Vom Schützenfest in die Szenekneipen

Warum Korn jetzt plötzlich cool ist

Vom Schützenfest in die Szenekneipen: Warum Korn jetzt plötzlich cool ist Vom Schützenfest in die Szenekneipen: Warum Korn jetzt plötzlich cool ist Foto: Instagram/thisis.nork / Lucie Greiner

Korn – das steht für Dorfdisco und Kopfschmerzen, für Eckkneipen und Schützenfeste und vor allem für einen richtig billligen Rausch. Wer Korn trinkt ist entweder Alkoholiker, 14-jähriges Dorfkind oder ein nostalgischer Spaßvogel, der seinen Freunden zu Karneval eine Runde Korn-Brause spendiert. Zumindest bis jetzt. Denn jetzt haben die Hipster den Korn für sich entdeckt und holen ihn aus dem untersten Supermarktregal zurück in die Szenekneipen.

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Vodka, Whiskey und natürlich der gute alte Gin – alle paar Jahre rückt eine neue Spirituose ins Blickfeld der urbanen Entrepreneure. Ein bislang eher unscheinbares Getränk wird dann durch peppige Aufmachungen in minimalistischem schwarz-weiß-Design und liebevoller Herstellung in exklusive Klein- und Feinbrennereien zum nationalen Szenedrink gepusht.

Zwischen Start-Up und Traditionsbrennerei

Die guten Sachen sind inzwischen weg, also muss jetzt eben der Korn dran glauben. Und wenn man mal so drüber nachdenkt, dann wundert es fast, dass das so lange gedauert hat. Denn eigentlich bringt Korn alles mit, worauf das allgemeine Hipstertum in der Regel abfährt: Eine eindeutige regionale Färbung, eine gewisse Bodenständigkeit und vor allem ein schmuddelig-uncooles Image (und dass uncool das neue cool ist, steht schließlich spätestens seit der Rückkehr von Birkenstocks, Schreibmaschinen und Kernseife offiziell fest).

 

Ein Beitrag geteilt von thisis.nork (@thisis.nork) am 10. Sep 2017 um 23:12 Uhr

Mit seiner 500-jährigen Geschichte kann der Korn sich außerdem auch noch den Traditionsstempel aufdrücken – Grund genug für Firmen wie NORK, einem Start-Up aus Hamburg und Bremen, den Korn aus der Alki-Ecke herauszuholen und in Handarbeit qualitativ hochwertige Alternativen zu produzieren, die angeblich sogar pur schmecken sollen. Und auch Traditionsbetriebe wie die Düsseldorfer Brennerei Schmittmann springen auf die neue Korn-Welle natürlich gerne auf.

Cola-Korn hat ausgedient

Dass Korn im Grunde genau das gleiche ist, wie Vodka, ist dabei ja dann auch nicht so wichtig. Zumindest das Mischen macht das schließlich viel einfacher: Wer keine Lust auf Shots hat, kann Korn genauso verwenden, wie Vodka auch. Eine besondere Empfehlung der hippen Kids von NORK ist außerdem das Nork-Licht aus jeweils 4cl Korn und trübem Apfelsaft, 2 Spritzern Limettensaft, einer Zimtstange, Eiswürfeln und Tonic Water zum Auffüllen. Probieren wir auf jeden Fall aus!

Schwarz-Weißer Hipster-Einheitsbrei hin oder her – wir freuen uns natürlich über jede neue Option auf der Cocktailkarte und sind schon gespannt, welchen Schnaps es dann das nächste mal trifft. Aquavit vielleicht. Kommt aus Skandinavien. Und Skandinavien ist immerhin fast so hip wie Norddeutschland.

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