Von Berlin nach Düsseldorf

Neue Kunstausstellung für Amateure

Von Berlin nach Düsseldorf: Neue Kunstausstellung für Amateure Von Berlin nach Düsseldorf: Neue Kunstausstellung für Amateure Foto: Deutsche Bank
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Jeder Bürger soll bei der neuen Ausstellung seine Werke einreichen können. Allerdings ist noch nicht klar, wer zahlt.

Interessante Location für Künstler: boui boui bilk: Neue Kunst-und Kulturplattform Interessante Location für Künstler boui boui bilk: Neue Kunst-und Kulturplattform Zum Artikel » Die Düsseldorfer Kulturlandschaft soll um eine neuartige Veranstaltung reicher werden: Das Kulturamt entwickelt im Auftrag von CDU und FDP das Konzept für eine Kunstausstellung, an der alle Bürger mit eigenen Werken teilnehmen können - unabhängig von Ausbildung und Erfahrung. Vorbild sind ähnliche Ausstellungen in Den Haag und Berlin, die sich großer Beliebtheit erfreuen.

Nach den Plänen von Schwarz-Gelb soll eine Jury die besten Einsendungen auswählen; diese sollen dann in großen städtischen Kunsthäusern gezeigt werden, zum Beispiel im Stadtmuseum oder dem Museum Kunstpalast. Finanziert werden soll die Aktion durch Sponsoren.

Ob und wie die Ausstellung umgesetzt wird, ist aber noch unklar - die Stadtverwaltung und auch die Christdemokraten sind skeptisch. FDP-Fraktionschef Manfred Neuenhaus hat die Idee einer Amateurausstellung eingebracht. Er sieht einen "Schatz an Kreativität" in der Stadt, der bislang nicht gehoben worden sei. Eine solche Ausstellung könne ein großes und anderes Publikum in die Ausstellungshäuser locken. Schließlich interessiere es jeden, was der Nachbar gemalt oder gefertigt habe. Die Ausstellungen im Gemeentemuseum in Den Haag und in der Kunsthalle in Berlin hätten zudem gezeigt, dass das Niveau der eingereichten Arbeiten hoch sei.

"24h – ein Tag im Leben von Düsseldorf" : BBK Kunstforum: Stefan Nitschke gewinnt Publikumspreis "24h – ein Tag im Leben von Düsseldorf" BBK Kunstforum: Stefan Nitschke gewinnt Publikumspreis Zum Artikel » Im Kulturausschuss, der am Mittwoch dem Vorhaben zustimmte, unterstützte die CDU den Antrag der Liberalen - auch wenn den Christdemokraten die Begeisterung des Koalitionspartners für die Idee fehlt. "Ich tue mich sehr schwer", sagte Alexander Fils (CDU), der stattdessen lieber eine stärkere Förderung für ausgewiesen herausragende Kunst sehen würde, schließlich aber zustimmte. Er knüpfte sein Ja daran, dass die Verwaltung ausdrücklich nur ein Konzept erstellen und nicht die Ausstellung selbst organisieren soll. Dies soll nach dem Willen der FDP mit Hilfe von vielen kleinen Sponsoren geschehen.

Auch in der Stadtverwaltung gibt es Vorbehalte. Dies hatte sich bereits im Herbst gezeigt, als das Thema erstmals im Kulturausschuss diskutiert worden war. Dort machte Kulturdezernent Hans-Georg Lohe deutlich, dass eine Amateurausstellung nicht mit finanzieller Förderung durch die Stadt rechnen kann. Diese sei wegen Düsseldorfs Tradition als Kunststadt vorgesehen für Kunst auf "Akademieniveau".

Nun soll die Verwaltung zumindest das Konzept erarbeiten. Die Befürworter der Amateurausstellung können darauf verweisen, dass sich die ähnlich geartete Schau "Macht Kunst" in Berlin vor einigen Wochen zum Publikumsmagneten entwickelte - vor allem bei den Künstlern. v Am ersten Tag, an dem Werke abgegeben werden konnten, bildete sich eine ein Kilometer lange Schlange. Die Deutsche Bank zeigte in der Kunsthalle schließlich 2135 Werke von ebenso vielen Künstlern. Allein zu einer 24-stündigen Vernissage kamen mehr als 6000 Besucher.

Museum Kunstpalast in Düsseldorf: Gurskys Bilder sind für die Ewigkeit Museum Kunstpalast in Düsseldorf Gurskys Bilder sind für die Ewigkeit Zum Artikel » SPD, Grüne und Linke stimmten im Kulturausschuss gegen die Amateurausstellung. Die Sozialdemokraten verwiesen auf die vielen Möglichkeiten für Freizeitkünstler, in den Stadtteilen auszustellen und forderten, dass besser für kleine Institute wie den Kulturbahnhof Gerresheim ein Zuschuss bereitgestellt werden soll.

Marit von Ahlefeld (Grüne) fragte sich, ob es der richtige Weg ist, eine solche Ausstellung über das Kulturamt zu entwickeln. In anderen Städten hätte es zunächst Leute gegeben, die sich für eine solche Ausstellung engagieren, meint sie. "So etwas muss in einer Stadt eigenständig entstehen."

Summer Expo

Vorbild ist riesige Ausstellung in Den Haag

Idee Im Gemeentemuseum in Den Haag gibt es eine jährliche „Summer Expo“, an der bekannte und unbekannte Künstler teilnehmen können. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto „Erde“.

Erfolg Inzwischen ist die Ausstellung ein landesweites Ereignis. Es gibt Vorrunden in Amsterdam, Eindhoven and Rotterdam. Eine zwölfköpfige Jury wählt die Kunstwerke aus.

Quelle: RP