Lieblingsplatte-Festival

Eine Woche voller Lieblingsplatten

Lieblingsplatte-Festival: Eine Woche voller Lieblingsplatten Lieblingsplatte-Festival: Eine Woche voller Lieblingsplatten Foto: Iabel
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Das Programm des Lieblingsplatte-Festivals steht fest. Im Dezember treten unter anderem Element Of Crime und 2Raumwohnung im Zakk auf.

Das ist ein relativ neues Ereignis im Düsseldorfer Kalender: Im Zakk stellen sie jeden Sommer das Programm des nächsten Lieblingsplatte-Festivals vor, bei dem Musiker das beste Werk aus ihrem Katalog in Gänze aufführen. Immer kurz bevor man in den Urlaub fährt, lassen sie die Katze aus dem Sack, und nun haben sie die Ankündigung ein bisschen stärker zelebriert als sonst und sogar live bei Facebook gestreamt. Die Übertragung holperte allerdings heftig, aber man sah Programm-Macher Miguel Passarge doch gut genug, wie er dasaß und Bandnamen aufzählte und Musik anspielte. Zum vierten Mal „Lieblingsplatte“, Passarge wirkte zufrieden, kann er aber auch sein, schließlich hat seine Idee, Blumfeld 2017 ihr Album „Ich-Maschine“ auf die Bühne bringen zu lassen, zur Wiedervereinigung der Band geführt. Das bleibt. Im Dezember präsentieren nun folgende Künstler diese Alben in Flingern:

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2Raumwohnung: „Kommt zusammen“ Das Debütalbum des Duos erschien 2001, und damals hörte man zwei Lieder davon eigentlich überall, in der Werbung, in Klamottenläden und Cafès: „Wir trafen uns in einem Garten“ und das sehr schöne „2 von Millionen von Sternen“. 2Raumwohnung, das ist Inga Humpe, die man ja schon sehr lange kennt, von den Neonbabies zum Beispiel und natürlich von „Codo, der Dritte, aus der Sternenmitte von links“. Mit ihrem Partner Tommi Eckart machte sie nun also Electropop mit halb geschlossenen Lidern, und „Kommt zusammen“ war der Auftakt einer Karriere mit einigen Hits, von denen „36 Grad“ sicher der populärste ist. (7. Dezember, 20.30 Uhr)

Palais Schaumburg: „Palais Schaumburg“ Eine der allercoolsten Bands aus Deutschland, im Grunde die deutsche Ausgabe von A Certain Ratio. Palais Schaumburg mischten Funk, Post-Punk und deutsche Texte. Sie waren ein bisschen zu klug, um lässig zu sein, aber genau das passte in die Zeit. 1981 erschien diese herrliche Platte, und ihr Hit ist natürlich das an Paul Hindemiths Kinderoper orientierte Lied „Wir bauen eine neue Stadt“: „Gibst du mir Steine, geb ich dir Sand / Gibst du mir Wasser, rühr ich den Kalk.“ Holger Hiller, Thomas Fehlmann und FM Einheit gehörten zur Ur-Besetzung, allerdings wechselte die Gruppe oft ihre Mitglieder, kurz saß auch Moritz von Oswald am Schlagzeug, der später Basic Channel mitverantwortete, das deutsche Techno-Wunder. (8. Dezember, 20.30 Uhr)

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Element Of Crime: „Weißes Papier“ Der Coup: Element Of Crime, die ja locker auch die Mitsubishi Electric Halle füllen könnten, treten im Zakk auf. Das darf man als Kompliment verstehen für ein Festival, das sich bereits nach drei Ausgaben etabliert hat. 1993 erschien dieses Album, es war erst das zweite, das die Band auf Deutsch aufnahm, und es ist die Platte, mit der die Gruppe um Sven Regener wurde, was sie ist. Walzerseligkeit, Akkordeon, Trompete, Geige, dazu der spröde Charme der Alltagsbeschreibungen Regeners. Eines der besten Lieder auf der Platte ist „Draußen hinterm Fenster“ und geht so: „Und ich frage dich nicht, wo Du herkommst / Du sagst mir nicht, wo wir sind / Wir sitzen hier fest, was auch immer geschieht / Verwirrt, träge und verliebt“. (9. Dezember, 20.30 Uhr)

Faust: „Faust IV“ Klassiker. Der Titel des ersten, zwölf Minuten langen Stücks auf dem Album gibt das Genre vor: „Krautrock“. Sehr toll ist auch „Jennifer“, das anfängt, als hätten die frühen Pink Floyd es aufgenommen, und sich langsam in Richtung Sonic Youth entwickelt, bevor es dann versöhnlich endet. Die Gruppe mit dem deutschesten aller Bandnamen kommt aus Hamburg, ihre vierte Platte erschien 1973 und ist ziemlich gut gealtert. Faust machen immer eine mächtige Show, das Konzert wird sicher ein Erlebnis; etwas, über das man reden wird. (11. Dezember, 20.30 Uhr)

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Fünf Sterne Deluxe: „Sillium“ Mindestens einen Rap-Act hat die Lieblingsplatte jedes Jahr im Programm, und dieses Mal kommt er aus Hamburg: Fünf Sterne Deluxe präsentieren „Sillium“, was allein deshalb schon beachtlich ist, weil sie sich diese ungeheuren Textmassen wieder draufschaffen müssen. „Willst Du mit mir gehn“ und „Dein Herz schlägt schneller“ hießen 1998 die Hits des Albums. Humor-HipHop ist das, 150.000 Mal hat es sich verkauft. Textprobe: „Gestern Nacht bis acht durchgemacht, viel gelacht / Doch noch mehr gezecht / Was ist jetzt recht, es geht ihm schlecht.“ (12. Dezember, 20.30 Uhr)

Die Nerven: „Fun“ Beste deutsche Band der jüngeren Zeit. Große Platte zudem, es ist ihre zweite, sie erschien 2014. Punk für die Gegenwart. Bitte unbedingt das Video zu „Angst“ (noch einmal) ansehen, in dem Tocotronic als Imitationen von Die Nerven auftreten. Wenn Palais Schaumburg die deutschen A Certain Ratio sind, könnten Die Nerven aus Stuttgart die deutschen Sonic Youth sein. „Eine Minute schweben“ gehört jedenfalls zu den tollsten Stücken der Platte, und es geht so: „Nur für eine Minute schweben / Alles wäre gut / Nur für eine Minute schweben / Wo du wohl gerade bist?“. (14. Dezember, 20.30 Uhr)

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Quelle: RP