Titanfall Preview

Respawn greift zur Ego-Shooter Krone

Titanfall Preview: Respawn greift zur Ego-Shooter Krone Titanfall Preview: Respawn greift zur Ego-Shooter Krone
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Titanfall Preview Respawn greift zur Ego-Shooter Krone 3 Fotos

Titanfall schickt sich an zu einem der größten Ego-Shooter-Hits des Jahres zu werden. Wir stellen das Spiel ausführlich vor! 

Die Geschichte hinter dem Entwicklerstudio Respawn Entertainment wurde schon oft durchgekaut, ist aber immer wieder interessant zu lesen: Jason West und Vince Zampella saßen ursprünglich hinter dem Steuer von Infinity Ward und brachten das Ego-Shooter Genre mit Call of Duty: Modern Warfare 1 und 2 zur Spitze der Charts... und weit darüber hinaus. 

Natürlich war Call of Duty schon vor Modern Warfare eine durchaus beliebte Serie, auch unter Online-Zockern, aber mit Modern Warfare gelang 2007 auf PlayStation 3 und Xbox 360 der Durchbruch zur breiten Masse. Online-Shooter waren jetzt ein „Ding“, angesagt, beliebt und gleichzeitig (natürlich) im Fadenkreuz hiesiger USK- und selbsternannter Jugendschützer. Die Flughafenszene aus Call of Duty: Modern Warfare 2 wirbelte so viel PR-Staub auf, dass die Kassen erneut klingelten und die Entwickler von Infinity Ward Sekt aus Kanonenläufen schlürfen durften, während Publisher Activision das verdiente Geld für extrem kostspielige Promi-Parties laut lachend aus den Fenstern schmiss. 

Ego-Shooter in der Sackgasse?

Wir schreiben das Jahr 2014 und der Glanz der Call of Duty hat ein paar Kratzer im Lack abbekommen. Kein Wunder: Seit 2005 erschien die Serie im jährlichen Rhythmus, die Müdigkeit seitens der Fans ist also nicht zwingend auf qualitative, als vielmehr quantitative Gründe zurückzuführen. Doch wenn wir ehrlich sind: Auch qualitativ konnten sowohl Call of Duty: Modern Warfare 3, als auch die neueste Inkarnation Call of Duty: Ghosts dem hohen Serienanspruch nicht mehr so gerecht werden, wie es sich viele Fans gewünscht hätten.

Natürlich taugt Call of Duty: Ghosts noch immer hervorragend zum schnellen Action-Happen für zwischendurch, aber Kritikpunkte wie das nicht ausbalancierte Spawn-System, ein PC-Port zum Weglaufen, verwaschene Texturen und eine erneut von Explosionen nur so zugepflasterte Geisterbahnfahrt im Einzelspielermodus müssen sich 2014 den unglaublich hohen Standards des Genres geschlagen geben. Immerhin will Activision in Zukunft stolze 3 Studios mit der Serie betreuen, was auf kreative Neuigkeiten hoffen lässt. 

Jason West und Vince Zampella haben dem Franchise nach dem berühmt-berüchtigen Rechtsstreit mit Activision jedenfalls den Rücken gekehrt und machen jetzt ihr eigenes „Ding“ im neu gegründeten Studio Respawn Entertainment. Und dieses „Ding“ ist mehrere Meter hoch, wiegt mehrere 100 Kilo und kann im Notfall nuklear explodieren.

Titanfall hypt nuklear! 

Titanfall ist aktuell in aller Munde, der Hype um das Spiel rotiert durch sämtliche Foren und Medien. Einerseits wird die Berichterstattung natürlich von Jason West und Vince Zampella als Schlüsselfiguren des Call of Duty Franchise angeführt, andererseits scheint es einfach an die Zeit gekommen zu sein, dass sich etwas ändert, im Ego-Shooter-Genre, im Verständnis von Ego-Shootern in der breiten Masse. Titanfall kommt immerhin mit einem neuen, noch recht unverbrauchten Setting um die Ecke, eine Eigenschaft die man der Call of Duty Serie zuletzt nicht mehr wirklich zusprechen konnte – Hunde, Aliens und Zombies zu trotz, innerhalb der Spielmechanik tritt die Serie auf der Stelle.

Und eben hier bietet Titanfall dann auch mehr, als „nur“ ein neues Sci-Fi Setting. Es geht nichtmal darum, dass man gigantische Roboter steuern kann, oder per „Wallrun“ an Wänden entlang spurtet wie Mirror's Edge Darling Faith in ihren besten Zeiten. Es ist schlicht die perfekte Verzahnung dieser neuen Mechaniken ineinander, die einen vor dem Bildschirm die Hände freudig zusammenschlagen und die glorreiche Rückkehr der Ego-Shooter feiern lässt. Verdammte Hacke, es war Zeit für frischen Wind und Titanfall rauscht Euch als Wirbelsturm ins Gesicht.

Das bietet Euch die Beta

Die aktuell laufende Beta zu Titanfall ist übrigens frei und kostenlos erhältlich für Xbox One auf Xbox Live. PC-Spieler, die sich bereits über Origin für die Beta angemeldet hatten, kommen ebenfalls rein – Nachzügler müssen leider draußen bleiben.

Enthalten sind zwei Karten und ein Titanmodell (Atlas), sowie fünf freischaltbare Waffen für Euren Soldaten. Viele Anpassungen und Menü-Punkte dürften für Call of Duty Spieler sofort in Fleisch und Blut übergehen: Challenges spendieren Erfahrungspunkte für verschiedene, während des Spiels erreichte Ziele wie „Rufe 10 mal einen Titan“ oder „Reite ein Titan Rodeo!“.

Verschiedene Loadouts lassen Euch frei zwischen Primär- und Sekundärwaffe wählen, darüber hinaus krallt Ihr Euch eine Anti-Titanen Waffe für besonders fiesen Schaden an den dick gepanzerten Riesenrobotern. Letztere lassen sich übrigens ebenfalls mit verschiedenen Loadouts ausrüsten. Taktische Fertigkeiten dagegen sorgen für weiter Boni auf dem Spielfeld: Per „Cloak“ werdet Ihr für kurze Zeit unsichtbar, „Stim“ sorgt für Bewegungsgeschwindigkeit und erhöhte Lebensregeneration.

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Granaten erklären sich meist von selbst, in der Beta sind ohnehin nur „normale“ Frag- und „Anti Titan“ Arc-Granaten enthalten. In den Tier 1 und Tier 2 Kits wählt Ihr weitere Boni, zuletzt setzt Ihr noch das Geschlecht Eures Soldaten fest, fertig ist der persönliche Avatar.

Burn Cards sind brandneu dabei und geben dem Ganzen nochmal einen speziellen Touch: Streng genommen gewähren Euch die anfangs auf ein oder zwei limitierten Karten temporäre Buffs, die solange für Euch im Spiel bleiben, wie Ihr selbst am Leben bleibt. Nach einem Tod verschwinden die Buffs also. Mit diesen Burn Cards könnt Ihr übrigens auch Eure Waffen erheblich aufmotzen – so wird einer normalen Knarre ein brutale „Amped“ Version mit erheblich verbesserten Werten. Boom!

Das Spiel selbst wird Euch in einem ausführlichen und prima dargestellten Tutorial erklärt, danach geht’s gleich ab auf die Schlachtfelder. Positiv: Titanfall bietet keinen unnötigen Einzelspielermodus, sondern konzentriert sich voll und ganz auf den Mehrspielermodus – ein Kritikpunkt, der zuletzt vor allem bei Battlefield 4 und zu großen Teilen auch bei Call of Duty: Ghosts genannt wurde. Zwei Spiele, in denen die aufwändige Arbeit an den Kampagnen besser in einer Aufarbeitung der vielen Probleme der Mehrspielerkomponente aufgehoben gewesen wären – wir erinnern uns mit Schrecken an die anfänglichen Probleme von Battlefield 4.

Vielleicht fühlt sich Titanfall auch deswegen von Beginn der ersten Runde geschliffen wie ein Diamant an – diesbezüglich ist der Begriff „Beta“ hier auch mehr als PR-Wort zu verstehen, welches sich problemlos mit „Demo“ übersetzen ließe.

Auf den zwei enthaltenen Schlachtfeldern namens Fracture (große, grüne Flächen, einige Gebäude, Berge und Kanäle) und Angel City (enge Stadtkulisse, viele verschachtelte Gebäude, vertikales Gameplay) könnt Ihr Euch als Soldat der IMC (Interstellar Manufacturing Corporation) oder der Militia austoben. In Sachen Spielmodi stehen in der Beta ein klassisches Team-Deathmatch (hört hier auf den Namen Attrition), sowie Domination (alias Hardpoint) und Last Titan Standing (erklärt sich von selbst) zur Verfügung, gespielt wird IMMER mit maximal 12 Spielern, also 6 vs. 6. Erste Gerüchte bezüglich weiterer Modi und Karten hatten wir hinter diesem Link zusammengefasst.

Unser erstes Fazit nach dem ausführlichen Anspielen der Beta

Titanfall bringt alle Inhalte mit, um sich auf den Thron der Ego-Shooter zu setzen und dort für längere Zeit zu verweilen. Da müssen sich sogar die altgedienten Genre-Hasen Battlefield 4 und Call of Duty: Ghosts warm anziehen!  

Dank der frischen Spielmechanik und des etwas anderen Settings tritt Titanfall auf der anderen Seite gar nicht in direkte Konkurrenz mit den genannten Titeln – was wiederum ein weiterer Pluspunkt auf der langen Liste ist. Denn nur so kann sich Titanfall auf längere Sicht seine eigene Nische schaffen und gleichzeitig dafür stehen, dass Ego-Shooter eben nicht „nur“ auf der einen, oder anderen Schiene fahren können.

Bei einem Erfolg wäre dies nicht nur positiv für die Spieler, sondern auch ein deutliches Zeichen an die Publisher in Zukunft „mehr“ zu wagen, als immer nur eine Serie zu melken, oder zwangsweise am Einzelspielermodus hängenzubleiben. Zuletzt hätte der Erfolg noch eine ganz andere Nebenerscheinung: Die Xbox One würde deutlich nach vorne gepushed werden, was der Konsole hierzulande mit ihrem eher schlechten Stand gegen die PlayStation 4 nur helfen kann. Zur Erinnerung: Titanfall erscheint exklusiv für die Microsoft Konsolen und PC. 

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Minuspunkte? Da müssen wir echt länger drüber grübeln. Aktuell behindern einige zu große Waffenmodelle die freie Sicht auf's Spielfeld, während das Trefferfeedback durch Geräusche und Sounds meist etwas mehr "Wumms" vertragen könnte. Die Bots auf dem Spielfeld (ja, neben den 12 Spielern mischen auch jede Menge Bots mit!) könnten ein wenig cleverer agieren. Aber ganz im Ernst: Das sind nur kleine Mäkel im ansonsten hochpolierten Chassis des Titanen. Well played, Respawn, well played!

Wir sind jedenfalls tierisch gespannt, wie sich Titanfall entwickelt, ob es gar für einen eSport-Titel reicht und wie die Hersteller in Zukunft mit dem Genre umgehen werden.

Titanfall ist ab dem 13. März erhältlich für Xbox One und PC, die Xbox 360 Version verschiebt sich auf Ende März. Die offizielle Webside findet Ihr hinter diesem Link. Vorbestellen könnt Ihr den Titel hinter diesem Link auf Amazon.de!