Konzert in der Mitsubishi-Electric-Halle

Zurück in die Zukunft mit dem Klangkünstler Giorgio Moroder

Konzert in der Mitsubishi-Electric-Halle: Zurück in die Zukunft mit dem Klangkünstler Giorgio Moroder Konzert in der Mitsubishi-Electric-Halle: Zurück in die Zukunft mit dem Klangkünstler Giorgio Moroder Foto: dpa / Gerald Matzka

Beim Konzert in der Mitsubishi-Electric-Halle nannte der Produzent und Komponist Düsseldorf die Stadt, in der „die elektronische Musik erfunden“ wurde.

Blondie, David Bowie, France Gall, Uschi Glas, Nina Hagen, Janet Jackson, Elton John, Freddie Mercury und Gianna Nannini – was sich wie ein künstlerisch vielfältiges Who-is-who der Popmusik aus den vergangenen 60 Jahren liest, ist tatsächlich eine Liste der Künstlerinnen und Künstler, die mit dem „Dance-Music Godfather“, wie ihn der Rolling Stone titulierte, zusammenarbeiteten. Diese Liste ließe sich verlängern und gibt einen Eindruck von der Vielseitigkeit und Schaffenskraft des Komponisten und Produzenten Giorgio Moroder.

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Als Brian Eno in den 1970er Jahren den von Moroder komponierten und von Donna Summer interpretierten Song „I feel love“ hörte, kommentierte Eno: „I heard the future – ich hab die Zukunft gehört.“ Damit bezog sich Brian Eno auf Moroders Kompositionsweise: ungezähmte, fluoreszierende Synthesizer-Sequenzen unterlegt mit puritanischen und doch eindringlichen Beats.

Seine Arbeitsweise erklärt Giorgio Moroder auch 2013 auf dem Daft-Punk-Track „Giorgio by Moroder“: „Ich kenne mich aus mit dem Synthesizer, warum sollte ich den Synthesizer nicht nutzen, ist er doch der Klang der Zukunft.“

Diese simple Formel ist der Urschlamm von House und Techno, zu dem an diesem Abend in einer nicht wirklich gefüllten Mitsubishi-Electric-Halle Menschen feiern und tanzen.

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Zunächst verhalten, mit den ersten Takten von „Bad Girls“, dann zunehmend ausladend. Moroder verwandelt diese meist atmosphärisch wenig überzeugende und sterile Mehrzweckhalle mit seiner Band in eine schwüle und enge Schmuddelbar. Reihum blickt man in glückliche und faszinierte Gesichter.

Gekommen ist nicht das gewohnte Publikum, das sonst auf den einschlägigen Konzerten, Vernissagen und Performances dieser Stadt zu sehen ist. Vielmehr sieht man viele Leute mit den unaufgeregten Gesichtern des Alltags, denen man auch an der Supermarktkasse, in der Apotheke oder an der Bushaltestelle begegnen könnte.

Als Impresario arrangiert Moroder seine Band und die Sängerinnen und Sänger bei einem schwofenden Vergnügen zwischen Kunst und Kitsch. Er ist Bandleader und Mastermind in der gutmütigen Tradition eines James Last, denn mit vergleichbarer Nonchalance gebietet Moroder durch den Abend und verkündet für alle: „Düsseldorf ist eine der schönsten Städte Deutschlands. Hier wurde die elektronische Musik erfunden.“

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Quelle: RP