Konkurrenz für Facebook?

Google startet eigenes soziales Netzwerk

Konkurrenz für Facebook?: Google startet eigenes soziales Netzwerk Konkurrenz für Facebook?: Google startet eigenes soziales Netzwerk Foto: AFP

Bislang war Google beim Thema soziale Netzwerke wenig erfolgreich. Jetzt startet der Internetriese einen neuen Anlauf, um besonders Facebook Paroli bieten zu können. Google kündigte den Testlauf eines neuen Dienstes namens Google+ an, der die Grundlage für ein umfangreiches Angebot für Kontakte und Kommunikation im Internet werden soll.

Google warb dabei mit der Möglichkeit für Benutzer, ihre Privatsphäre stärker zu schützen und zu kontrollieren, welche Online-Bekanntschaften Zugang zu welchen Daten erhalten.

Ohne direkt Facebook beim Namen zu nennen erklärte Google, bei anderen Netzwerken seien entsprechende Strukturen nachträglich "angeschraubt" worden und funktionierten nicht so gut.

"Wir glauben, dass die Menschen in sehr vielfältiger Weise kommunizieren", schrieb Google-Manager Vic Gundotra in einem Blog-Beitrag zum Start des neuen Dienstes. Andere soziale Netzwerke machten es den Nutzern schwer, Dinge nur einer bestimmten Gruppe von Menschen mitzuteilen, fügte er mit einem Seitenhieb auf Facebook hinzu. Weil zu viele Bekanntschaften als "Freunde" geführt würden, gebe es nicht die Nuancen wie in der Kommunikation im richtigen Leben.

Spekulationen um Rekord-Börsengang: Was ist Facebook wirklich wert? Spekulationen um Rekord-Börsengang Was ist Facebook wirklich wert? Zum Artikel » Mit der Anmerkung bezog sich Gundotra offenbar darauf, dass viele Facebook-Nutzer Schwierigkeiten haben, ihre Status-Updates nur an bestimmte Gruppen von Menschen zu richten. Dafür kann man zwar auf Facebook die sogenannten Gruppen einrichten, es ist aber unklar, wie viele Menschen diese Funktion nutzen.

Freunde in Kreisen

Zu den Kernelementen des neuen Dienstes soll die Möglichkeit gehören, seine Online-Freundschaften nach "Kreisen" zu definieren. Diese werden auch in der deutschsprachigen Presseerklärung "Circles" genannt.

"Die Leute verwenden im richtigen Leben 'Kreise', um zu kommunizieren und Dinge genau den richtigen Leuten mitzuteilen", hieß es. "Mit 'Circles' bringen wir die Bekanntenkreise in die Software." Google+ soll unter anderem auch ein eigenes Video-Chat-System mit bis zu zehn Teilnehmern anbieten. Eine Teilnahme am Testlauf von Google+ ist nur auf Einladung möglich. Wann das System für einen größeren Kreis geöffnet wird, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Bislang wenig erfolgreich

Google hat mehrere Rückschläge bei dem Versuch erlitten, den Platzhirschen Facebook - der inzwischen 700 Millionen Nutzer zählt - anzugreifen. So war die Einführung des Dienstes Google Buzz von Datenpannen begleitet.

Bewertung von rund 100 Milliarden Dollar: Facebook strebt an die Börse Bewertung von rund 100 Milliarden Dollar Facebook strebt an die Börse Zum Artikel » Man habe danach ganz von vorne angefangen, sagte der Produkt-Manager Bradley Horowitz. "Wir haben eine Menge durch Buzz gelernt", erklärte er. "Und eine der Dinge, die wir gelernt haben, ist, dass es eine wirkliche Marktlücke für ein Produkt gibt, das die Sorgen der Menschen über die Privatsphäre anspricht und über die Art, wie ihre Daten verbreitet werden." Google und Facebook sind wiederholt von Datenschützern kritisiert worden.

Ein weiterer Versuch im Bereich soziale Vernetzung, Google Wave, wurde im vergangenen August wieder eingestellt. Das Angebot stieß nicht auf genügend Interesse.

Analysten uneins über möglichen Erfolg

Kino: Facebook - der Film zum Social Network Kino: Facebook - der Film zum Social Network Kino: Facebook - der Film zum Social Network Kino Facebook - der Film zum Social Network 14 Fotos Was die Erfolgsaussichten des neuen Dienstes angeht, sind sich die Analysten noch uneins. Charlene Li von Altimeter Group erklärte, die Gruppen-Funktion sei sehr interessant. Denn das sei einer Punkte, der sie bei Facebook störe. Google+ wirke wie eine natürliche Ergänzung zu Googles Mail-Dienst, über den schon Millionen Menschen Dinge mit anderen teilten. Da müsse Facebook jetzt nachlegen, sagte Li.

Lou Kerner von Wedbush Securities glaubt nicht, dass Google mit Google+ in direkte Konkurrenz zu Facebook treten will. Mit 700 Millionen Nutzern weltweit habe Facebook das Rennen schon gewonnen. Google wolle die eigenen Angebote aber sozialer machen.

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