Kraftfahrer verklagt Apfelkönigin

Darum ist der Gubener Apfel-Versager in Wahrheit ein Visionär

Kraftfahrer verklagt Apfelkönigin: Darum ist der Gubener Apfel-Versager in Wahrheit ein Visionär Kraftfahrer verklagt Apfelkönigin: Darum ist der Gubener Apfel-Versager in Wahrheit ein Visionär Foto: dpa, fux

Die ganze Welt redet über Game of Thrones, dabei passiert gerade direkt vor unserer Nase etwas, mit dem weder Drachen, noch mordlüsterne Geschwister oder der stets leidende Blick von Jon Snow nur im Ansatz mithalten können: Der erbitterte Streit um den Gubener Apfelthron.

Die Apfelkönigin ist eine Betrügerin!!!!11!

Im vergangenen September wurde in Guben, einem damals noch friedlichen Städtchen im östlichen Brandenburg, beim alljährlichen 'Gubener Appelfest' eine neue Apfelkönigin gewählt. Der Titel ging an die 21-Jährige Antonia Lieske – jung, blond und angehende Altenpflegerin. Kraftfahrer und hoffnungsvoller Mitbewerber Marco Steidel (43) hingegen landete auf einem undankbaren Platz 2.

Apfelkönigin (image/jpeg) Apfelkönigin Antonia guckt noch ganz scheinheilig.

„Och, das ist ja schade“, hätten wohl die meisten von uns in dieser Situation gesagt, konfliktscheu und schwach wie wir alle sind, aber nicht Marco Steidel! Marco Steidel zog in den Kampf gegen die Apfelkönigin und streitet nun vor dem Amtsgericht Cottbus um seine rechtmäßige Regentschaft. Antonia habe zum Zeitpunkt der Wahl nämlich keinen Führerschein gehabt – WAHLBETRUG! (Und außerdem sieht er einem Apfel ohnehin viel ähnlicher als sie).

Marco Steidel – vom Versager zum Vorbild

Für diesen mutigen Feldzug erntet der arme Marco jetzt reichlich medialen Spott. Dabei könnte Marco Steidel der Held sein, auf den wir die ganzen Zeit gewartet haben. An jeder Straßenecke sieht man heutzutage schließlich verwirrte Millenials stehen, die lethargisch durch Instagram scrollen und an Avocados lutschen. Die nicht wissen wohin mit sich, die sich niemals festlegen wollen, die einfach keinen Biss mehr haben.

All jenen könnte Marco Steidel den Mut zurückgeben. Den Willen, für etwas zu kämpfen. Bis zum bitteren Ende. Bis zum Kerngehäuse. Und vor allem den Glauben an sich selbst und daran, dass man auch als 43-jähriger Kraftfahrer mit schütterem Haar und erschreckend roter Gesichtsfarbe noch die Gubener Apfelkönigin sein kann. #stopbodyshaming #bodypositivity

Noch mag er verspottet werden, doch schon bald wird man Marco Steidel in einem Atemzug mit den ganz großen Visionären unserer Zeit nennen. „Mandela, Gandhi, Steidel“ wird man sagen, im Geschichtsunterricht wird man den Gubener Apfelstreit als historischen Wendepunkt lehren und auf Ebay versteigerte Toastbrote werden statt Jesus Christus von nun an das Antlitz Marco Steidels zeigen. Von den Medien verspottet – von einer ganzen Generation verehrt.

Also, vielleicht. Vielleicht bleibt Marco Steidel auch einfach die arme Wurst, die er immer schon war. Von der nächsten Apfelkönigswahl wurde er auf jeden Fall ausgeschlossen. ¯\_(ツ)_/¯

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