Andreas Bourani und Tim Bendzko

Zwei Jungs retten die Pop-Welt

Andreas Bourani und Tim Bendzko: Zwei Jungs retten die Pop-Welt Andreas Bourani und Tim Bendzko: Zwei Jungs retten die Pop-Welt Foto: Alexander Gnädinger
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Andreas Bourani und Tim Bendzko rollen fast zeitgleich von Berlin aus die deutsche Musiklandschaft auf. Ihre Hits "Nur in meinem Kopf" und "Nur noch kurz die Welt retten" dominieren derzeit die Radios. Zwei Bilderbuch-Karrieren.

Debüt mit Stil: Newcomer: Andreas Bourani und Tim Bendzko Debüt mit Stil: Newcomer: Andreas Bourani und Tim Bendzko Debüt mit Stil: Newcomer: Andreas Bourani und Tim Bendzko Debüt mit Stil Newcomer: Andreas Bourani und Tim Bendzko 7 Fotos Nur in ihrem Kopf spielt sich der Traum von der Karriere als Musiker seit Kurzem nicht mehr ab. Denn mit ihren gerade fast zeitgleich erschienenen Debüt-Alben eroberten Andreas Bourani und Tim Bendzko auf Anhieb die Charts. Ihre Singles – "Nur in meinem Kopf" und "Nur noch kurz die Welt retten" – laufen derzeit nonstop im Radio, die Konzerte sind gut besucht, Bendzko durfte sogar im Vorprogramm von Elton John singen.

Beinahe märchenhaft hört sich das an – zumal die beiden Sänger etwa gleich alt sind, in Berlin wohnen und auf deutsche Texte setzen. Obendrein sehen beide auch noch gut aus: Bendzko und Bourani haben das Zeug, mehr als nur einen Sommer lang die deutsche Poplandschaft zu dominieren.

Top-Produzenten für die ersten Platten

Allerdings ist es den beiden auch gelungen, für ihre erste Alben gleich gute Produzenten zu verpflichten. Andreas Bourani arbeitete mit der Crew von Ich & Ich, Cassandra Steen und Udo Lindenberg zusammen, bei Tim Bendzko produzierte Swen Meyer, der schon für erfolgreiche deutsche Bands wie Tomte und Kettcar an den Reglern saß. Ihre Musik richtet sich damit vorwiegend an eine etwas ältere, studentische Klientel, die einen gewissen Anspruch erwartet.

Textlich lösen die zwei Berliner Künstler dies, indem sie eine Poesie des Ungefähren pflegen, mit kritischen Ansätzen über einer gefühligen Grundierung. Am Ende geht es dann doch meist wieder um die üblichen Themen: Liebe, Sinnsuche und Selbstfindung. Aber was soll's? Was zählt, ist der Erfolg. Bourani hat lange darauf hingearbeitet.Der 27-Jährige mit ägyptischen Wurzeln schmiss mit 17 die Schule, um Musik zu machen, verließ seine Heimatstadt Augsburg und ging nach Berlin, der Karriere wegen. Dass er ein wenig aussieht wie Adel Tawil, der Sänger von Ich & Ich, war da kein Makel – zumal seine Stimme manchmal auch nach Tawil klingt.

Klar, dass dessen Team auf ihn aufmerksam wurde. Es folgten ein Plattenvertrag beim Großkonzern Universal und das Album "Staub und Fantasie". Wie massenkompatibel seine romantischen Pop-Hymnen sind, zeigt die Tatsache, dass Bourani für den Dresdner Kirchentag gebucht wurde.

Bendzko kickte bei Union Berlin

Hingepasst hätte da auch Tim Bendzko. Erstens studierte der 26-Jährige evangelische Theologie und nichtchristliche Religionen, zweitens eignet sich sein gitarrenorientierter Liedermacher-Pop perfekt für besinnliche Stunden. "Wenn Worte meine Sprache wären" heißt Bendzkos Album, und auch das erinnert streckenweise an deutschsprachige Großkünstler – in diesem Fall Xavier Naidoo oder Clueso. Offensichtlich funktioniert das Konzept, denn Bendzko rückte damit nicht nur weit in die Charts vor, der Berliner darf auch im Vorprogramm von Joe Cocker und Elton John das Publikum anwärmen.

Dabei hätte er auch eine andere Laufbahn einschlagen können. Bendzko kickte in der B-Jugend beim 1. FC Union Berlin, galt als Talent. Dann tauschte er Fußballschuhe gegen die Gitarre. Nach vielen Jahren führte ihn sein Weg nun tatsächlich zu einem Plattenvertrag, genauso wie Andreas Bourani bei einem Weltkonzern: SonyBMG. Deutschsprachige Musik steht offensichtlich hoch im Kurs. Umso erfreulicher, dass dabei Talente an die Oberfläche gespült werden, die zwar nicht gerade die ganze Welt, aber immerhin den Ruf der hiesigen Popmusik retten.

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