Konzert in der Mitsubishi-Electric-Halle

OMD zurück in ihrer musikalischen Heimat

Konzert in der Mitsubishi-Electric-Halle: OMD zurück in ihrer musikalischen Heimat Konzert in der Mitsubishi-Electric-Halle: OMD zurück in ihrer musikalischen Heimat Foto: dpa/Gregor Fischer
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Das britische Duo feierte in der Mitsubishi Electric Halle 40 Jahre Bandgeschichte. Es war ein Abend unter Freunden.

Im New Wave geht es darum, im Bühnennebel zu stehen, sich gelegentlich im Eisregen aus schockgefrosteten Trommelschlägen zu winden und über romantische Synthesizer-Flächen Anklagendes aus den Themenbereichen Entfremdung und Verfall zu murmeln. Die britische Band OMD, die diesem in den frühen 80er Jahren populären Genre einst nahestand, macht so etwas aber nicht mehr. Sänger Andy McCluskey will Fete, er fordert die 3000 Fans in der Mitsubishi Electric Halle gleich zu Beginn auf, sie mögen tanzen und die Arme in die Luft werfen. OMD sind die Animateure des Synthie-Pop, für sie ist jeder Abend Last Night of the Proms.

Das für die Bühne um zwei Musiker verstärkte Duo tritt in Düsseldorf auf, 40 Jahre Bandgeschichte gibt es zu feiern, und tatsächlich kann man gar nicht anders, als mitzumachen. Hit auf Hit drücken sie in die Halle: „Enola Gay“, „Tesla Girls“, „Dreaming“. Der Höhepunkt ist der Walzer „Maid Of Orleans“ – in diesem Moment das beste Lied aller Zeiten. Andy McCluskey tanzt, als wäre es immer noch 1981: Knie an die Brust, Faust aufs Herz, Handfläche auf den linken Oberarm und zwischendurch mit den Händen so machen, als wollte man die Finger abschütteln.

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Die Bühne ist mit Leuchtdioden geschmückt, Neonröhren verleihen dem Saal die Atmosphäre einer Kathedrale. Feierlich tritt denn auch Keyboarder Paul Humphreys nach vorne, um mit seiner wunderbaren Jungsstimme „(Forever) Live And Die“ zu singen. Seine schwarze Jeans trägt er in derselben Größe wie 1979, damals war es die richtige. Humphrey war mal mit Claudia Brücken von der Düsseldorfer Band Propaganda zusammen, und überhaupt könnten OMD gleich nach Düsseldorf umziehen. Die Kraftwerk-Fans veröffentlichten einst als erste Single das Stück „Electricity“, das stark an das Lied „Radioaktivität“ der Vorbilder erinnert. „Schön wieder hier zu sein“, rufen sie, „in unserer musikalischen Heimat.“

Man fühlt sich wie unter Freunden an diesem Abend, große Zuneigung. Andy McCluskey ist ein charmanter Entertainer, der immer in Bewegung ist, und als er „If You Leave“ singt, muss man ohnehin nur noch seufzen: 1986, „Pretty In Pink“, Molly Ringwald. War so schön.

OMD wählen noch das beste Band-T-Shirt, das sie im Publikum entdecken. Sie entscheiden sich nicht für Nine Inch Nails oder a-ha, sondern für La Düsseldorf. Ist eine gute Stadt hier, denkt man. Und: OMD ist die sympathischste Band des New Wave.

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Quelle: RP