Ernst, farbenfroh und macht gute Laune

Moke: "Collider" bietet viel, aber leider nicht genug

Ernst, farbenfroh und macht gute Laune: Moke: "Collider" bietet viel, aber leider nicht genug Ernst, farbenfroh und macht gute Laune: Moke: "Collider" bietet viel, aber leider nicht genug Foto: Hot Streak Music
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Die niederländische Band Moke hat am 8. März ihr drittes Studioalbum "Collider" herausgebracht. Unsere Kollegin Dinara Pleuger hat sich das Album angehört und meint: Schöne Brit-Pop-Songs, denen aber leider das gewisse Etwas fehlt. Trotzdem sind die elf Songs gut anzuhören und auch was für ein gutes Live-Konzert. Wer die Jungs noch nicht kennt, bekommt hier einen ersten Eindruck von ihnen.

Aus schwarz-weiß wird bunt

Die Band Moke wurde 2005 in Amsterdam gegründet und seit dem ersten Album "Shorland" (2007) ist sie in den Niederlanden megaerfolgreich. Die fünf Mitglieder haben schon auf Festivals wie Lowlands und Pinkpop gespielt und waren auch mit Paul Weller, Keane und Amy MacDonald auf Tour. Außerhalb ihrer Heimat sind sie noch nicht so bekannt, aber das wollen sie mit ihrem neuen Album ändern. Anstatt dem bishrigen schwarz-weißen, kontrastreichen Sound, bietet das neue Album "Collider" mehr Schattierungen und Dynamik.

Mit Teilchenbeschleuniger zum "Gott-Partikel"

Moke Cover Collider (image/jpeg) Farbenfrohe Teilchen: Das Cover von "Collider". "Collider" steht für einen Teilchenbeschleuniger und damit war die Band auf der Suche nach dem großen Partikel, dem "Gott-Partikel". Dazu der irische Frontsänger Felix Maginn: "Moke war in seinem eigenen Teilchenbeschleuniger auf der Suche nach dem großen Song. Und das macht einen Moke-Song aus. Das ist es, was wir wissen wollen. Wir haben herausgefunden, dass Moke-Songs viel farbenfroher sind als bisher angenommen." Das farbenfrohe Element findet sich auch auf dem Cover (siehe links) wieder.

Gute Laune trotz ernster Themen

Doch wie sind die Songs? Sie sind auf jeden Fall Brit-Pop-lastig und machen mit rockig, poppigen Sounds gute Laune. Alle fangen etwas langsam und melancholisch an, entwickeln sich dann aber bis auf drei Ausnahmen zu schnelleren Melodien. Der Gesang kommt sympathisch und unangestrengt rüber und der gesamte Sound ist leicht zu hören. "Lessons To Learn" ist die erste Singleauskopplung und eignet sich mit der schnellen, rockigen Melodie zum Mitsingen auf Live-Konzerten. Doch es geht auch langsamer: "Sing On" bringt den Hörer mit leichten Drums zum Träumen und handelt von Maginns verstorbenem Onkel Moke, dem Namensgeber der Band. Nicht nur der Tod ist ein großes Thema in den Songs - auch Liebe, Einsamkeit, Fürsorge und Religion beschäftigen Moke. "Jesus Child" zum Beispiel beschreibt den Zweifel an der Kirche und den Glauben des Sängers Maginn. In "Almost Home" dagegen geht es um die Glaubensfindung, der Song bildet damit einen hoffnungsvollen, ruhigen Abschluss von "Collider". Das Video zu "Lessons To Learn" gibt es hier:

Ohrwurmcharakter? Nicht wirklich...

Alles in allem ist das Album "Collider" von Moke ein gelungener Brit-Pop-Mix. Doch trotzdem fehlt irgendetwas – etwa ein eigener, erkennbarer oder spezieller Sound. Denn die Songs sind zwar gut, aber sie könnten auch von anderen Bands stammen. Auch bieten sie keinen wirklichen Ohrwurmcharakter – sie sind schön anzuhören, aber bleiben nicht lange im Ohr, außer "Lessons To Learn" vielleicht. Moke kann sich also noch steigern und an einem individuelleren Sound mit noch mehr Farbe arbeiten. Vielleicht finden sie noch den ersehnten "Gott-Partikel" - dann klappt es hoffentlich auch mit dem Durchbruch im Ausland!

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Titel: Collider
Interpret: Moke
Label: Hot Streak Music
Genre: Brit-Pop
Veröffentlichung: 08.03.2013
Songs: 1. Tears
2. Burning The Ground
3. Scratch Marks
4. Opening Up
5. I've Got Silence You've Got Sound
6. Didn't Want My Love
7. Sing On
8. Straight To You
9. Lessons To Learn
10. Jesus Child
11. Almost Home