18. September bis 6. Oktober

Düsseldorf Festival neu und unerhört

18. September bis 6. Oktober: Düsseldorf Festival neu und unerhört 18. September bis 6. Oktober: Düsseldorf Festival neu und unerhört Foto: Festival
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Ein amerikanischer Funk-König, ein deutscher TV-Kommissar, eine afrikanische Rock-Sängerin und ein kanadischer Zirkus – das Düsseldorf Festival ist frischer und aktueller denn je. Erste Tickets gibt es bereits jetzt.

Schnell ist der aufklappbare Flyer beidseitig übersät mit Kugelschreiber-Häkchen. Diesen Sänger will man sich anschauen, jenen Schauspieler auf keinen Fall verpassen – und diese jungen Zirkuskünstler, die muss man doch auch erleben!

Sommer, Sonne, Open-Air: Die besten Festival- und Partytipps für den Sommer Sommer, Sonne, Open-Air Die besten Festival- und Partytipps für den Sommer Zum Artikel » Ein Weg, sich vom nicht frühlingsgerechten Mai abzulenken: schon mal den September flächendeckend verplanen. Das wird in diesem Jahr leicht für die Düsseldorfer, denn die ersten zehn Programmpunkte, die die Organisatoren des Düsseldorf Festivals (früher: Altstadtherbst) schon vorab bekannt geben, decken eine beachtliche Bandbreite ab und sind dabei so neu und unerhört, dass man nicht ohne Grund in Hektik verfällt: Männer mit außergewöhnlichen Stimmen, Frauen mit visionären Ideen, tanzende Körper, die die eigene Wahrnehmung auf die Probe stellen, und Klänge, die eine neue Musik erschufen.

Dazu zählt beispielsweise die Arbeit von Amp Fiddler. Bereits 2012 sollte der US-amerikanische Künstler beim Düsseldorf Festival auftreten, wurde jedoch krank und blieb im Bett. In diesem Jahr wird Fiddler, bekannt geworden in den 70er und 80er Jahren mit der Funk-Band "Funkadelic" um George Clinton, kommen und alles mitbringen, was er hat: Jazz und Blues, Motown und Funk, Experimentelles und Club-Musik. "Vielleicht", sagt Andreas Dahms, neben Christiane Oxenfort der künstlerische Leiter des Festivals, "muss man die Detroiter Luft geatmet haben, um diesen Groove zu entwickeln." Still sitzen, das sei bei Amp Fiddler wirklich so, werde das Publikum wohl nicht lange können.

14 Stunden Live-Musik pur: Volles Programm beim Open Source Festival am 29. Juni 14 Stunden Live-Musik pur Volles Programm beim Open Source Festival am 29. Juni Zum Artikel » Sehr still hingegen, nämlich vor Spannung, werden die Zuschauer wahrscheinlich beim Auftritt von Matthias Brandt und Jens Thomas auf ihren Stühlen sitzen. Brandt, bekannt durch seine TV-Rollen (unter anderem als Münchner Kommissar im ARD-"Polizeiruf 110"), liest aus Robert Blochs Roman "Psycho", dem Alfred Hitchcock später einen Film widmete. Jens Thomas wird die szenische Lesung am Flügel nicht nur begleiten, sondern mit Hilfe der Musik ausarbeiten.

Ein Stammgast des Düsseldorf Festivals, in diesem Jahr außerdem mit einer Deutschland-Premiere vertreten, ist Richard Galliano. Der weltbekannte Akkordeonist stellt gemeinsam mit einem französischen Streichquartett Vivaldis "Vier Jahreszeiten" und den gleichnamigen Zyklus von Astor Piazzolla nebeneinander.

Eine weitere Premiere, "Rage", zeigt die Compagnie Revolution, die bekannt dafür ist, begabte Hip-Hop-Tänzer von der Straße zu holen und für große Inszenierungen auf internationalen Ballett-Bühnen zu gewinnen. Mit sechs Tänzern aus sechs Ländern entwickelt der Choreograf Anthony Égéa für "Rage" nun eine Tanzsprache, die die Sorgen, die Wut und die Interessen der Jugend zwischen Mali und Nigeria, dem Senegal und Kamerun auf die Bühne bringt.

Japan-Tag 2013 | Samstag, 25. Mai 2013 Japan-Tag 2013 | Samstag, 25. Mai 2013 Japan-Tag 2013 | Samstag, 25. Mai 2013 Japan-Tag 2013 // Sa 25.05.13 Ganze Stadt 106 Fotos Auch bei der weiteren Durchsicht des aktuellen Programms ist klar: Der Name des Festivals mag sich geändert haben (die Veranstalter setzen mit "Düsseldorf Festival" auf eine international leichtere Verbreitung), dem Konzept aber sind die Macher treu geblieben. Experimentierfreudig in den Genres, offen für neue Programme.

Und: persönlich engagiert für die Künstler, denen Christiane Oxenfort – wie im Falle der afrikanischen Sängerin Rokia Traoré, die mit "Beautiful Africa" ebenfalls eine Deutschlandpremiere zum Festival beisteuert – auch mal mehrere Jahre hinterhertelefoniert.

Rund 1,2 Millionen Euro werden die etwa 60 Auftritte kosten. Unterstützung bekommt der gemeinnützige Verein von Sponsoren wie Metro, Hempel und der Rheinische Post Mediengruppe. Auch öffentliche Gelder aus der Kunststiftung NRW, dem Familienministerium und Zuschüsse von privaten Spendern helfen den Organisatoren dabei, die Qualität stabil zu halten.

Und dem Publikum schon im Frühling Lust auf den Herbst zu machen.

Tickets

Frühbucherrabatt bis Mitte Juni

Das Festival läuft vom 18. September bis zum 6. Oktober. Zwischen 500 und 800 Künstler werden teilnehmen und zusammen 60 Veranstaltungen an 14 Orten ausrichten.

Tickets für die ersten Konzerte und Aufführungen gibt es schon jetzt unter www.duesseldorf-festival.de und Telefon 0211 82826622 (Mo.-Fr. 10 -18 Uhr). Sie kosten (ohne Ermäßigung) zwischen 17 und 40 Euro.

Frühbucherrabatt gibt es bis zum 17. Juni. Er beträgt zehn Prozent.