Proleten-Veganer in Jogginghose

Darum ist Attila Hildmann die tofugewordene Peinlichkeit

Proleten-Veganer in Jogginghose: Darum ist Attila Hildmann die tofugewordene Peinlichkeit Proleten-Veganer in Jogginghose: Darum ist Attila Hildmann die tofugewordene Peinlichkeit Foto: Instagram/attila_hildmann / dpa, tba htf mac

Veganer-Babo Attila Hildmann ist zur Zeit mal wieder in aller Munde. Wie üblich geht es dabei nicht um seine virtuose vegane Kochkunst, sondern um seine wutbürgerlichen Facebook-Aktivitäten.

Dort hatte er zuletzt einer Journalistin Hausverbot erteilt, die in einem Artikel die Mayo in seiner Frittenbude kritisiert hatte. Es folgten weitere Beleidigte-Leberwurst-Posts und schließlich eine freundliche Presse-Einladung zum Testessen mit der Ankündigung, bei weiterer Kritik dann „komplett auszurasten“. Das alles ist natürlich furchtbar peinlich, sollte uns aber nicht besonders überraschen. Denn peinlich war Attila Hildmann eigentlich schon immer.

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30 Kilo weniger dank veganer Ernährung

Früher war Attila Hildmann sehr dick, das erzählt er immer total gerne. Gehänselt wurde er sogar, wie das bei dicken Kindern eben so ist. Aber eines Tages hat Attila sich dann gedacht, dass er jetzt nicht mehr dick sein möchte und ganz ganz toll abgenommen, 30 Kilo! Und zwar ganz ohne Magenband und Pillen, sondern einfach so mit viel Sport und gesunder, veganer Ernährung. Echt klasse.

Jetzt ist Attila Hildmann nicht mehr dick, er ist sogar relativ muskulös. Das kann man bei Instagram sehen, wo er immer gerne seinen haarigen und gar nicht mehr dicken Oberkörper in die Kamera hält oder seinen beeindruckenden Bizeps. Also, früher zumindest. Heute postet er hauptsächlich Werbung für seine vegane Imbissbude, Werbung für seine vegane Remouladenkollektion, Werbung für seinen veganen Energydrink, Bilder von nackten Frauen, die seinen veganen Energydrink trinken, Bilder von sich und süßen Hunden, Bilder von sich und seinem Porsche oder einfach Bilder von Geldscheinen.

Zwischen Fernsehshows und Kükenschreddern

Denn Attila Hildmann ist jetzt nicht nur dünn, sondern auch sehr reich. Mit inzwischen neun Büchern zur veganen Küche ist er einer der erfolgreichsten Kochbuchautoren Deutschlands. Und um zu zeigen, wie schön dünn er jetzt ist, tritt er auch gerne im Fernsehen auf. Bei Let's Dance zum Beispiel oder bei Schlag den Star. Mann, ist der jetzt dünn. Und das alles nur mit veganer Ernährung! Toll.

Und wenn der Attila zwischen dem ganzen Im-Fernsehen-auftreten und Kochbücher-schreiben und Mit-Geld-wedeln noch Zeit hat, dann stänkert er einfach ein bisschen bei Facebook rum und erklärt, wieso alle Leute wirklich total scheiße sind. Also, bis auf ihn halt, er hat nämlich ganz toll abgenommen und muss außerdem immer ganz schlimm weinen wenn er Videos von geschredderten Babyküken sieht.

Scheiß auf nachhaltig, hauptsache dünn

Und zugegeben, Videos von geschredderten Babyküken sind echt ziemlich eklig. Und vor allem weisen sie zurecht darauf hin, dass in der Tierhaltung einiges schief läuft. Allerdings lösen sie bei Nicht-Veganern wohl eher trotziges Augenrollen über die blöden Ernährungsmissionare als ein Überdenken eigener Entscheidungen aus und sind zur Anpreisung des veganen Lifestyles deshalb nicht besonders gut geeignet.

Dabei hat der Veganismus jede Menge gute Argumente auf seiner Seite. So hätte eine Reduktion der Massentierhaltung in den Industrieländern nicht nur positive Auswirkungen auf das Weltklima, sondern würde auch die Welthungerproblematik entscheidend entschärfen. Aber seine Reichweite tatsächlich für rationale Argumente und die Erklärung von Zusammenhängen zu nutzen, klingt irgendwie langweilig und kompliziert und passt einfach so gar nicht zur Hildmann'schen Porsche-Polemik.

Ist Attila Hildmann also am Ende vielleicht gar kein weltverbesserischer Märtyrer und Opfer des bösen Fleischfressertums, sondern einfach nur ein erfolgsorientierter Jogginghosen-Proll, dem Nachhaltigkeit am Arsch vorbei geht, solange er bei Instagram mit Geldscheinen wedeln kann, und der es vollkommen okay findet, Journalisten zu beleidigen, seine Energyplörre mit sexistischen Anzeigen zu bewerben und Einladungen zu Presseterminen mit Pumpguns zu bebildern? Nein, das kann eigentlich nicht sein. Er hat doch schließlich so toll abgenommen!

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