VideoGameDad bloggoliert

Baby Blues

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Immer wieder Montags: Der VideoGameDad versucht verzweifelt zwischen Vater-Tochter-Zeit, Zock-Zeit und Arbeitszeit umzuschalten. Was für ein Chaos!

Sämtliche Blogs von Christian, der versucht zwischen Freundin, Tochter und Videospielen die Warp Zone zu erreichen, findet Ihr hinter diesem Link in unserer Blog-Rubrik.

Press Start to Pause. Keine Angst, Ihr müsst nicht auf eure Dosis "VideoGameDad" verzichten. Mich beschleicht eher das Gefühl, als hätte ich aus der letzten Woche mehr machen können, als mir tatsächlich gelungen ist. In vielen Bereichen fühlten sich die Tage an, als hätte jemand gegen meinen Willen die Start-Taste gedrückt und den VideoGameDad pausiert.

Natürlich darf es im Alltag auch mal eine Durststrecke geben, selbst als Familienvater. Aber direkt in mehreren Lebensbereichen? Über eine ganze Woche verteilt?

3279_ffd2ed2e47595c38be36c58e2d65c57c_800x600r (image/jpeg) In meinem Familienleben äußerte sich die Spielpause in Form von zu wenig DDT (“Daddy-Daughter-Time”). Denn gesehen hat mich meine Tochter unter der Woche vielleicht insgesamt kurze 5 Stunden. Die frühe Schlafenszeit von 20:00 Uhr führt im Zusammenhang mit meinen Arbeitszeiten leider nur zu einem kleinen, gemeinsamen Zeitfenster.

An solchen Tagen wächst meine Angst, dass Viola mich irgendwann mit dem Postboten verwechselt, ins Unermessliche. Denn dieser steht dank Amazon & Co fast genau so oft vor unserer Wohnungstür, wie ich.

Immerhin werde ich stets mit einem breiten Grinsen und ungezügeltem Glücks-Gestrampel begrüßt, sobald ich die Wohnung betrete. Zwar wird aktuell jede Person, die lächelnd und mit möglichst schrillen Tönen auf unser Baby zugeht, mit dieser Form der Begrüßung belohnt… aber ich denke, dass es sich dabei um eine reine Höflichkeitsgeste unserer wohlerzogenen Lady handelt und nur in meinem Fall das Herz aus ihr spricht.

Die gemeinsame Zeit, die wir die letzten Abende zusammen hatten, reichten meist für eine kurze musikalische Jam-Session, bestehend aus einem Duett aus Glöckchen und Bluesharp. Wobei es klanglich bestimmt keinen Abbruch getan hätte, wenn Glöckchen und Mundharmonika zwischen Viola und mir getauscht würden. Kurz: Fast so gut wie die Soggy Bottom Boys!

Weiter ging es mit dem allabendlichen Test, wieviel Gemüse eigentlich auf unseren Wohnzimmerboden passt und ob die 3 Euro Bio-Gurke genauso gut fliegt, wie die 2 Euro Bio-Tomate. Für unser Kind und für den Fußboden natürlich nur das Beste…War dann irgendwann der Teller leer und der Boden voll, wurde es auch schon Zeit für die letzte Windel vor dem Zubettgehen. Also kurzerhand mit dem Hochdruckreiniger über das Baby und durch das Wohnzimmer gefahren und ab an den Wickeltisch.

Durch die neu erlernte Fähigkeit zur eigenen Kontrolle der Körperrotation, zeichnen sich beim Wickeln für mich erste Stressituationen ab. Konnte ich mir kurz nach der Geburt noch alle Zeit der Welt beim Wickeln lassen (denn ein Neugeborenes leistet außer mit lautem Geschrei kaum Gegenwehr), so brauche ich jetzt eine volle Fokusleiste und den maximal Ausbau meiner Bullet-Time-Fähigkeit um bei den ruckartigen Baby-Bewegungen meiner Tochter entsprechend schnell reagieren zu können. Andernfalls würde sich der kleine Ninja mit zwei Drehungen auch schon im freien Fall Richtung Boden befinden.

Ich will nicht drüber nachdenken, wie anstrengend die Prozedur erst wird, wenn Viola in wenigen Monaten die komplette Kontrolle über ihre Gliedmaßen beherrscht und noch stärker in die “Wickeloffensive” gehen kann.

Nachdem ich trotz schwitziger Hände und einem Puls von 180 BPM den neuen Pups-Schalldämpfer in Form einer Windel erfolgreich im Lendenbereich befestigen konnte, wandert die junge Dame zu meinem Bedauern auch schon ins Bett. Theoretisch wartet ab diesem Moment für den VideoGameDad ein unbesetzter Fernseher und eine vernachlässigte Xbox One im Wohnzimmer.

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Zockerfutter ist genug im Haus

Aber wie eingangs erwähnt, wollte der Zocker-Funke in der letzten Woche einfach kein Pixel-Feuer in mir entfachen. Dabei liegen genug ungespielte Silberlinge bei mir im Regal, so dass ich mich nicht einmal über Software-Mangel beschweren dürfte. Weder “Retro-Perlen” wie Metro 2033 oder Borderlands für Xbox 360, oder meine wenigen Xbox ONE Games wie Tomb Raider und Asassins Creed 4 konnten mich an die Daddelkiste locken.

Aber wer kann es mir verübeln?! Die sogenannten “Retro-Perlen” haben ihre Glanzzeiten hinter sich und sind im Fall von Metro 2033 und Borderland meiner Meinung nach nicht gut gealtert. Die Spielmechanik wirkt zur heutigen Zeit absolut hölzern und ich bilde mir ein, dass es sinnvoller wäre, mir eine Zusammenfassung der (Spiele-)Handlung im Netz durchzulesen, statt mich durch den alten Softwarecode zu kämpfen. Im Fall von Metro gab es das Buch schon vorher, ich weiß… aber bis ich ein Buch lese, ist die Kernfusion alltagstauglich.

Beim “Tomb Raider Reboot-Next-Gen-Remake-Deluxe-Edition” für Xbox ONE habe ich mir tatsächlich eingebildet, die aufgebohrte Grafik und die (wenigen) neuen Inhalte im Vergleich zur bereits durchgespielten Xbox 360 Version würden es tatsächlich schaffen, mich für einen erneuten Durchgang begeistern zu können. Leider Fehlanzeige! Das Durchzocken in 2013 trug Schuld daran, dass schon nach den ersten 30 Minuten der komplette Spielablauf vor meinem geistigen Auge ablief und dadurch das Gefühl eintrat, ich verschwende gerade auf dekadente Art und Weise einen Teil meiner kostbaren Lebenszeit.

Den Luxus ein mit mehr als 5 Stunden Spielzeit “umfangreiches” Game (wie beispielsweise Tomb Raider) ein weiteres mal durchzuspielen, habe ich mir schon seit Jahren nicht mehr geleistet. Seitdem ich nebenberuflich Familienvater bin, ist daran nicht einmal mehr ansatzweise zu denken.

Meine Probleme mit Assassins Creed 4 hatte ich bereits in einem meiner letzten Blogeinträge kurz erwähnt. Seitdem Ubisoft die Teile im Jahresrythmus auf den Markt wirft, ist die Emotion für mich einfach raus. Es mag ja sein, dass die Games für viele Zocker wirklich gute Spiele-Erfahrungen bieten, aber ich persönlich bin einfach gesättigt vom repetitiven Gameplay.

Ignoriere ich meinen inneren Zockermuffel und schmeiße AC4 dann doch in die Box, habe ich bisher mehr Zeit mit den Seefahrten und den dazugehörigen Schlachten (dem einzig neuen Spielelement in der Serie) verbracht, als mit dem eigentlichen Hauptspiel.

Ein Lichtblick ist das neu angekündigte Assassins Creed für Ende des Jahres. Obwohl der neue Ableger aufgrund des verlässlichen Veröffentlichungsrythmus keine Überraschung darstellt, hat der erste Teaser-Trailer schon jetzt, nicht zuletzt aufgrund des schönen Szenarios zur Renaissance in Paris, mehr Atmosphäre und Charme als die letzten beiden Teile zusammen. Es scheint so, als hätte Ubisoft für diesen Aufguss endlich einen neuen Teebeutel verwendet.

Eine kleine Oase am Ende der aktuellen Zockerwüste gibt es für mich trotzdem! Am 24.04. erscheint Trials Fusion (Discversion, Games on Demand am 16.04.) für alle aktuellen Plattformen und... "Fuck Yeah!", was bin ich heiß auf das Spiel!

Die vorherigen Teile kosteten mich Wochen meines Lebens und sinngemäß mindestens zwei defekte Controller, die ich vor Wut auf den Boden schmeißen musste. Die vielen Frust-Momente in Verbindung mit dem abnormal hohen Motivationsfaktor sind eine derart heimtückische Mischung, dass eigentlich eine Sammelklage aller geschädigten Gamer gegen den Entwickler RedLynx aufgrund weißer Folter eingereicht werden sollte.

Aber die Anklagepunkte wären verschwindend gering. Bei jedem noch so kleinen Fahrfehler kann der Spieler niemand anderem die Schuld in die Schuhe schieben, als sich selbst und seinen unzureichenden Videogame-Skills. Ich hämmere schon beim ersten Anzeichen eines Fehlers auf die “Backtaste” am Controller und werde binnen eines Augenblinzelns sofort zurück an den Start der Strecke gesetzt, um diese erneut abfahren zu können. Eigentlich ist diese Aktion jedesmal wie ein Schlag ins Gesicht, fühlt sich aber gleichzeitig unglaublich befreiend an: Die alten Fehler erscheinen plötzlich wie “weggeblasen”.

Das kann nur Trials. Unglaublich! (Link zum aktuellen Preview auf spielehelden.net!)

Ich kann es kaum erwarten, mich wieder selbst zu geißeln und die abendliche Stunden zukünftig damit zu verbringen, die Highscores meiner Xbox Live Freunde um Millisekunden zu unterbieten. Wer glaubt es mit mir aufnehmen zu können (hö-hö, große Worte) , sollte es sich nicht nehmen lassen mich auf Xbox Live zu adden: “Vide0GameDad”.

Meine Freundin hat nach ihrer Erfahrung mit mir und dem Zocken der vorherigen Trials-Games vorsorglich schon einen fünfteiligen Yoga Kurs gekauft, damit ich meinen inneres Chakra finde und nicht wie üblich nach verpatzen Streckenzeiten schreiend wie ein Gorilla durch die Wohnung renne und den Kühlschrank umschmeiße. Ich vermute besser wären ein Knebel oder ein schalldichter Raum.

Da ich aber selten eine Gelegenheit auslasse meiner Freundin auf ihren sexy Hintern zu starren, und sie den Yoga@HomeKurs selbstverständlich selber mitmachen möchte, werde ich aus tiefster Liebe zu meiner Freundin (und um des Hausfriedens Willen) versuchen mein Chakra durch die Kläranlage der indischen Psychologie laufen zu lassen… wenigstens einmal.

Der Familie kann es schließlich nicht schaden wenn ich ausgeglichen bin. Ob meine Zeiten bei Trials: Fusion dadurch besser werden, sehen wir leider erst am 24.04. 

Gruß,
VideoGameDad

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