Wildstar | Neuer Stern am MMO-Himmel

Willkommen auf Nexus!

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Wildstar | Neuer Stern am MMO-Himmel Willkommen auf Nexus! 16 Fotos

Macht Euch bereit für einen epischen Ausflug nach Nexus, einen wilden, ungezähmten Planeten in Mitten des Weltalls. Eigentlich sollte Wildstar bereits Ende 2013 erscheinen, wurde aber nochmal deutlich nach hinten verschoben. Dennoch lässt sich dank aktueller Trailer und ersten Berichten aus der Beta sagen: Wildstar ist auf einem sehr guten Weg zum Kampf um die MMORPG-Krone 2014. 

Entwickelt wird Wildstar von den Carbine Studios unter der Flagge von NCSoft, wobei zahlreiche Entwickler zuvor bei Blizzard gearbeitet haben und sich dementsprechend hervorragend mit der Materie auskennen. Weitere Titel aus dem Portfolio der Entwickler sind u.a. Half Life 2, Metroid Prime, Everquest und City of Heroes.

Diese Herkunft merkt man dem Titel in vielerlei Hinsicht an: Vom schrägen Comic-Look über die derben Sprüche, von der recht klassischen Spielmechanik bis hin zur Unterteilung der Spielerschaft in zwei verschiedene Lager namens "Exiles" und dem "Dominion", viele Kleinigkeiten erkennt man sofort wieder. 

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Und dennoch, oder gerade deswegen: Wildstar ist bereits jetzt, weit vor seiner noch nicht näher terminierten Veröffentlichung, in aller Munde und kommt extrem gut an. Sogar soweit, dass es bereits jetzt als Konkurrenz zu dem ebenfalls in diesem Jahr an den Start gehenden The Elder Scrolls Online antreten kann. 

Der MMORPG-Markt befindet sich aktuell in einer seltsamen Situation: Nach jahrelanger Langeweile und einer regelrechten Angst davor, seine Titel mit einem kostenpflichtigen Abo-Modell zu versehen, finden die Entwickler 2014 scheinbar zurück zu ihrem Vertrauen in die Spielerschaft. So setzen sowohl Wildstar, als auch The Elder Scrolls Online wieder auf monetarisierte Abo-Modelle, welche Euch monatlich zur Kasse beten. Von dem Geld können dann spätere Spielinhalte finanziert werden. Ein Modell, welches bei World of Warcraft bis heute funktioniert. Und das trotz sinkender Spielerzahlen, welche aber sicher nicht nur aufgrund des Geldes vom bis zur Ermüdung gespielten Schlacht zwischen Orks und Menschen zustande kamen. 

MMORPG für alte Hasen

Doch zurück zu Wildstar, dem neuen Streiter im Ring. Wildstar bietet Euch gleich zu Beginn so viele verschiedene Inhalte, dass Genre-Anfänger erstmal schwer schlucken müssen. Und eben hier erkennt man auch schon: Wildstar richtet sich primär an alte MMORPG Hasen, an Leute, die ohne mit der Wimper zu zucken Skillshots durch die Pampa jagen, Talentbäume wie Tarzan besteigen und ihre Wohnung dank ewiger Minecraft-Studien im Nullkommanix aus abertausenden Optionen zusammenschustern können.

Richtig gelesen: Als eines von wenigen MMORPGs bietet Euch Wildstar von Beginn an die Möglichkeit Euer eigenes Heim zusammenzuschustern. "Housing" war auch mal für World of Warcraft angekündigt, hat sich seitdem aber mehr zum Running Gag, als zur festen Spielintegration entwickelt. Andere populäre MMORPGs ließen das Feature gleich von Beginn an weg. 

Diese Charaktere könnt Ihr spielen!

Auch die Charakterriege von Wildstar ist erfreulich abwechslungsreich: Auf Seiten der "Exiles" finden sich neben den verbannten Menschen zum Beispiel die Granok, ein Volk hartgesottener, kampferprobter und extrem auffälliger Söldner, die keinen Stein auf dem anderen lassen und gerne mal ein Bierchen trinken. Die Aurin hingegen sind die Baumkuschler unter den Rassen und kommen mit zwei langen Hasenohren daher, was sie im Gefecht aber nicht minder widerstandsfähig macht. Letzter im Bunde der "Exiles": die Mordesh sind Weltraumzombies, mit Drähten und Technik zusammengehaltene Lebewesen, die nicht viel Freude am Leben haben und ihre Gegner eben dies auch spüren lassen. 

Das stolze "Dominion" hingegen birgt eine Heimat für die stilvollen und nur minimal arroganten Cassianer, die primitiven Tierwesen Drakaner, die wilden und absolut ausgeflippten Chua (eine Mischung aus Gremlin und Hamster), sowie die Mechari, hochgezüchtete Todesroboter ohne jeden Sinn von Humor. 

Wo wir gerade bei Humor sind, DER wird in Wildstar ganz groß geschrieben! Sowohl die zalhreichen Augenzwinker, Easter-Eggs und Quests innerhalb der Spielumgebung, als auch die seit längerer Zeit veröffentlichten Trailer-Videos rund um Wildstar (Link zum Youtube-Kanal) zeigen deutlich, in welche Richtung die Carbine Studios Wildstar entwickeln wollen. Sarkasmus? Hell yeah! Tatsächlich mussten wir bereits in den gezeigten Videos immer wieder breit grinsen, was wiederum sehr für das Spiel spricht und es vor eher ernsten Themen wie in The Elder Scrolls Online absetzt. 

Klassen und Pfade

Doch der Spaß am Spiel drückt sich nicht nur in dem Humor der Entwickler aus, sondern auch in der außerordentlich durchdachten Spielmechanik, dem Grundgerüst eines jeden MMORPGs. Die Talentbäume sind so gestaltet, dass jeder Spieler sich seinen komplett eigenen Spielstil zusammenfrickeln kann, die Unterscheidung von Klassen und Pfaden ist eine weitere Besonderheit.

So wählt Ihr bei Wildstar nicht nur aus Klassen wie Kriegern (classy!), den magischen Espern, Arkanschützen, Meuchlern, Sanitätern und Techpionieren, sondern wählt mit Hilfe der "Pfade" einen distinktiven Spielstil, der Euren gewählten Helden über das gesamte Spiel begleiten soll. Wichtig: Nicht jede Rasse kann jede Klasse spielen, so sind die Esper beispielsweise nur den Menschen, Aurin, Cassianern und Chua vorbehalten.

Zurück zu den Pfaden:

1.) Lust auf Attentate, Rettungsmissionen, Präventivschläge und pure, erbarmungslos-blutige Zerstörung? Dann ist der Pfad des Soldaten der richtige Weg für Euch! 

2.) Ihr klettert lieber auf hohe Wipfel, kartographiert Landschaften, sucht Schätze und überwacht den Feind? Versucht es doch mal als Kundschafter!

3.) Städtlebauer und sozial veranlagte Spieler hingegen zimmern neue Gebäude für die Siedlungen zusammen, gehen auf Bürgerwehr-Streife und arbeiten im öffentlichten Dienst. Der Siedler Pfad lässt diesen Traum wahr werden.

4.) Der letzte Pfad hört auf den Namen "Wissenschaftler" und lässt Euch Bekanntschaft mit der Flora und Fauna von Nexus schließen. Alternativ schaut Ihr Euch in den alten Ruinen der Welt nach Hinweisen auf die Kultur der sagenumwobenen Eldan um, oder schüttet Gefäß A mit Flüssigkeit B zusammen um Explosion XXL zu verursachen. Boom, baby, boom!

Auf die Plätze, fertig, Arschtritt!

Nachdem wir Charakterrasse und Klasse festgelegt haben und an unzähligen Reglern für Gesichter, Frisuren und Augenfarben herumgespielt haben, landen wir endlich in Mitten des Abenteuers. Die erste Begegnung mit Marshall Deadeye Brightland verläuft angenehm kurz, denn der Quest-Text ist auf nur wenige Worte zusammengefasst. Wer tiefer in die Geschichte eintauchen will, der darf Deadeye natürlich nochmal seperat anqatschen. Aber wer macht das schon, wenn das Abenteuer ruft!

Beide Fraktionen starten seperat voneinander, während die "Exiles" auf dem Planeten Nexus notgelandet sind und erstmal wieder zu sich finden müssen, plant das finstere Dominion an Bord eines riesigen Raumschiffs die ersten Schritte für seine Soldaten in Form von ersten Kampf-Simulationen und einem schrägen Labor-Ausflug. 

Die Steuerung Eures Helden offenbart sich darauf schnell als wohlige Mixtur aus World of Warcraft und einer Prise Guild Wars 2: Fertigkeiten werden per Hotkey aktiviert, dennoch sind die Gefechte um einiges mobiler als in World of Warcraft: Ausweichrollen, Skillshots und die Platzierung Eures Helden auf dem Kampffeld rücken in den Vordergrund. Auch automatische Attacken kann man getrost von seiner Liste streichen - jede Fertigkeit will seperat aktiviert werden, was einiges an Hirnschmalz und Reaktionsvermögen voraussetzt. Kurz: Nichts für Anfänger und Warmduscher!

Aufgelockert wird die Steuerung weiterhin durch diverse Minispiele: Hackt eine Konsole, indem Ihr zum richtigen Zeitpunkt eine Taste drückt, oder malträtiert Eure Tastatur mit Dauerklicken um aus einer gegnerischen Falle zu kommen. 

Für die bereits angesprochenen Pfade verdient Ihr Euch während Eurer Quests seperate Erfahrungspunkte: So schaltet Ihr spezielle Pfad-Fertigkeiten und Belohnungen frei und bereitet den Weg für seperate Pfad-Quests vor.

Leider erwarten Euch auch in Wildstar wieder Otto-Normal-Quests wie "Töte X Viecher" und "Sammle X und bringe X nach Y", immerhin erheblich aufgewertet durch die fantastische Atmosphäre und der steten Forderung des Sammeltriebs. Letzterer wird vor allem durch sogenannte "Datacubes" und versteckte Aufzeichnungen geweckt, welche innerhalb der Spielwelt versteckt sind und Euch mehr über den Planeten Nexus verraten. 

Und sonst so?

Wem das alles noch immer nicht zur Vollzeit-Beschäftigungstherapie ausreicht, der stürzt sich in PVP-Schlachten mit modifizierbaren Schlachtfeldern oder versenkt endlose Stunden ins Crafting: Mit einer Lasersäge geht's ab in die Wildnis zum Ressourcen-Abbau, nebenbei locken seperate Handwerks-Quests. Auch das Crafting greift auf eine neue Entwickler-Matrix zurück, ein erster Blick auf den komplexen Baukasten hat bei uns aber erstmal nur Fragezeichen hinterlassen. Hier scheint man sich in Zukunft ordentlich austoben zu können, vor allem da auch das "Housing" wesentlich auf einige der erstellten Gegenstände zurückgreift. 

Was kostet der Spaß?

Neben den Anschaffungskosten für das Spiel selbst (plus 30 Tage Spielzeit) für knapp 45 Euro, setzt Wildstar auf das Abo-Modell. Wer sich für 12 Monate verpflichtet zahlt minimal 9,99 Euro pro Monat, wer monatlich bezahlen (und kündigen) will, der kommt mit 12,99 Euro davon. In Sachen Bezahloptionen wird neben der obligatorischen Kreditkarten- und Paypal-Zahlung auch die Möglichkeit angeboten, zu einer Gametimecard zu greifen. Letztere sind in 15, 30 und 60 Tage gestaffelt. 

Die Besonderheit von Wildstar hört auf den Namen C.R.E.D.D. (Codex für Recherche, Entwikclung, Demontage und Disposition), oder kurz: die InGame-Währung, welche Ihr Euch beim Spielen verdient. Tatsächlich dürft Ihr auch mit Euren sauer verdienten CREDDs Spielzeit kaufen, was für Vielspieler natürlich eine äußerst nette Option ist. Andererseits können die CREDDs auch gegen Ingame-Gold getauscht werden, oder für bare Münze erstanden werden. Ein ähnliches System kennen Online-Spieler bereits aus Titeln wie Guild Wars 2 (Edelsteine) oder Eve Online. 

Erscheinen soll Wildstar (noch sehr vage) im zweiten Quartal 2014, der nächste große Schritt für das Spiel wird die offene Beta-Phase, zu der es leider ebenfalls noch keinen Termin gibt. Unserer Meinung gehört der Titel jedoch schon jetzt nach ganz weit vorne auf jede Wunschliste. Vormerken!

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