Sony Konferenz in New York

Sony zeigt PlayStation 4 Pro und PlayStation 4 Slim

Sony Konferenz in New York: Sony zeigt PlayStation 4 Pro und PlayStation 4 Slim Sony Konferenz in New York: Sony zeigt PlayStation 4 Pro und PlayStation 4 Slim Foto: Sony Interactive Entertainment

Nicht nur ein, sondern gleich zwei neue PlayStation-Modelle stellte Sony Interactive Entertainment auf der Pressekonferenz am 7. September in New York vor: Die bereits vorab geleakte PlayStation 4 Slim soll in Zukunft zum neuen Standard-Modell werden, die PlayStation 4 Pro hingegen die Wunsch-Konsole für alle High-Tech-Enthusiasten. Ob dieser Plan aufgehen wird?

Kommen wir zuerst zum wichtigsten: Die PlayStation 4 Slim soll bereits ab dem 15. September für 299 Euro erhältlich sein, an die Stelle des alten Preis-Slots von 399 Euro rückt dann am 10. November die PlayStation 4 Pro.

Dass die Veröffentlichung tatsächlich noch in diesem Jahr stattfindet, ist für viele Spieler zwar verständlich, aber dennoch überraschend: Konkurrent Microsoft will sich mit seiner Konsolenrevision - aktuell unter dem Namen Project Scorpio bekannt - noch bis Ende 2017 Zeit lassen.

Zum Start der Konferenz wird Firmenpräsident (Global CEO) Andrew House nicht müde zu betonen, wie wichtig das PlayStation-Franchise für die Welt der Videospiele ist. 40 Millionen PlayStation 4 Einheiten wurden weltweit abgesetzt, insbesondere in Deutschland, aber auch in Japan ist der "Kampf" gegen Microsofts Xbox One in Hinsicht auf die Verkaufszahlen längst gewonnen. Hierzulande fristet die Microsoft Konsole nur noch ein Schattendasein.

Mit der PlayStation 4 Slim rückt die Konsole weiter in Richtung Massenmarkt: 299 Euro zum Start sind ein guter Preis, insbesondere da die Preisgestaltung auch den Verkauf der "restlichen" alten PS4-Modelle zum Weihnachtsgeschäft unter die magische 200 Euro Grenze drücken könnte - von diversen Bundles inklusive Spielen ganz zu schweigen.

Mit der PlayStation 4 Pro hingegen lässt Sony die Euphorie der Spieler in den Keller wandern: Das Modell richte sich zwar nur an High-Tech- und Hardcore-Gamer, doch wer zockt schon gerne "zweiter Klasse"? Ein ungutes Gefühl im Magen bleibt bei allen Besitzern der "normalen" PlayStation 4 bestehen, wenn die Tech-Kollegen bereits von Buzzwords wie "4K" und "HDR" schwärmen.

Doch die PlayStaiton 4 Pro soll noch mehr können, als "nur" 4K und HDR - auch auf normalen HDTVs sollen viele Spiele von der höheren Rechenleistung profitieren und schlicht "besser" aussehen: Knackigere Texturen, bessere Bildraten... Ihr sagt es, Sony will liefern.

Interessant: Erstmals sollen auch "alte" Spiele von der neuen Hardware profitieren und per Patch neue Power unter die Haube verpflanzt bekommen. "Forward Compability" nennt es Sony und zeigt gleich mal das ältere "Shadows of Mordor" aufgemotzt auf der PlayStation 4 Pro. Wieviele Entwickler sich den Luxus gönnen um für ältere Titel neue Patches zu programmieren, wird sich jedoch zeigen müssen.

Alle verwirrt? Gut!

Wirklich einfach macht es Sony den Konsoleros mit dieser Auswahl wirklich nicht - zudem steht mit der PlayStation VR noch eine weitere Hardware auf der To-Do-Liste, welche bereits Mitte Oktober erhältlich sein soll und einen teuren 4K-TV eigentlich komplett überflüssig macht. Hier konsumiert ihr neue Spiele nur noch mit übergestülpter Brille - und profitiert erneut von der erweiterten Hardware-Power der PlayStation 4 Pro.

Will heißen: Wer das "beste" VR-Erlebnis haben will, der kommt um einen Kauf der neuen PlayStation 4 Pro nicht herum.

Kostenpunkt: 399 Euro für die PS4 Pro, 499 Euro für das PlayStation VR Bundle inklusive der zum Spielen zwingend nötigen PlayStation Kamera, zweier Move Controller und einem Spiel. Macht summa summarum also knapp 900 Euro. Das muss man erstmal sacken lassen!

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Noch horrender wird die preisliche Planung mit einem neuen Fernseher, der die PlayStation 4 Pro auch entsprechend unterstützen kann: "Normale" 4K-Glotzen sind mittlerweile für deutlich unter 1000 Euro erhältlich, doch die Qualität weiß nur in seltenen Fällen wirklich zu überzeugen. Hinzukommt: 4K ist für HDR zwingend notwendig, jedoch untersützt nicht jeder 4K-TV auch HDR. Wäre ja auch zu einfach!

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Was ist eigentlich dieses ominöse "HDR"?

Die Abkürzung "HDR" steht für "High Dynamic Range" - oder auf gut deutsch: ein Hochkontrastbild, bei dem selbst bei großen Helligkeitsunterschieden noch kleinste Details für das Auge sichtbar gemacht werden.

Aktuell setzen praktisch alle verfügbaren Kameras und digitalen Bilder auf 256 Helligkeitsstufen, und das wiederum reicht nicht aus um natürliche Helligkeitsunterschiede wiederzugeben. Mit HDR kommen die Bilder dem natürlichen Blick unserer Augen mehr entgegen.

Ich frage ja ungerne, aber was ist 4K und warum reden alle darüber?

Während vor 10 Jahren noch viele über die Buzzwords "HD", "HD ready", "True HD" und weitere verrückte Kreationen gerätselt haben, ist der Sprung auf "4K" nun eigentlich recht simpel: Anstelle von 1920 x 1080 Pixeln (alias "1080p") wird die Anzahl der dargestellten Bildpunkte erneut verdoppelt auf 3840 x 2160 (2160p).

Das Ergebnis lässt sich blicken - jedoch nur, wenn man auch entsprechend nah am Gerät sitzt, denn der nötige Abstand um den Unterschied zu bemerken, wird im Gegensatz zu normalen HD-Fernsehern um einiges geringer.

Bei einem 55 Zoll Fernseher beispielsweise liegt der empfohlene Abstand bei gerade mal 1,5 Metern - wer ein großes Wohnzimmer hat, sitzt jedoch meist zwischen 2,5 und 3,5 Metern entfernt von der Glotze. 65 Zoll und mehr sind nötig, um euch auf der weiter entfernten Couch überhaupt den Pixelunterschied merken zu lassen. Und wer sich die Preise für 65 Zoller bereits angeschaut hat, der weiß: Dieser Einkauf wird teuer!

Die Zukunft der Heimkonsolen verwirrt und ist teuer

Mit der Einführung der PlayStation 4 Pro - und der zukünftigen Veröffentlichung von Project Scorpio - stellen sich sowohl Sony, als auch Microsoft selbst ein Bein: Erstmals in der Geschichte der Videospiele wird die vorhandene Hardware mitten im Lebenszyklus zweigeteilt, einmal in ein Premium-, einmal in ein Otto-Normal-Segment. Und als wäre das nicht schon genug Potential für verwirrte Daddler und noch verwirrtere Gamer-Eltern, kommt auch noch das Thema "VR" obendrauf.

Eines ist sicher: Günstig wird der Umstieg in die Welt von 4K und HDR, sowie in die Welt der VR-Brillen 2016 sicher nicht. Hier kommen nur diejenigen zum Zug, die bereits auf die neue Technik umgesattelt sind, oder sich im Laufe der nächsten Monate, höchstwahrscheinlich zum Weihnachtsfest, ein dickes Gaming-Paket gönnen können.

Die gute Nachricht: Für alle Zocker, die erstmal der alten Hardware treu bleiben, ändert sich nicht wirklich viel. Alle zukünftigen Spiele laufen weiterhin auch auf der alten PlayStation 4, sowie der PlayStation 4 Slim. Also kein Grund zur Panik.

Noch nicht.

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