Einkaufen in Düsseldorf

Individuelle Kleidung nach Maß

Einkaufen in Düsseldorf: Individuelle Kleidung nach Maß Einkaufen in Düsseldorf: Individuelle Kleidung nach Maß Foto: RP/Thomas Bußkamp
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Sandra Gronemeier (image/jpeg) Das rechte Kleid kommt mit auf die Reise nach Rom, das linke ist für eine Kundin. Den Hosenanzug, den Sandra Gronemeier trägt, hat sie auch selbst geschneidert. Seit fünf Jahren hat Sandra Gronemeier (42) ihr Atelier an der Herzogstraße, 2010 übernahm sie zusätzlich das Maßschneider-Geschäft Westhoff an der Grünstraße. Die Schneiderin ist Obermeisterin der Maßschneider-Innung in der Handwerkskammer.

Dort, aber auch in jedem einzelnen Gespräch mit dem Kunden, wirbt sie um „Wertschätzung fürs Handwerk“. Denn genau das ist es, was die Maßschneider tun: nach den Maßen der Kunden in Handarbeit ein passgenaues Kleidungsstück schneidern. Bei Gronemeier sind das vor allem Kostüme und Hosenanzüge. Sie arbeitet nur für Frauen. Ab und zu fertigt sie auch schon mal für eine Braut das Hochzeitskleid an - oder für schneidert sich selbst schnell ein Kleid.

Wenn sie demnächst zu einer Innungsveranstaltung nach Rom fliegt, kommt ein klein gemustertes Sommerkleid mit in den Koffer. „Das ging schnell - dafür habe ich nur zehn Stunden gebraucht“, sagt die Schneiderin. Ansonsten vergehen zwischen Bestellung und Lieferung zwei bis drei Wochen. Ihre Kundinnen sind zwischen 23 und 94 Jahre alt. „Die meisten kennen es aus ihrer Kindheit, dass sich Mutter oder Großmutter ihre Kleider haben schneidern lassen - also machen sie es auch so.“ Kostüme oder Anzüge sind bei ihr ab 1600 Euro zu haben.

Jürgen Ern an der Königsallee

Schon mit 25 Jahren hatte Jürgen Ern sein eigenes Geschäft. Vorher, in den 1950er Jahren, war er bereits viel herumgekommen. In Zürich, Mailand und Paris machte er Station und arbeitete in Häusern wie Dior und Lanvin. Das hat ihn geprägt. „Vieles, was ich damals gesehen und gelernt habe, setze ich auch heute noch um“, so Ern.

Jürgen Ern (image/jpeg) Jürgen Ern hat sein Atelier an der Königsallee. Ern stellt vorwiegend Herrenkleidung aber auch Businessmode für Damen her. Und auf Wunsch macht er auch schon einmal eine Jeans. In den Regalen sammeln sich Stoffballen in dunkelblau, grau und braun, aber auch ausgefallene Designs sind möglich, zum Beispiel ein Wollstoff in mittelblau mit großen Karos in beige. „Das ist konservativ, aber doch ein bisschen anders“, erläutert Ern. „Ich selbst trage gerne Farben“, sagt der Schneidermeister, „das finde ich lebensbejahend“. Der Betrieb residiert heute an der Königsallee. Dort beschäftigt Ern fünf angestellte Schneider. „Früher gab es in der Gegend etwa zehn Maßschneider“, erinnert sich Ern. Die Einzelhändler seien nach und nach vielen Ketten gewichen. Nach wie vor gebe es Bedarf an handgefertigter Kleidung. „Kürzlich habe ich einen Frack für einen jungen Dirigenten gemacht.“

Radermacher am Schadowplatz

Heinz-Josef Radermacher zieht an einer Stoffbahn. „Fühlen Sie mal! Das ist das, wofür mein Herz glüht“, sagt der Schneidermeister und seine Augen leuchten. Man glaubt es ihm sofort. „Vicunia“ heißt das kamelfarbene, samtweiche Material, das von einer besonderen Lama-Art stammt, die in den Anden beheimatet ist. Es ist der teuerste Stoff, den Radermacher unter rund 600 weiteren führt.

Julian Weyand (image/jpeg) Julian Weyand (links) arbeitet im Atelier von Heinz-Josef Radermacher. Der Schneidermeister besitzt seit 1977 ein Geschäft am Schadowplatz mit großzügigem Salon. Dunkle Holzmöbel, Porzellan mit Zwiebelmuster und englische Rosen - das Bild vom altehrwürdigen Herrenschneider ist perfekt. „Am meisten verkaufen wir sicherlich Anzüge und Jacken“, sagt Radermacher, „wir stellen aber auch Damenkleidung her“. Spezialisiert ist der 66-Jährige auf Jacken, Hosen und Hemden. Ein Herrenhemd ist ab 350 Euro zu haben, für einen Anzug wird das zehnfache fällig. „Das teuerste ist natürlich die Produktion“, erklärt der Schneidermeister.

In der Nähstube arbeiten derzeit um die zehn Schneider. Zur besten Zeit beschäftigte der Meister bis zu 30 Schneider und Lehrlinge. „Alt oder ganz jung sind sie heute“, sagt Radermacher und lacht. Denn gleich mehrere Männer um die 30 arbeiten in seiner Schneiderei. „Früher wurden die Jungen noch von ihren Vätern mit zum Schneider genommen“, erinnert sich Radermacher, „so wuchs man da hinein“.

Er selbst hat seinen ersten Anzug für die Schule vom Vater bekommen, der ebenfalls Schneider war. „Ich ziehe an, was mir gefällt, das habe ich damals schon gelernt“, sagt er. Die Lehre begann er mit 15 Jahren im väterlichen Betrieb. Seit Juli 1970 arbeitet er in den Räumlichkeiten am Schadowplatz. Sieben Jahre später übernahm er den Betrieb.

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Quelle: RP