The Order 1886 | Preview

Spielfilm oder Filmspiel?

The Order 1886 | Preview: Spielfilm oder Filmspiel? The Order 1886 | Preview: Spielfilm oder Filmspiel?
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The Order 1886 | Preview Spielfilm oder Filmspiel? 4 Fotos

Die Grenzen zwischen Spielfilm und Videospiel verwischen in Ready at Dawns finsterem Blick auf London im 19. Jahrhundert. Die Annährung der höchst unterschiedlichen Medien wird bereits seit längerer Zeit auch wissenschaftlich immer ausschweifender (zer-)debattiert, und viele Spieler können dieses "Videospiele go Hollywood!" Thema sowieso nicht mehr hören. 

Viel schlimmer: Vergleiche mit Hollywood-Filmen werden nur selten positiv aufgenommen, allen voran von denen, die wirklich in der Materie geschult sind. Titel wie Heavy Rain, Beyond: Two Souls und Co. bieten zwar glaubhafte (virtuelle) Darsteller und fantastische Geschichten im virtuellen Rahmen, vernachlässigen dafür aber komplexe Spielmechaniken, die wesentliche "Spiel"-Komponente. 

The Order 1886 scheint auf den ersten Blick genau in eben diese Sackgasse zu treten: Schon das visuelle Format des Spiels wurde durch das 2.40:1 Bildformat so gesetzt, dass es wie ein Breitwandfilm daherkommt. Selbst die 30 Frames pro Sekunde sollen den Film-Look unterstreichen und wurden von den Entwicklern tatsächlich aus ästhetischen Gründen so gewählt.

In einem ersten Preview-Build kann sich dieser Stil bereits sehen lassen:

Doch worum geht es eigentlich? Der titelgebende Orden zieht seit Jahrhunderten in den Kampf gegen sogenannte "Halbblüter", Menschen die das Blut wilder Bestien in sich tragen. Wir schlüpfen in die Rolle eines Agenten des Ordens und schlagen uns mit fantasievollen Steampunk-Waffen durch das düstere London des 19. Jahrhunderts. 

In Sachen Spielmechanik lässt sich The Order 1886 wohl am besten mit der Uncharted-Serie vergleichen, nur wesentlich düsterer, gruseliger und erwachsener als das poppige Action-Abenteuer von Indiana Jones Kollege Nathan Drake. Der Übergang von Cut-Scene zum eigentlichen Spiel-Part findet extrem flüssig statt, Ladezeiten während des Abenteuers soll es laut der Entwickler keine geben:

"The point is immersiveness, making sure the player, once they're involved, that emotionally they don't get detached, [...] Every single time you break it, regardless of whether it's a visual break, that changes the way cinematics [change] from gameplay, or whether it's a loading screen that changes the pacing, all of those are pace-breakers." (Quelle: Kotaku.com)

Übersetzt: "Unser Anliegen ist Eindringlichkeit, wir wollen sicher gehen, dass der einmal involvierte Spieler nicht mehr emotional losgelassen wird. Egal wie oft wir diese Bande brechen, egal ob visueller Bruch durch Cut-Scenes vom Gameplay, oder Ladebildschirme, welche das Tempo der Darstellung brechen, all dies sind für uns Tempobrecher." 

Leider haben es auch wieder QTE's ins Spiel geschafft: In "Quick-Time-Events" müssen in einer Cut-Scene bestimmt Knöpfe pünktlich gedrückt werden, um die Cut-Scene weiterlaufen zu lassen. Immerhin nimmt sich The Order 1886 ein Vorbild an aktuellen QTE-beladenen Spielen wie The Wolf among us oder The Walking Dead (Telltale Games), will heißen: Wenn man mal daneben langt, heißt es nicht automatisch "Game Over", anstelle dessen wird die Cut-Scene einfach "umgeschrieben". Zu oft solltet Ihr natürlich dennoch nicht daneben langen!

Wir sind gespannt, ob Ready at Dawn bei The Order 1886 tatsächlich die richtige Balance zwischen Spiel und Film trifft. Immerhin ist es für das kalifornische Entwicklerteam der erste "große" Titel nach den PSP-Fassungen der God of War Serie (Chains of Olympus & Ghost of Sparta).

The Order 1886 soll im dritten Quartal 2014 exklusiv für PlayStation 4 erscheinen. Hier der neueste Trailer: