Strife | Neues MOBA von S2 Games

Von Magier-Katzen und Drachenreitern

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Wie viele MOBAs verträgt der Markt eigentlich? Nach dem Boom von League of Legends und Dota 2 eine durchaus berechtigte Frage, steigen doch beinahe monatlich neue Herausforderer in den Online-Ring rund um Lanes, Last Hits und Champions. In Smite gibt sich die Welt der Götter auf die Nüsse, in Infinite Crisis liefern sich bekannte DC-Helden ein Gefecht nach dem nächsten, das von EA betreute Dawngate lugt mit Fantasy-Comicstil um die Ecke und mit Heroes of the Storm will auch Blizzard 2014 ein Stück vom großen Kuchen abbekommen.

Da greifen durchaus Parallelen zum primär von World of Warcraft ausgelösten MMORPG-Boom, nachdem praktisch jeder Hersteller auf epische Online-Welten samt tausender Mitspieler setzte. Aber wer soll das alles zocken?

Um sich in diesem Markt behaupten zu können, muss ein neuer Titel schon eine ganze Spur Originalität mitbringen. Das von S2 Games entwickelte Strife ist in dieser Hinsicht gleich doppelt erstaunlich: Originalität in Sachen Spielmechanik findet Ihr hier kaum und dennoch setzt sich der Titel hervorragend von der übermächtigen Konkurrenz ab, obwohl Ihr nach wie vor auf drei verschiedenen Lanes mit fünf Champions gegen fünf Champions um die Zerstörung des gegnerischen Nexus, äh den Ancient, äh die Crux wetteifert.

S2 Games sind in Sachen MOBA kein unbeschriebenes Blatt: Das kalifornische Team rund um Gründer Marc "Maliken" DeForest hatte sich zuvor schon an Heroes of Newerth versucht, musste sich in Sachen Nutzerzahlen letztendlich aber League of Legends und Dota 2 geschlagen geben.

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Der größte Unterschied des neuen Titels läuft unter dem Motto „Strife soll so einfach wie möglich sein!“, was dem Spiel bereits im Vorfeld Unkenrufe wie „League of Legends für Noobs!“ oder „Dota 2 für Anfänger“ bescherte. Ganz unrecht haben die Leute damit nicht, tatsächlich bewirbt S2 Games den Titel selbst als Einsteiger-freundliches MOBA, welches viele der aus dem Genre bekannten Gehässigkeiten innerhalb der Teams durch Spielmechaniken, oder besser: die Gestaltung des Interface umgehen will.

„Strife was created from the ground up to eliminate many frustrating elements common to the genre. It's a MOBA that is much easier to get into and have fun while still keeping a high skill ceiling that experienced players enjoy.“

Wer bereits League of Legends oder Dota 2 gespielt haben sollte, der weiß sofort wovon S2 Games hier reden: Das gegnerische Team ist meist das geringste Problem, wenn es innerhalb des eigenen Teams zu Reibereien kommt. Flammenspeiende Trolle sind da keine fantasievolle Erfindung der Entwickler, sondern ganz realer Alltag. Da kommt es doch gelegen, dass Ihr in Strife nur nach dem Match mit Euren Gegnern chatten könnt.

Strife beugt diesen Reibereien durch einen ganz wesentlichen Eingriff ins Interface vor: Es gibt keine fest verankerte Anzeige über die Kills Eures Teams, bzw. des gegnerischen Teams. Noch weiter geht die Mechanik des (Denglisch FTW!) „Last Hittens“, also das Erlegen der gegnerischen Vasallen mit dem letzten Schlag, um Gold abstauben zu können: Anstelle dass nur Ihr das Gold dafür gutgeschrieben bekommt, teilt Ihr Euch das Gold stets mit den anwesenden Champions.

Beispiel League of Legends: Wer mit zwei Champions auf die untere Lane geht, der kassiert stets nur als ADC die wertvollen Moneten, während der Supporter sich anderweitig (beispielsweise durch Runen oder Gegenstände) ums Geld sorgen muss. Im späteren Spielverlauf entbrennt gerne ein regelrechter Wettstreit darum, wer zuerst auf eine Lane kommt um das Gold einzuheimsen – ein Wettstreit im eigenen Team, der nur selten gut ausgeht. Bei Strife werdet Ihr solche Streitigkeiten nicht vorfinden. 

Doch Strife wird noch weiter vereinfacht: Gegenstände und Ausrüstungsgegenstände kommen gestraffter daher, ebenso wie die dazugehörigen Attribute. Und während in Dota 2 ein Esel das komplette Team mit den gekauften Waren beliefert, hat in Strife jeder Held seinen eigenen Diener, der ihm die gekauften Gegenstände gleich auf die Lane liefert. Wer trotzdem mal dringend zur Basis muss, um sich zu regenerieren, der greift zum LoL-typischen und kostenlosen Teleport.

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Den Rückzug zur Basis benötigt Ihr in Strife aber kaum: Außerhalb des Kampfes verfügen ALLE Champions über stark erhöhte Lebens- und Mana-Regeneration, welche Euch nach kurzer Zeit wieder fit macht. Ein weiteres Zugeständnis an Team-Kämpfe und Ganks, welche hiermit wichtiger werden und Kämpfe auf der Lane zur Nebensache werden lassen.

Wer sich in Dota 2 und League of Legends immer wieder über mangelndes Ward-Placement der Kollegen beschwert (ohne selbst je einen Ward gekauft zu haben), der kann in Strife ebenfalls aufatmen: Die Sicht in den „Nebel des Krieges“ wird durch insgesamt vier Punkte im Jungle-Bereich der Karte gewährleistet. Einmal vorbei gespurtet aktiviert Ihr diese Sichtfelder automatisch, ganz ähnlich der Aussichtspunkte in Starcraft 2.

Die Kämpfe laufen sehr klassisch ab, mit QWER löst Ihr diverse Fertigkeiten aus, erfreut Euch passiver Boni und nutzt Skillshots, um das gegnerische Team zu betäuben, zu verlangsamen oder fiesen Schaden zu verursachen. Die aus League of Legends bekannten Beschwörerzauber sind bei Strife an ein „Pet“ gebunden: Euer persönliches Tier wählt Ihr gleich nach dem toll präsentierten Tutorial aus, zur Wahl stehen unter anderem eine Schildkröte (inklusive Heilung und mehr Leben), sowie eine Krabbe und ein blauer Drache. Im späteren Spielverlauf könnt Ihr Euch weitere Kameraden dazuverdienen, oder Ihr füttert Eure „alten“ Tiere und peppelt sie so zu immer besseren Kampfgefährten auf.

Neben den Aussichtspunkten gibt es noch eine weitere Eigenheit im Jungle von Strife zu entdecken: So wacht Boss Cyndara über einen angeketteten Riesengorilla namens Krytos, der Eurem Team nach seiner Befreiung beim Neutralisieren gegnerischer Türme aushilft. Noch besser: Ihr könnt die Lane per Gemeinschaftswahl festlegen, auf welcher Krytos für Verwüstung sorgen soll. Mit dem losgelassenen Gorilla werden Teamkämpfe weiter fokussiert – ein tolles Spielelement, welches die Spielmechanik erheblich bereichert und selbst verloren geglaubte Duelle noch einmal drehen kann.

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In Sachen (Art-)Design kann sich Strife bereits in der aktuell laufenden Closed Beta mehr als blicken lassen: Die 14 bislang spielbaren Helden sind herrlich schräg und verrückt gestaltet und neigen zu einer Prise „OMG WIE NIEDLICH!“. Unter letzteren zum Beispiel eine magisch versierte Katze mit Cape namens „Moxie“, zwei chaotische Goblins mit ihrem eigenwilligen Reittier „Carter“ oder ein kleiner Junge auf einem Drachen namens „Bastion“. Doch keine Sorge, ein fieses Alien, eine Ratte mit Käsewerfer und die düstere Minerva geben auch den Leuten Alternativen, die nicht auf „ultrasüß“ stehen.

Der Comic-Look kann auch im laufenden Spiel überzeugen: Die Animationen der Helden, die Jungle-Creeps, sowie die Umgebungsgrafik sind sehr detailliert und hängen sogar Altmeister League of Legends ab. Hier macht sich dann doch langsam der Zahn der Zeit bemerkbar, welcher Genre-Neueinsteigern einen grafischen Vorteil gewährt. 

Wir haben unsere Zeit mit der Closed Beta jedenfalls sehr genossen und sind gespannt, wie sich Strife im MOBA-Olymp schlagen wird. An die Spitze wird es sicher auch Strife nicht bringen, aber die richtigen Ansätze in Sachen Teamplay und der Fokus auf Deeskalation im eigenen Team sind sehr erfolgversprechend.

Wer selbst einmal in Strife hineinschauen will, der hat übrigens am kommenden Wochenende vom 28. Februar bis zum 2. März Gelegenheit dazu. Für die Anmeldung solltet Ihr fix sein, diese gilt nur noch bis heute (24. Februar). Hier der Link zur offiziellen Homepage!

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