Amy Winehouse tot

Die Musikwelt kann es nicht verstehen

Amy Winehouse tot : Die Musikwelt kann es nicht verstehen Amy Winehouse tot : Die Musikwelt kann es nicht verstehen Foto: Screenshot

Die britische Sängerin Amy Winehouse starb mit 27. In etlichen Nachrufen ist zu lesen, ihr Tod sei absehbar gewesen. Zu sehr hätten die Drogen und der Alkohol von ihr Besitz ergriffen. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Der Musiker-Kollege Tony Bennett etwa hat bis zuletzt an sie geglaubt. Ihr körperlicher Zustand hatte sich zuletzt allerdings drastisch verschlechtert.

Bei Fans und Musikerkollegen löste die Nachricht vom Tod der 27-Jährigen Trauer und Bestürzung aus. "Das ist einer der traurigsten Tage meines Lebens", teilte der Produzent Mark Ronson, der eng mit der Sängerin zusammengearbeitet hatte, in der Nacht zu Sonntag via Twitter mit. "Sie war meine musikalische Seelenverwandte und wie eine Schwester für mich." In der Nähe des Hauses, in dem Winehouse wohnte, legten Fans Blumen und Briefe an die Sängerin nieder. Winehouse war am Samstag tot in ihrer Wohnung im Norden Londons gefunden worden.

Ihre Plattenfirma Universal teilte mit: "Wir sind tief traurig über den plötzlichen Verlust einer solch talentierten Musikerin, Künstlerin, Interpretin und Freundin. Unsere Gebete gelten Amys Familie, Freunden und Fans." Auf der Website des Labels Island Records war am Sonntag ausschließlich ein Schwarz-Weiß-Foto der Sängerin vor schwarzem Hintergrund zu sehen (siehe Foto oben).

Der Sänger Tony Bennett, der im März einen Song mit ihr aufgenommen hatte, teilte mit, Winehouse sei eine außergewöhnliche Musikerin gewesen, mit einer seltenen Intuition, "und ich bin wirklich verstört, dass ihr außergewöhnliches Talent ein solch frühes Ende gefunden hat". Sie sei ein liebenswerter und intelligenter Mensch gewesen. Er habe wirklich die Hoffnung gehabt, sie werde mit ihren Problemen fertig werden.

Todesursache steht noch nicht fest

Polizeibeamte waren vom Rettungsdienst am Samstag um kurz nach 16 Uhr zum Haus der Sängerin gerufen worden. Als die Beamten eingetroffen seien, sei die Musikerin schon tot gewesen. An Spekulationen zur Todesursache wollte sich die Polizei nicht beteiligen. Ein verantwortlicher Polizeibeamter sagte britischen Medien, er finde das "unangemessen".

Am Sonntag teilte die Polizei laut der Zeitung "Daily Mirror" mit, dass es eine Obduktion frühestens am Montag geben werde. Die Zeitung zitierte auch die Mutter der Sängerin. Sie soll gesagt haben, dass ihre Tochter am Tag vor ihrem Tod in schlechter Verfassung war. "Sie stand neben sich", habe Janis Winehouse dem Blatt gesagt - und dass sie geglaubt habe, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis ihre Tochter sterben würde.

Amy Winehouse war nicht nur mit ihrer Musik, sondern auch mit Alkohol- und Drogeneskapaden in den Schlagzeilen gewesen. Erst kürzlich war sie wieder in Therapie. Besorgnis bei ihren Fans hatte vor einigen Wochen ein Auftritt in Belgrad ausgelöst, als Winehouse offenbar betrunken auf die Bühne kam, einige Songs bruchstückhaft vortrug und die Bühne bald wieder verließ. Sie sagte danach einen Teil ihrer Europa-Tournee ab.

Ihr erstes Album "Frank" kam 2003 heraus. Berühmt wurde sie aber drei Jahre später mit "Back to Black". Für dieses Album bekam sie fünf Grammys. Bekannt war Winehouse auch für ihr exzentrisches Äußeres: schwarze Turmfrisur, dicker Lidstrich und Tätowierungen. Im Mai 2007 heiratete sie Blake Fielder-Civil, die Ehe wurde 2009 geschieden. Seit einiger Zeit war sie mit dem Filmproduzenten Reg Traviss zusammen. Er soll sich vor kurzem von ihr getrennt haben. Nun wird in britischen Medien spekuliert, ob sich Amy Winehouse möglicherweise das Leben genommen hat.

Ihren letzten öffentlichen Auftritt hatte sie am Mittwoch bei einem Festival in London. Sie kam zu Dionne Bromfield, deren Patentante sie war, auf die Bühne, sang aber nicht.

Auch unter den Gästen ihres Stamm-Pubs im Stadtteil Camden herrschte am Wochenende Trauer. "Dieses Pub war wie ihr Zuhause und jeder erinnert sich daran, wie lustig es mit ihr war", zitierte die BBC einen Stammgast. Der US-Sänger Josh Groban schrieb hingegen: "Die Drogen nahmen ihr Talent, ihre Seele, ihr inneres Leuchten - lange bevor sie ihr Leben nahmen."

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