Session dürfen wir mit einem fortgeschrittenen Spielstand starten. In diesem stehen uns bereits einige Fähigkeiten zur Verfügung, sodass wir gleich in Mordors Umgebung eintauchen können. Wir schlüpfen erneut in die Haut des Waldläufers Talion, der in Gesellschaft seines inneren Elben-Begleiters Celebrimbor Saurons Lande unsicher macht.

Worum geht’s? Celebrimbor hat einen neuen Ring der Macht geschmiedet und will Mordor von seinem Schrecken befreien. Mit der Hilfe seines Wirtes Talion und der Fähigkeit feindliche Einheiten zu Rekrutieren, möchte er einen Krieg unter den Orks entfachen.

“Flieht ihr Narren!”

Bevor wir allerdings selbst Hand anlegen dürfen, wird uns noch ein Gameplay-Trailer kredenzt. Darin wird sehr prominent der Storystrang rund um einen Balrog beworben. Richtig, das riesige feuerspeiende Vieh, dass sich mit Gandalf bis in die tiefsten Gefilde Morias prügelte!

Im Trailer zu sehen ist Talion, der auf dem Rücken eines riesigen Ungeheuers dem Feuerwesen entgegen tritt. Der Ausgang des über mehrere Ebenen verteilten Kampfes bleibt allerdings offen. Dass sich dieses übermächtige Wesen mal in einem Action-RPG bekämpfen lässt, wird für Mittelerde-Fans ein wahres Geschenk sein.

Anders als beim Vorgänger gibt es jetzt in jeder Region einen Overlord, der samt seiner Warchiefs und Champions eine Festung besetzt. Um die Stärke einer Feste besser einschätzen zu können, haben die Entwickler von Monolith einen Festungs-Level eingeführt, der sich wiederum aus den Leveln der Besatzung erschließt.

Glücklicherweise sind des Spielstands wegen auch schon einige der Orks bekannt – manche sogar bereits rekrutiert, womit sie Teil unserer Armee sind. Das spart uns das Verhören von sogenannten Würmern, also Orks, die uns beim Dominieren wichtige Informationen wie die Schwachstellen der Warchiefs verraten. Das kann beispielsweise die Angst vor Feuer sein oder die Anfälligkeit für Fernattacken. Im finalen Spiel werden von einer Festungsbesatzung zunächst nur die Silhouetten erkennbar sein, weshalb das Sammeln von Informationen unerlässlich wird.

Shadow of War 2 (image/jpeg)

Auf in den Kampf!

Nun dürfen wir endlich selbst ran. Gespielt wird mit Pad auf dem PC. Gleich zu Beginn treffen wir im Ödland auf einen kleinen Spähtrupp von Orks. Ohne mit der Wimper zu zucken ziehen wir unser Schwert. Die Steuerung hat sich seit dem ersten Teil nicht verändert und so sind die handvoll Gegner für unseren Waldläufer ein Klacks. Und damit wir auch ja kein abgetrenntes Körperteil übersehen, werden die Exekutionen in epischer Zeitlupe zelebriert.

Da das Setup in der Demo bereits steht, können wir auch gleich die große Neuerung ausprobieren: Das Erobern von Festungen. Dafür begeben wir uns im Elbensprint zu einem Missionspunkt auf der Map. Anschließend rüsten wir unsere verbündeten Anführer-Orks mit Fähigkeiten auf. Gezahlt wird mit Ingame-Währung oder Micropayment. Unser Hauptmann Pug erhält von uns eine extra Horde von Caragor-Reitern, während Ragdug eine Garnision von Schildträgern zur Seite gestellt bekommt. Kostenpunkt: 2050 Münzen. Es folgt eine Inszenierung, bei der unsere Truppen vor der Feste aufgereiht auf den Angriffsbefehl warten. Wie schon beim Vorgänger bekommen die Anführer, auch die eigenen, ihren redegewandten Auftritt.

Shadow of War 1 (image/jpeg)

Nachdem jeder einen flapsigen Spruch gebracht hat, stürmen die eigenen Einheiten auf die Burg zu. Die Gegner verteidigen sich zunächst im Schutze der Mauer, indem sie riesige Trolle als Katapulte missbrauchen. Der erste Feuerball-Regen macht unseren Orks aber zum Glück nichts aus. Damit unsere Schergen aber nicht noch mehr Schaden erleiden, sehen wir uns in der Pflicht Talions Kletterkünste à la Assassine's Creed zu nutzen und die Mauer empor zu klimmen. Oben angekommen machen wir mit unserer Kombo einen Troll unschädlich. Den Weg durch’s Tor haben unsere Krieger derweil selbst gefunden.

Anschließend geht es um das Erobern von vier äußeren und zwei inneren Capture-Points. Diese Punkte müssen ganz klassisch solange verteidigt werden, bis sie erobert sind. Dabei treffen wir als Spieler auf ein Dutzend Captains und Warchiefs. Das kann ganz schön knifflig werden!

Ist das aber geschafft, steht zwischen uns und dem Triumph lediglich noch der Festungs-Overlord. Dieser wartet gemeinsam mit seiner Gefolgschaft im Thronsaal, wo wir ihn alleine konfrontieren müssen. Neben einer beträchtlichen Energieleiste hat er auch eine Menge Immunitäten, was unsere Angriffe schwieriger gestaltet. Doch ist der Overlord erst besiegt, folgt nur noch ein kurzer heroischer Monolog von Talion von der Spitze des Festungs-Turmes und die Region ist erobert.

Shadow of War 3 (image/jpeg)

Was ist sonst neu?

Der Fähigkeitsbaum ist mit 120 Attributen noch größer als im Vorgänger. Zum Freischalten einzelner Attribute werden die im Kampf verdienten Erfahrungspunkte investiert. Neben bereits bekannten Skills wie dem Teleportieren mit dem Bogen, gibt es jetzt auch eine Reihe Neuer. Beispielsweise lässt sich jetzt ein Trinkfass nach dem Vergiften zusätzlich noch durch Beschuss zum Explodieren bringen, woraufhin alle Gegner im Umkreis Feuer- und Giftschaden zugleich erleiden.

Eine weitere kleine, aber sehr wirkungsvolle Fähigkeit, ist der Doppelsprung. Während wir im ersten Teil hin und wieder mit Fehlsprüngen zu tun hatten, können wir jetzt einen missratenen Hüpfer mit einem zweiten Satz nochmal retten. Das spart auf lange Sicht Zeit und Nerven.

Laut Entwickler Monolith wurde zudem am Nemesis-System geschraubt, das bei Schatten von Mordor noch als innovatives Feature beworben worden. Was sich im ersten Teil auf die Gegner beschränkte wird nun in Shadow of War auf die eigenen Rekruten ausgeweitet. Durch das Nemesis-System bekommen die Orks eine einzigartige Persönlichkeit mit individuellen Stärken und Schwächen. Darüber hinaus erinnern sich die Charaktere an die letzte Begegnung mit Talion und behalten Narben von Verletzungen, die sie im Kampf zugefügt bekommen.

Was die Welt angeht, so soll es wieder verschiedene Gebiete innerhalb Mordors geben, die sich optisch auch voneinander unterscheiden. Ob diese im Rahmen eines DLCs erscheinen werden und falls ja, ob diese auch kostenpflichtig seien, dazu halten sich die Leute von Warner noch bedeckt.

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Ein erstes Fazit

Entwickler Monolith scheint sich mit "Mordor: Schatten des Krieges" auf die Stärken des ersten Teiles zu besinnen und verändert das Spielprinzip nur marginal. Die größten Neuerungen sind die Möglichkeit der Burgbelagerung sowie die neue Story rund um den Balrog. Bereits etablierte Features wie das Nemesis-System oder die Attributauswahl werden nochmal erweitert. Das Spielgefühl selber ändert sich aber nicht. Genauso wenig wie die Grafik, zu der wir wegen ihrer Stagnation zum letzten Teil gar nicht erst eingegangen sind. Nach der ersten kurzen Spielsession sind wir uns noch nicht sicher, ob sich das Mittelerde-Sequel nicht vielleicht doch nur wie ein zu groß geratener DLC spielen lassen wird.

Trotzdem, Spaß gemacht hat es allemal und Fans des ersten Teils werden die kleinen punktuellen Verbesserungen sicher mit Freude aufnehmen. Wenn sich drum herum noch eine gute Story herauskristallisiert, dann stehen den Spielern zum 10. Oktober dieses Jahres einige spaßige Spielstunden bevor. Dann nämlich erscheint "Mittelerde:Schatten des Krieges" für PlayStation 4, Xbox One und PC.

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