Markt für Design-Verliebte am 27. Juli

Design-Studenten bringen "Schwarzmarkt" ins Toykio

Markt für Design-Verliebte am 27. Juli : Design-Studenten bringen "Schwarzmarkt" ins Toykio Markt für Design-Verliebte am 27. Juli : Design-Studenten bringen "Schwarzmarkt" ins Toykio Foto: Schwarzmarkt
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Hausfrauen-Basteleien, bunte kleine Tierchen mit Knopf-Augen und Shirts mit geht-so-witzigen Sprüchen findet ihr beim "Schwarzmarkt" ganz sicher nicht. Die beiden Design-Studenten Nick und Saskia bringen den Designmarkt, der einst ganz klein an der FH Düsseldorf startete, nun am 27. Juli ins Toykio. Wie es zur Idee kam, was euch im Toykio erwartet und wie sich der Schwarzmarkt von anderen Designmärkten unterscheidet, lest ihr hier im Interview mit den beiden Köpfen hinter dem Projekt.

Am 27. Juli könnt ihr ab 19 Uhr bis Mitternacht durchs Toykio ziehen und mit einer Limo in der Hand nach tollen Design-Produkten wie selbstgenähter Mode, handgefertigten Accessoires oder Büchern in Kleinstauflage stöbern. Wer selbst etwas tolles herstellt, das im Sortiment nicht fehlen darf, oder jemanden kennt, der mit seinem Produkten genau ins Konzept des "Schwarzmarkt" passt, darf sich gerne per Mail melden (schwarzmarkt.fhd@gmx.de) oder über die Facebook-Seite Vorschläge einreichen. 

Wie ist die Idee zum "Schwarzmarkt" entstanden? Was steckt dahinter?

Schwarzmarkt im Toykio Flyer (image/jpeg) Schwarzmarkt meets Toykio - am 27. Juli ab 19 Uhr. Nick: Der Schwarzmarkt war ein Konzept der Designredaktion, einem Kurs an der FH Düsseldorf. Saskia ist vor gut drei Jahren in den Kurs eingetreten, um sich einem engagierten Team motivierter Studenten anzuschließen, das mit vollem Herzen und Einsatz den Schwarzmarkt organisieren wollte. 
Wie es dann so oft ist, kam Saskia in den Kurs und das Team war dann eben genau: Saskia. Nichtsdestotrotz hat sie den Schwarzmarkt dann gestemmt und zwei Semester später kam ich dann dazu. Gemeinsam haben wir dann den Schwarzmarkt von einem improvisierten Verkaufsstand zu einem Designmarkt umstrukturiert.

Saskia: Die ursprüngliche Motivation dahinter war, den Besuchern des Rundgangs an der FH Düsseldorf eine Anlaufstelle und einen Ort zum Verweilen zu bieten. Außerdem wollten wir den Studenten durch den Verkauf ihrer Waren zu ein bisschen Geld nebenher verhelfen. Mittlerweile betrachten wir den Schwarzmarkt als kleine Marke und versuchen diese fernab der FH zu etablieren und unseren Verkäufern eine Plattform zu bieten, damit auch Menschen außerhalb des Fachhochschulkontextes mal etwas von den tollen Sachen zu sehen bekommen, die bei uns entstehen.

Wie unterscheidet sich der "Schwarzmarkt" von anderen Designmärkten?

Nick: Also in erster Linie durch die Auswahl der Produkte und ehrliche Liebe zum Design. Nehmen wir mal unsere Produktdesigner, von uns auch liebevoll Schmuckis genannt: Um an der FH Düsseldorf "Applied Art and Design" studieren zu können, ist eine abgeschlossene Goldschmiedeausbildung Voraussetzung. Das heißt, der Schmuck ist wirklich qualitativ sehr hochwertig. Die ausgebildeten Goldschmiede lernen im Studium über das Handwerkliche hinauszudenken. Das Ergebnis sind einzigartige Schmuckstücke, die jedes Outfit zu einem Unikat machen.

Neben dem Schmuck finden die Besucher aber zum Beispiel auch liebevoll gestaltete Bücher in Kleinstauflage, stylische Mode vom studentischen Wohnzimmerlabel mit handeingenähten Etiketten oder aufwendig gedruckte Skateboarddecks.

Saskia: Bei uns gibt es diese typischen "Hausfrauenbasteleien" nicht zu kaufen, die man sonst bei DaWanda oder Etsy findet, sondern Produkte, hinter denen eine gute Geschichte, eine Entwicklung und handwerkliches Können steckt.

schwarzmarkt (image/jpeg) Schmuck, liebevoll gestaltete Bücher in Kleinstauflage, stylische Mode vom studentischen Wohnzimmerlabel mit handeingenähten Etiketten oder aufwendig gedruckte Skateboarddecks - das alles findet ihr beim Schwarzmarkt. 

An wen richtet sich der "Schwarzmarkt"? Bzw. an wen nicht?

Saskia: Grundlegend richtet sich der Schwarzmarkt an alle, die ein Herz für handgemachte Produkte mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis und gestalterischer Qualität haben und einen schönen Abend in einer coolen Location genießen wollen. An wen nicht? Hmm, ich würde sagen an Leute, die ihre Accessoires für 7,95 Euro bei H&M kaufen und dann kein Problem damit haben, wenn man Abends auf einer Party fünf Leuten mit den selben Sachen begegnet.

Ihr organisiert den "Schwarzmarkt" neben dem Studium – ist das nicht super viel Arbeit?

Saskia: Jein. Der Schwarzmarkt ist ein selbstgewähltes Projekt im Bereich Corporate Design, Branding und Ausstellungs- bzw. Messebau und somit bekommen wir natürlich Studiennachweise für die Organisation und Realisation. Wie bei allen Sachen, in denen Herzblut steckt, fängt man dann aber irgendwann an, mehr zu machen als man muss. Am Ende des Tages gibt es dann zwei Arten von Arbeit für uns: Die eine, mit der man sich eine goldene Nase verdient und die andere, bei der man das Gefühl hat, wirklich etwas bewegt zu haben. Wir ordnen uns mit dem Schwarzmarkt auf jeden Fall eher der zweiten Kategorie zu ;-).

Nick: Durch den persönlichen Bezug fühlt sich das alles auch gar nicht sooo sehr nach Arbeit an. Da hat man dann auch kein Problem, wenn man fünf Tage die Woche für das Projekt in den Werkstätten der FH ist, weil man dahinter steht und für das brennt, was man tut.

Der "Schwarzmarkt" ist an der FH Düsseldorf gestartet, nun findet die aktuelle Ausgabe im Toykio statt. Warum habt ihr euch für diese Location entschieden?

schwarzmarkt1 (image/jpeg) Der letzte Schwarzmarkt war im Afew-Store zu Gast. Nick: Also das Toykio ist ja nicht nur ein Café, sondern auch eine sehr gute Galerie. Den vorigen Schwarzmarkt haben wir bei unseren Freunden Andy und Marco im Afew-Store veranstaltet. Das war richtig großartig und für uns ein perfektes Debüt. Das Publikum war aufgrund des Sneaker-Konzepts jedoch eher an den Lifestyle-Produkten, wie Kleidung und Taschen, interessiert und weniger am Schmuck. Wir erhoffen uns vom "Schwarzmarkt meets Toykio" eine ausgewogenere Mischung zugunsten der Verkäufer.

Saskia: Außerdem muss ich ehrlich zugeben, dass ich das Toykio schon beim letzten Mal im Kopf hatte, mich aber nicht getraut habe, - gerade beim ersten Schwarzmarkt außerhalb der FH, wo einfach alles ein großes Fragzeichen war. Da wollte ich den Zeh doch erstmal lieber in sicheres Wasser halten.

Könnt ihr euch vorstellen, dass der "Schwarzmarkt" eines Tages überregional stattfindet?

Nick: Boa, so weit haben wir ehrlich gesagt noch gar nicht gedacht. Cool wäre es natürlich auf jeden Fall. Es wäre ja schon ein echter Traum, wenn man den Schwarzmarkt nach dem Studium nicht einfach sterben lassen würde, sondern das Projekt soweit ausbaut, dass man irgendwann davon leben könnte. Wir schauen einfach mal gelassen in die Zukunft und hoffen das Beste.

Saskia: Wir spielen im Kopf einige Ideen durch, aber richtig spruchreif ist da noch nichts.