Die Geschichte des eSports

Von Pong bis League of Legends

Die Geschichte des eSports: Von Pong bis League of Legends Die Geschichte des eSports: Von Pong bis League of Legends
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Die Welt des Sports ist vielfältig. Das Kapital klassischer Leichtathleten ist ihr Körper. Schachspieler vertrauen auf ihren Denkmuskel und Rennfahrer verlangen sich bei jedem Rennen sowohl mental als auch physisch alles ab. Beim sogenannten eSport - also kompetitiven Videospielen - ist alles ein wenig anders.

Aber auch diese Athleten müssen körperlich fit sein, regelmäßig trainieren und ihr Spiel mit allen Nuancen beherrschen.

Für die meisten Menschen ist es wohl ein skurriles Bild: Zwei Computerspieler sitzen vor ihren Bildschirmen auf einer Bühne und hantieren hektisch mit Maus und Tastatur. Hunderte Menschen jubeln ihnen zu und verfolgen das Spiel auf einer riesigen Leinwand. Per Live-Stream über das Internet sind noch einmal deutlich mehr Zuschauer auf der ganzen Welt hautnah dabei. Bei großen Turnieren sind es sogar weit mehr als 100.000 Menschen, die gebannt zuschauen. Ganz neu ist das nicht, denn die Ursprünge des eSports sind bereits in den 70er Jahren gelegt worden.

Der Ursprung: Pong, Spacewar! und Space-Invaders

Das Kult Spiel Pong aus dem Jahre 1972 war eines der ersten Spiele, in denen direkt gegeneinander gespielt werden konnte. Es ist logisch, dass dadurch der Wettbewerbsgedanke bei einigen Spielern geweckt wurde. Das erste Turnier wurde bereits am 19. Oktober des gleichen Jahres an der Stanford University ausgetragen. Der Preis für den Sieger: ein Jahresabonnement des Rolling Stone Magazins.

In den darauffolgenden Jahren waren es die in Spielen eingeführten Highscore-Tabellen an denen sich die Spieler orientieren und messen konnten. Die Klassiker „Spacewar!“ und das sehr populäre „Space-Invaders“ gehörten damals zu den beliebtesten Titeln ihrer Zeit. Mit der Verbreitung des Nintendo Entertainment System (NES) und später der Super Nintendo (SNES) wurden die ersten Turniere von den Herstellern selbst veranstaltet.

Durch den Ausbau von Breitbandverbindungen und die dadurch steigende Bedeutung des Internets potenzierte sich das Interesse am elektronischen Sport. In dieser Zeit wurde auch der Ausdruck „eSport“ geprägt. LAN-Partys mit bis zu 2000 Spielern in einer Halle gehörten damals zur Tagesordnung.

Ende der 90er Jahre entstanden die ersten größeren Ligen für Videospiele – auch in Deutschland in Form der ESL (Electronic Sports League). Organisierte Gruppen von Gamern formierten sich zu sogenannten „Clans“ und kämpften für den Erfolg ihres Teams. Zu den populärsten Titeln dieser Zeit gehörten unter anderem der Taktik-Shooter „Counter Strike“ und das Echtzeitstrategiespiel „StarCraft“.

Mit der Jahrtausendwende wurde im eSport gleichzeitig ein neues Zeitalter eingeläutet. Bei den ersten World Cyber Games (WCG) in Seoul nahmen 174 Spieler Teil. Das insgesamt verteilte Preisgeld belief sich auf 200.000 US-Dollar. Gespielt wurden damals „Age of Empires“, „FIFA“, „Quake“ und „StarCraft“.