Music in Motion | Videospiel- und Filmmusik in sinfonischem Gewand

Spiel mir das Lied vom Hobbit

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Schon lange zählt es nicht mehr zu den Einzelfällen, wenn Musik aus Videospielen aus den Konzertsälen dieser Welt erklingt. Riesige Live-Events touren um den Globus und füllen regelmäßig die Hallen, in Japan sind Konzerte mit einem derartigen Fokus schon gar nicht mehr wegzudenken und finden dort in hübscher Regelmäßigkeit statt.

Eine ähnliche Regelmäßigkeit legt auch das WDR Funkhausorchester an den Tag, wenn es etwa zwei Mal im Jahr zu Veranstaltungen mit popkulturellem Hintergrund einlädt. So auch geschehen am 20. November, um in der Kölner Philharmonie Kompositionen aus den Bereichen Film, Anime und Videospiel zu feiern.

Das WDR Funkhausorchester gilt in diesen Bereichen als Vorreiter und seit Jahren als absolute Instanz, was sinfonische Spielemusikkonzerte angeht. Der Produzent Thomas Böcker gilt als Initiator dieser Konzertreihe, die 2003 in Leipzig ihren Anfang nahm und seit 2008 in Köln stattfindet. Außerhalb Japans gibt es keine andere Serie dieser Art, die eine so lange Zeit Bestand hatte.

Entsprechend bekannt sind diese Konzerte unter den Liebhabern von Videospielmusik. Sie sind zumeist ausverkauft, doch werden Livestreams für die vielen internationale Zuhörer zur Verfügung gestellt. Ein Live-Mitschnitt wird später meist auch auf dem Radiosender WDR 4 ausgestrahlt.

Das kürzlich stattgefundene Konzert mit dem Namen "Music in Motion" bot aber eben nicht nur Videospielmusik, sondern deckte das ganze popkulturelle Spektrum ab.

Zum Einstieg gab es Filmmusik aus "Star Wars Episode 1" und "Der Hobbit: Smaugs Einöde" zu hören. Unterstützt wurden die professionellen Musiker dabei vom Schulorchester des Märkischen Gymnasiums Schwelm. Die dadurch erhöhte Zahl an Musikern spiegelte sich gleich im kraftvolleren Klang wider und sofort stiegen Szenen aus den Filmen vor dem geistigen Auge auf. Highlight dieses Abschnitts war Viviane Essigs Interpretation von Ed Sheerans "I See Fire", das mit dem Orchester im Rücken eine ganz andere Wucht entfaltete.

Das folgende Anime-Segment wurde vom Funkhausorchester allein bestritten. Hier stand ganz klar das Studio Ghibli im Fokus. Der Mix aus heiteren Klängen wie etwa aus "Das Schloss im Himmel" oder "Kikis kleiner Lieferservice" und dramatischen Melodien aus "Prinzessin Mononoke" und "Porco Rosso" war stimmungsvoll sehr ausgewogen, die Filmwahl überraschte anfangs trotzdem. "Chihiros Reise ins Zauberland" oder "Mein Nachbar Totoro" wären weitaus bekanntere Filme gewesen, doch so hätte man diese weniger bekannten Perlen verpasst. Und das wäre sehr schade gewesen.

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Der letzte Abschnitt bot Videospielmusik und erneut Überraschungen: Denn die Suite von "Albion Online" konnte man bislang noch gar nicht in einem Spiel hören, weil das MMORPG erst nächstes Jahr erscheinen wird. Dieser Vorgeschmack war jedoch absolut bezaubernd und fing die Epik, die man bei einem MMO erwartet, sehr gut ein.

Danach wurde noch zwei Mal gesungen: Viviane Essig sang den Song zu "Legend of Mana", den sie, trotz schwedischen Texts, mit Bravour meisterte. Den Abschluss bildete "Kiss Me Good-Bye" aus Final Fantasy XII.

Nach der Zugabe in Form einer weiteren Performance von "I See Fire" war das Konzert auch schon zu Ende. Und erneut hat man mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, dank einer großartigen Musikauswahl, einem grandios spielenden Orchester und der Offenheit des WDR gegenüber dieser Art von Musik

WICHITG:

Wenn Ihr das Konzert im Radio hören wollt, dann haltet Euch den 20. Dezember frei. Ab 20.05 Uhr wird dann nämlich auf WDR 4 der Mitschnitt ausgestrahlt. Es lohnt sich!