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Microsoft kinect sich aus

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Jetzt also doch: Ab 9. Juni bietet Microsoft die Xbox One auch ohne Kinect an und zieht dafür preislich mit der Playstation 4 gleich: Für 399 US-Dollar, also vermutlich 399 Euro in Europa, gibt es dann Microsofts Next-Gen-Konsole.

Der März war ein Tiefschlag für Microsofts neuen Xbox-Chef Phil Spencer. Mit einer großen Marketing-Kampagne wurde zusammen mit dem Publisher EA der Exklusiv-Titel Titanfall von Respawn Entertainment lanciert. Damit wollte man die Verkaufszahlen der Playstation 4 endlich überholen – und scheiterte grandios.

Sonys Konsole war in den USA selbst im März gefragter als die Xbox. Mal wieder. Nur im Dezember vergangenen Jahres konnte Microsoft auf dem US-Markt die japanische Konkurrenz abhängen, ansonsten aber läuft man hinterher. Nach Zahlen der US-Marktforscher von der NPD-Group verkaufte sich die Microsofts Next-Gen-Konsolen bis Anfang April insgesamt fünf Millionen Mal, die PS4 erreichte dagegen die Sieben-Millionen-Marke – und ist erfolgreicher, als Sony erwartet hatte. Da half auch das tatsächlich günstige Bundle der Xbox One mit Titanfall für 499 Euro nichts. Preislich ist die PS4 zumindest noch attraktiver, sieht besser aus und ist hardwaremäßig etwas besser gerüstet.

Kinect war Herzstück der Xbox

Dafür gibt es bei der Xbox das Kinect-System, das Besitzer einer Soundbar vor Probleme stellt: Vorm Fernseher ist einfach kein Platz. Von dem Unwohlsein mit einer Kamera im Wohnzimmer, die einen beobachtet, mal abgesehen. „80 Prozent der Xbox-One-User benutzen Kinect“, schreibt Phil Spencer in seinem Blog zur Vorstellung des reduzierten Preises fast schon etwas trotzig. Im Schnitt würden User jeden Monat jeweils 120 Sprachbefehle gegeben. Das „Xbox On“ zum Start der Konsole zählt er da nach eigenen Angaben allerdings mit.

Und dennoch kommt die Konsole nun ohne die Bewegungs- und Spracherkennung aus, die bei der Vorstellung vergangenes Jahr noch das Herzstück gewesen ist, die dem Anwender einen noch nie da gewesenen Komfort bieten sollte. Aber nach dem ersten Proteststurm ruderte Microsoft schon damals zurück und bot die Möglichkeit, Kinect auszuschalten. Die Käufer der preislich reduzierten Xbox scheinen nun sogar ganz darauf verzichten zu können. Man werde aber im Herbst Kinect gesondert anbieten. Für alle, die nachrüsten wollten. Prognose: Es werden nicht sehr viele sein. In vielen Spielen hält sich der Nutzen in Grenzen. Und die Multimedia-Fähigkeiten sind zumindest für Europäer nur eingeschränkt nutzbar.

Wird Playstation zur führenden Plattform?

Das Hauptproblem der Xbox One sind die im Vergleich zur Playstation 4 schwächeren Zahlen. Damit fällt es schwer, Entwickler davon zu überzeugen, doch bitte nur exklusiv für die Xbox Top-Titel auf den Markt zu bringen. Beispiel: Ein Spiel wie Destiny kann nach Angaben des Publishers Activision inklusive Vermarktung und Distribution am Ende bis zu 500 Millionen US-Dollar kosten. Es muss es sich also schon rund zehn Millionen Mal verkaufen, um in die Gewinnzone zu kommen. Das erreicht man mit der Xbox One alleine nicht. Die Playstation könnte so zur führenden Plattform bei der Entwicklung von Spielen werden. Das kann Microsoft nicht gefallen. Die Preissenkung und der Verzicht auf Kinect ist nur folgerichtig – um den Verkauf anzukurbeln.

Showdown Playstation 4 und Xbox One im Vergleich 5 Fotos