ATB, Joe Goddard, Parov Stelar, Adel Tawil und mehr!

Reingehört: Neue Alben vom 21. April 2017

ATB, Joe Goddard, Parov Stelar, Adel Tawil und mehr!: Reingehört: Neue Alben vom 21. April 2017 ATB, Joe Goddard, Parov Stelar, Adel Tawil und mehr!: Reingehört: Neue Alben vom 21. April 2017 Foto: Cover

Auch an diesem Freitag drängen wieder zahlreiche neue Alben auf den Markt: Wir haben reingehört und verraten euch, was sich für die Beschallung des Trommelfells am besten eignet.

ATB - neXt

Sicher eines der größten Highlights des heutigen Tages: Mit "neXt" liefert der deutsche DJ Andre Tanneberger seinen zehnten Alben-Streich wie gewohnt auf gleich zwei Scheiben, vollgepackt mit eingängigen Club- und Ambient-Tracks. Schon der Opener "Pages" zieht uns voll rein in die entspannte Clubbing-Welt, getragen von den erdbeersüßen Lyrics von HALIENE - herrlich!

Und so hangelt sich die erste Scheibe weiter von Top-Track zu Top-Track: "If it Takes All Night" (feat. Cavale) dürfte für durchgetanzte Clubnächte sorgen, die aktuelle Single "Message out to You" (feat. F51, Robbin & Jonnis) schreit bereits jetzt nach Strandurlaub und "Connected" lässt uns hypnotisiert in den Sonnenuntergang hüpfen. Da jubelliert das Trommelfell!

Um wieder runterzukommen dürft ihr dann die zweite Scheibe von "neXt" genießen: Ambient-Trakcs wie das fast siebenminütige "Pulsar" sind hervorragend dazu geeignet, um nach einer durchgefeierten Nacht wieder einen Gang runterzuschalten. Ganz großes Kino! 5 von 5 Sternen!

"NeXt" erscheint am 21. April 2017: ATB veröffentlicht neues Doppel-Album mit 25 Tracks "NeXt" erscheint am 21. April 2017 ATB veröffentlicht neues Doppel-Album mit 25 Tracks Zum Artikel »

Joe Goddard - Electric Lines

Beinahe minimalistisch kommt das neue Album von "Hot Chip"-Wunderkind Joe Goddard daher: Der Junge war ja schon in so einigen Projekten abseits der Band involviert (The 2 Bears), liefert aber nun sein erstes, offizielles Album ab.

Und dieses mixed munter Pop, House und schräge Samples - beispielsweise die kultigen Party-Sequenzen in "Home". Das Ergebnis sind meist extrem eingängige Tracks, die gerne zu einem zweiten oder dritten Durchgang durch's Ohr bouncen.

Unsere Anspieltipps neben dem grandiosen "Home": Das ebenfalls mit einem Video bediente "Music Is The Answer", der knuffige Opener "Ordinary Madness", das nachdenkliche "Human Heart", und das von Ambient-Samples in hohe Klangweiten getragene "Bumps". Beide Daumen hoch! 4 von 5 Sternen!

Parov Stelar - The Burning Spider

Die neue Scheibe von Parov Stelar schwingt mit einem Style und Esprit auf die Tanzfläche, dass es eine wahre Freude ist: Der österreichische DJ packt Jazz, Blues, House und Electro an den Eiern und schaukelt sie solange, bis sie Feuer fangen.

Ebenfalls großartig sind die zahlreichen Feature-Acts wie Lightnin Hopkins, Lilija Bloom, Muddy Waters, Anduze, Stuff Smith, Mildred Bailey und Wingy Manone - so gewinnt fast jeder Song ein Eigenleben, der die gesamte Scheibe hörenswert macht.

Anspieltipps: Der famose Opener "The Burning Spider", das von Muddy Waters grandiosen Gitarrenriffs gestartete und einem eingängigen Piano-Part getragene "Soul Fever Blues" (herrlich verquer!), sowie das jazzige "Mama Talking" und das traurig-nachdenkliche "Beauty Mark". Tolles Teil! 5 von 5 Sternen!

Adel Tawil - So schön anders

"Und ich singe diese Lieder, Tanz' mit Tränen in den Augen, Bowie war für'n Tag mein Held, Und EMF kann es nich' glauben..." - Mit diesem Song ist Adel Tawil uns allen bis heute im Gehör geblieben. Auf seiner neuen Doppel-Scheibe "So schön anders" macht er dort weiter, wo er aufgehört hatte: Tiefsinnige Texte werden von eingängigen Melodien begleitet.

Besonders schön: Viele Tracks sind nicht nur kreativ umgesetzt, sondern setzen auch auf mehrere Sprachen, etwa das tolle Terzett "Eine Welt eine Heimat" mit dem senegalesischen Sängern Youssou N'Dour und dem Ägyptern Mohamed Mounir, und das von KC Rebell und Summer Cem begleitete Rap-Stück "Bis hier und noch weiter". Oder das von kleinen 8-Bit-Samples begleitete "Endgegner".

Ausgerechnet der Titeltrack "So schön anders" kann dagegen nicht wirklich begeistern - zu sehr lehnt sich das Lied rhythmisch und stilistisch an seinem Hit "Lieder" an, und verpufft dabei recht unspektakulär im langweiligen Tohuwabohu der deutschen Lyrics und der seichten Melodie.

Insgesamt eine schöne und anschmiegsame Scheibe mit einigen Highlights und viel Luft dazwischen. Daumen hoch! 3 von 5 Sternen!

Incubus - 8

Oha, eine neue Incubus! Die Band, welche viele von uns in ihrer Schul- oder Studienzeit begleitet haben dürfte (“Drive”, “Wish You Were Here” oder “Megalomaniac” klingen noch immer nach) ist wieder am Start!

Das passend benannte, achte Studio-Album wurde von niemand geringerem als "Skrillex" durch den Produktionsmixer gedreht - und das Ergebnis kann sich durchaus hören lassen! "No Fun" bläst uns als Opener die Ohren frei und "Nimble Bastard" könnte in diesem Style auch aus einem Zeitraum Ende der 90er, Anfang des neuen Jahrtausends stammen - was wir als dickes Lob meinen!

Leider kann sich der Rest vom neuen Incubus-Fest da nicht anschließen: "Glitterbomb" ist nett, "Undefeated" und "Loneliest" sind unmotiviertes Füllmaterial und "Love In A Time Of Surveillance" das letzte große HIghlight auf einem gerade mal 11 Tracks umfassenden Album. Bei einer solangen Wartezeit hätte man da - insbesondere als Fan - durchaus mehr erwarten können.

Daumen hoch für "No Fun" und "Nimble Bastard", doch insgesamt können wir für das gesamte Album leider nur gute 2 von 5 Sternen vergeben. Schade drum!

Maximo Park - Risk to Exist

"Apply Some Pressure" - hätten sich die Indie-Pop-Rocker von Maximo Park doch mal an ihre alte Maxime erinnert und etwas mehr Druck ausgeübt, dann lägen wir nach der Einnahme von "Risk to Exist" nicht schlafend auf dem Boden.

Ok, ok, so schlimm ist es dann doch nicht: Aber nach mehr als drei Jahren nach "Too Much Information" hätten wir uns einfach eine Prise mehr gewünscht, als simples "Auf der Stelle treten". Und so bietet "Risk to Exist" mehr vom selben - "What Did We Do to You to Deserve This?", "The Hero" - und einige wenige wirkliche Highlights wie "Get High (No, I Don't)" und "Risk To Exist".

Kann man hören - in Erinnerung bleibt nur wenig davon.

Marsimoto - Green Juice

Das Alter Ego von Marteria ist wieder da - und es hat eine kleine Scheibe namens "Green Juice" mit einer Laufzeit von gerademal 25 Minuten mitgebracht. Darauf schraubt sich die high-pitched-Stimme des Klangwunders wie Drahtseil ins Gehirn - ein recht einzigartiger Style, den sicher nicht jeder mögen muss.

Dennoch kommt man nicht umher vor einigen der Lyrics den grünen Hut zu ziehen: Von "Ein trauriges Paar Ski" bis "Morgens Aronal & abends Airmax" sind da schon einige Kracher dabei, welche man sich durchaus mal geben kann. Anspieltipp: "Designerkids" feat. Chefket. Tolles Teil!