Videogamedad bloggoliert

"Tausche Zeit gegen Zeit"

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Videogamedad bloggoliert "Tausche Zeit gegen Zeit" 4 Fotos

So spannend wie die Oscarverleihung immer wieder für Leonardo DiCaprio ist, so spannend war die letzte Woche für den VideoGameDad. Nicht nur, dass ich miterleben musste, wie meine Tochter fast erstickt wäre und meine Freundin grinsend dabei zugesehen hat... NEIN! VideoGameDad ist nun zusätzlich in der Pflicht seine Rechtschreibfehler doppelt korrigieren zu lassen, denn durch eine neue Kooperation erweitert sich der Leserkreis an elitären Videogamer/innen dramatisch.

Dies ist der erste Beitrag vom "VideoGameDad" der neben einer Veröffentlichung auf meinem Blog zusätzlich hier pupliziert wird. Vorgestellt hatte ich mich ja bereits im Interview mit Daniel. Wem das tatsächlich noch nicht reicht und wer noch mehr über meine Person und Beweggründe erfahren möchte, der schaut mal hinter diesem "Über VideoGameDad” Link vorbei: Die Seite mit bisher unveröffentlichten Fotos meiner Kindheit gehört zum Pflichtprogamm eines jeden Besuchers ;-)

Geht der Erfolg von VideoGameDad weiterhin so steil nach oben wie seit Bestehen des Blogs in den letzten fünf Monaten, erreicht VideoGameDad in einem Jahr vermutlich den “X” oder “Y” Promi-Status und hätte somit ein Anrecht auf die Teilnahme am Dschungelcamp.

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Na! Wer findet den Fehler? RICHTIG! Die Brille ist nicht echt!

Meine Tochter ist nun mit fast 5 Monaten erneut in einer Phase, wo sich der biologische Prozessor neu taktet und ihre bisherige Schlafgewohnheiten komplett über den Haufen geschmissen werden. In den ersten Monaten schlief sie erstaunlich gut “fast” durch und ging gegen 22:00 oder sogar 23:00 Uhr ins Bett. Natürlich wurde entsprechend lange am nächsten Morgen ausgeschlafen.

Zwischendurch, während einer ihrer Entwicklungsschübe von denen alle Babys mehrere durchlaufen, wurde die innere Uhr plötzlich auf 21:30 Uhr schlafen gehen, vier bis zehnmal in der Nacht wach werden und um 09:00 Uhr Morgens komplett aufstehen eingestellt. Obwohl die Augen von Viola früher zufielen als noch die Tage davor, konnte ich selbst unter der Woche nach der Arbeit noch ein paar Stunden mit einer munteren und aufnahmefähigen Tochter verbringen.

 Seit dem Reboot des Prozessors in der vergangenen Woche, wird das kleine Monster aber schon gegen 20:00 Uhr quengelig und lässt sich nur unter Protest und heftigen Muskelbewegungen, die von Tag zu Tag mit steigender Kraft immer herausfordernder werden, bettfertig machen. Wo früher die “Zu-Bett-geh-Prozedur” mit Babymassage inkl. Vorsummen der Titelmusik von “Back to the Future” Zen-mäßig entspannend wirkte und alleine meiner Tochter und mir gehörte, artet das Ganze aktuell in purem Stress aus.

Es zerreißt jedes Mal mein Herz, wenn die biologische Sicherheitskopie bitterlich weinend und total übermüdet vor mir auf der Wickelkommode liegt. Wenige Minuten später wird sich hektisch am Datenspeicher mit neuen Milchbits versorgt, Sekunden danach in den Standbymodus gewechselt und die Erlebnisse vom Tag mit verträumten Geräuschen in die Cloud gesichert.

 Ich stehe dann neben dem Bett, und frage mich ob auch ich in diesem Backup vorkomme, und ob meine Tochter überhaupt weiß wer ich bin, da sie mich nur eineinhalb Stunde an solchen Tagen zu Gesicht bekommen hat.

Die wenigen Momente, in denen man seiner übermäßig dekadenten Freizeit vor dem "Vatersein" nachtrauert, wirken plötzlich wie ein Verrat an seiner Familie. Die nun unfreiwillig gewonnene Freizeit, dadurch dass meine Tochter schon um 19:30 / 20:00 Uhr in den Schlaf fällt, kommt mir absolut unverdient vor. Gäbe es einen Wechselautomaten für Zeiteinheiten, würde ich in solchen Momenten meine Freizeit im Verhältnis Zwei zu Eins gegen weitere Stunden mit meiner Familie und besonders meiner Tochter eintauschen.

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Mangelnde Zeit? Ein bekanntes Problem an diesen Maschinen!

 Aber es hilft nichts lethargisch zu werden. Die Freizeit ist nun mal vorhanden und das Leben ist zu schön diese ungenutzt verstreichen zu lassen. Während meine Freundin, die den ganzen Tag die Kleine bespaßt hat, sich endlich wieder an das Lesen von Büchern begeben kann, schmeiß ich die Daddelkiste an, setze meine geliebten 5.1 Kopfhörer auf und begebe mich in digitale Welten aktueller Spielesoftware.

 In der letzten Woche rotierte ausschließlich South Park – Stab der Wahrheit in meiner Xbox 360. Direkt vorweg, es handelt sich dabei um eine legal erworbene Kopie. Entgegen des Wunsches von Ubisoft habe ich mein kurzfristig indiziertes Exemplar NICHT wieder an den Publisher zurück geschickt. Sorry Ubisoft, aber das Spiel ist dermaßen geil, ein Zurücksenden hätte sich für einen Zocker wie eine selbst durchgeführte Kastration angefühlt.

Anders als in meinen sonstigen Blogeinträgen möchte ich nicht weiter groß auf das fantastische Spiel eingehen. Beim Verfassen dieses Blogeintrags habe ich derart viel Text zu dem Spiel auf digitales Papier gebracht, dass ich mich aus Übersichtsgründen dazu entschlossen habe meine Erfahrung als eigenständigen Testbericht zu veröffentlichen. Die neue Rubrik “ReviewDad” wird von mir zukünftig nur sporadisch mit Inhalt gefüllt. Denn neben meiner Familie, dem Zocken und anderen Verpflichtungen noch Zeit für ausführliche Testberichte zu finden ist alles andere als planbar. Außerdem kommt es selten vor, dass mich ein Spiel zu derartiger Tastaturakrobatik verleitet. 

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South Park als Game? Kann das funktionierten? Der Videogamedad meint: JA!

 Die wenigen Familienstunden unter der Woche haben meine Freundin und ich dafür nutzen können unsere Tochter dabei zu beobachten, wie sie die ersten freiwillige Versuche wagt sich “richtiges” Essen in die Futterluke zu schieben. Schon in den vergangen Wochen wurde Viola beim Essen mit an den Tisch geholt indem einer von uns sie stützend auf den Schoß gesetzt hatte. Selbstständig sitzen kann der kleine Sandsack trotz seiner 7,5 Kilo noch nicht.

Dabei hat Viola immer mehr Interesse an unserem Essen gezeigt und wollte immer wieder danach greifen. Da aber alles was das Baby in die Finger bekommt umgehend zum Mund wandert, und Hähnchencurry nicht unbedingt zu den geeigneten Speisen eines Kindes in dem Alter gehört, mussten Simone und ich immer wieder den sich aufbäumenden Körper zurück ziehen. Das führte zu Frust bei der Kleinen und zu einer ungemütlichen Atmosphäre am abendlichen Esstisch.

Im Vorfeld hatten wir beide uns darauf geeinigt, die ersten Essversuche nach dem “Baby led weaning” Prinzip auszuprobieren. Sinngemäß ist das zu übersetzen mit “Vom Baby gesteuerte Entwöhnung”. Statt fertigen Brei oder pürriertes Gemüse gibt es alles für den Babymagen verdaubare in seiner (eventuell gekochten) Ursprungsform. Viola soll also selbst entdecken wie man eine gekochte Karotte oder Kartoffel essen kann und sich so nach und nach an Beikost neben der Muttermilch gewöhnen.

 Wir gaben ihr in der vergangenen Woche erstmalig eine Orange zum Probieren die, wie auf dem absolut unbearbeiteten Foto zu sehen ist, für reichlich neue Erfahrung sorgte und die Geschmacksnerven ordentlich durchzuschütteln schien. Am Abend gab es Tomate und vor kurzem haben wir es mit Nudeln versucht, die aber nicht als Essen anerkannt wurden. Obwohl an allem eigentlich nur rumgelutscht wird, ist es unheimlich spaßig mit anzusehen wie der kleine Mensch neue Geschmäcker zum ersten mal erlebt oder die Konsistenz einer Tomate, von der mehrere Stücke mit dem Gaumen abgerieben werden konnten, im Mund ertastet wird.

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Na! Wer findet den Fehler? RICHTIG! Die Orange ist nicht echt!

Für euch liest sich das Ganze allerdings leichter als es für mich tatsächlich ist. Meine Freundin ist bei der Fütterungszeremonie die Ruhe in Person, während ich jedes mal kurz vor einem Herzinfarkt stehe, wenn das Stück Orange zur Hälfte im Mund meiner Tochter verschwindet oder sie ihre Babystirn runzelt, weil sich unerwartet ein Stück Tomate abgelöst hat und nun die Speiseröhre runterwandert. Wäre ich nicht mit eindringlichen Worten von meiner Freundin an den Stuhl gefesselt, würde ich vermutlich sofort aufspringen, das Baby an den Füßen packen und unter Verwendung der Schwerkraft versuchen die wenigen Millimeter Tomatenfetzen aus ihr rauszuklopfen und sie somit vor dem sicheren Erstickungstot zu bewahren.

Wer alle Halo-Teile auf legendär durchgespielt hat oder aktuell an Dark Souls 2 sitzt und der Meinung ist, noch nie einem solchen Stress ausgesetzt gewesen zu sein, der sollte beim eigenen Nachwuchs das “Baby led weaning” Prinzip ausprobieren. Da merkt man(n) das man lebt.

Gruß,
VideoGameDad