Steve Jobs stellt Neuheiten vor

Apple wird wolkig

Steve Jobs stellt Neuheiten vor: Apple wird wolkig Steve Jobs stellt Neuheiten vor: Apple wird wolkig Foto: AFP

Bei einem seltenen öffentlichen Auftritt stellt der erkrankte Apple-Chef, Steve Jobs, am Montagabend neue Produkte des Unternehmens vor. Zum Auftakt der jährlichen Entwicklerkonferenz WWDC pries Jobs den neuen Online-Speicherdienst "iCloud" als wegweisend für den künftigen Umgang mit Daten. Zudem ging es um Neuerungen der Betriebssysteme für Mac-Computer und iPhones.

Die Konferenz war schon nach zwei Stunden ausverkauft – über 5200 Gäste sind vor Ort, als Jobs die Bühne betritt. Zudem sind mehr als 1000 Apple-Ingenieure auf der Konferenz erschienen. Nach kurzem "Hallo" übergibt Jobs das Wort an den Marketing-Chef von Apple.

Phil Schiller spricht über "Lion", das neue Mac-Betriebssystem, und präsentiert Zahlen: Mac wächst schneller als der Markt. 73 Prozent aller Macs sind Notebooks, der Rest Desktop-PCs. Es ist übrigens eine Apple-Tradition, den Betriebssystemen Tiernamen zu geben: Die Versionen der Vergangenheit hießen "Cheetah", "Puma", "Jaguar", "Panther", "Tiger", "Leopard" und "Snow Leopard".

Multi-Touch "Lion" soll nun 250 neue Funktionen haben. Eine davon soll künftig Multi-Touch unterstützen. Wie es die User schon von iPhone und iPad kennen, sollen mit "Lion" nun auch Fotos vergrößert werden können, indem man die Finger auseinander bewegt. Zum Zweiten sollen Programme zukünftig im Vollbild-Modus laufen können. Für Ordnungsfanatiker wird die Neuerung "Mission Control" ein Highlight sein: Damit sollen auf dem Display alle Programme und Desktops, die gerade verwendet werden, sichtbar sein. Somit räumt "Lion" Rechner visuell auf.

Resume Auch hilfreich könnte das neue Feature "Resume" sein, denn nach dem Start des Rechners wird die Umgebung wieder so dargestellt, wie man sie verlassen hat. Zum Thema Datensicherung findet der User auch eine Verbeseserung – zukünftig werden Dokumente, die bearbeitet werden, automatisch gespeichert.

Air Drop Wirklich innovativ ist aber dieses Feature: Der User kann demnächst mithilfe von "Air Drop" Dateien von einem Mac zum anderen übertragen. Und das ohne irgendwelche Installationen. Alle "Air Drop"-Macs in der Umgebung erscheinen dann auf dem Display. Die betreffenden Dateien können dann so verschoben werden, wie man das bislang zwischen Ordnern gewohnt ist.

E-Mail Verbesserungen wird es auch im Bereich E-Mail geben: So wird die Konversations-Ansicht eingebaut. Alle Mail-Unterhaltungen mit einer bestimmten Person werden dann übersichtlich in einer Ansicht untereinander aufgeführt.

US-Kunden können "Lion" ab Montag für 30 Dollar erwerben.

Neuerungen bei iOS 5

Insgesamt soll iOS 5 für iPhone und iPad 200 Neuerungen Erhaltungen. Unter anderem sollen Spieler nicht mehr durch eingehende Benachrichtigungen gestört werden (sms, email etc). In Zukunft sollen Benachrichtigungen gesammelt auf einer Seite angezeigt werden. Finden kann man die dann, wenn man mit dem Finger von oben nach unten über das Display streicht.

Twitter Twitter-Kompatibilät wird implentiert. Zum Beispiel können Fotos, die mit dem iPhone gemacht wurden, direkt zu Twitter geschickt werden. Das funktioniert angeblich auch mit Webseiten. Und auch das Adressbuch soll zukünftig mit Twitter verbunden werden können.

Safari Apples-Browser "Safari" bekommt endlich die Fähigkeit des "Tab-Browsing", das heißt, das nun mehrere Webseiten gleichzeitig geöffnet und in Registerkarten angezeigt werden können.

Free PC Von den Anwesenden gibt es Jubel über die Neuerung "Free PC": Offenbar braucht in Zukunft niemand mehr einen Computer, um iPhone oder iPad zu aktivieren. Und nicht nur das: Wenn es eine neue Version von iOS gibt, kann sie dann auch ohne PC über Funk geladen werden. Nur die Änderungen werden übertragen - so bleiben die Datenmengen klein.

iMessage Es wird einen Messaging Service zwischen allen iOS-Nutzern geben – unabhängig davon, ob sie per Mobilfunk verbunden sind. In Zukunft ist das mit allen Geräten möglich. Zudem wird es ab sofort eine Benachrichtigung geben, wenn eine Nachricht beim Empfänger angekommen ist und gelesen wurde.

Wann erscheint iOS 5? Die Entwickler bekommen heute schon die Software zum Ausprobieren. Für alle Nutzer kommt iOS 5 im Herbst, auch für das iPhone 3GS, das iPhone 3G wird nicht unterstützt.

Die Wolke kommt

Die Vorstellung von "iCloud" war mit Spannung erwartet worden. Der Dienst soll die digitale Musiksammlung, Fotos und andere Dokumente der Nutzer in der Datenwolke des Internets speichern und automatisch auf alle Ausgabegeräte wie Computer, Tablet-PCs oder internetfähige Handys übertragen.

Schutz von seiner schönsten Seite: germanmade. stellt neue iPad2 Hülle vor Schutz von seiner schönsten Seite germanmade. stellt neue iPad2 Hülle vor Zum Artikel » Im Gegensatz zu Apples "Mobile Me"-Dienst ist der iCloud-Dienst kostenlos. Nutzer können mit einem iCloud-Account übers Internet von überall auf die Daten zugreifen. So sollen sich untzer anderem Kontakte, Kalendereinträge oder Dateien von jedem Ort auf der Welt abrufen lassen. ICloud bietet damit für Text- und Tabellendokumente einen ähnlichen Service wie Googles Docs. Bei Apple soll das alles ohne Werbung und Banner funktionieren. Einmal täglich speichert das Feature ein Backup aller Geräte.

"Einige Menschen denken, die Datenwolke ist nur eine Festplatte", sagte Jobs. "Wir glauben, dass sie mehr ist." Der Apple-Chef sagte, er wolle "iCloud" zu einer Art "Drehscheibe" für die Datensammlung der Nutzer machen. Jobs sagte: "It just works".

Hinter dem Dienst verbirgt sich die Idee des Cloud Computing, bei der Anwendungen und Daten nicht mehr an einen festen Rechner gebunden sind, sondern ins Internet ausgelagert werden. Zuvor hatten bereits die Apple-Konkurrenten Google und Amazon ähnliche Dienste für das Speichern von Musik vorgestellt.

Jeder bekommt in der iCloud fünf Gigabyte Speicherplatz, Musik, Apps, Photo Stream und Bücher zählen nicht dazu. iCloud kommt mit iOS 5 im Herbst auf den Markt.

iTunes Wer in Apples Store iTunes einen Song kauft, kann ihn nun mithilfe der iCloud automatisch auf all seine Geräte übertragen lassen. Das war bisher nur manuell möglich.

Photo-Stream Aber auch beim Thema Fotos wird es eine Datensicherung mithilfe der Wolke geben. "Photo Stream" sichert alle Fotos in der Cloud, allerdings nur die letzten 1000 Fotos für die Dauer eines Monats. Wer Fotos länger behalten will, muss sie doch in digitale Alben verschieben.

Dokumentensicherung Dokumente werden ebenfalls in der Wolke gespeichert. Insbesondere Textverwaltung, Präsentation und Kalkulation werden synchronisiert und in die Cloud geschickt.

Mehr Zahlen

Scott Forstall, der Apple-Manager für das iPhone-Betriebssytem, kommt auf die Bühne und bombardiert diee Zuhörer mit beeindruckenden Zahlen. So gibt es offenbar mittlerweile über 200 Millionen iOS-Geräte mit einem Apple-Marktanteil von 44 Prozent. 25 Millionen iPads haben die Ladentheke in den letzten 14 Monaten überquert. Und über 15 Milliarden Songs wurden über iTunes Music Store an den Mann gebracht.

Der iTunes Bookstore hat bereits 130 Millionen Bücher verkauft. 425.000 Apps sind heute im Store, davon 90.000 für das iPad. Insgesamt wurden in weniger als drei Jahren über 14 Milliarden Apps geladen. Insgesamt sollen mehr als 225 Millionen Kundenkonten mit Kreditkarten im Store gespeichert sein.

Die Rede war erst Jobs zweiter öffentlicher Auftritt seit seiner erneuten Erkrankung im Januar. Die Gründe und die Länge der Auszeit des Apple-Gründers und Konzernchefs sind nicht bekannt.

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