Auf den ersten beiden Plätzen der Charts

Pharrell Williams ist der musikalische Mann der Stunde

Auf den ersten beiden Plätzen der Charts: Pharrell Williams ist der musikalische Mann der Stunde Auf den ersten beiden Plätzen der Charts: Pharrell Williams ist der musikalische Mann der Stunde Foto: screenshot youtube/ SNL
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Der Sänger, Musikproduzent und Geschäftsmann ist an gleich mehreren Projekten beteiligt, die in der Musikwelt Aufsehen erregt haben. Dem Album des Duos Daft Punk hat er auf zwei Stücken seine Stimme geliehen. Für seinen Schützling Robin Thicke hat er die Single "Blurred Lines" produziert. Dabei wirkt Williams nicht wie der Super-Produzent, der er ist, sondern wie ein netter Newcomer.

Die Bilanz, die Pharrell Williams für sein letztes Jahr aufweisen kann, ist die eines so genannten "Superproduzenten". Zu dieser Riege gehören in der jüngeren Popmusik Namen wie Timbaland, David Guetta, Rick Rubin, Max Martin oder Dr. Luke. Williams hat eines der bisher besten Alben des Jahres - "Random Access Memories" von Daft Punk - nachhaltig mit Stimme und musikalischer Expertise beeinflusst. Auch bei der Werbung für das Album war Williams das prominente Gesicht neben dem Roboter-Duo.

Platz 1 und 2 in den Charts

Die Single "Blurred Lines" von Robin Thicke hat Pharrell produziert und gesanglich begleitet. Das Video verbreitete sich dank gewagter und selbstironischer Szenen schnell in sozialen Netzwerken und war einer der viralen Hits im April. Nach dem Auftritt von Robin Thicke beim Finale von "Germanys Next Topmodel" Ende Mai schoss die Single auf Platz 2 der deutschen Charts. Dank des ersten Platzes von Daft Punk findet man Pharrell Williams' Namen nun auf den ersten beiden Plätzen der Charts.

Auch 2012 war nicht das schlechteste Jahr für den Musiker aus Virginia Beach. Als Produzent war er unter anderem für das Grammy-prämierte Album "Channel Orange" des Künstlers Frank Ocean und das Debütalbum des Rappers Kendrick Lamar verantwortlich.

Einfluss ohne Riesen-Ego

Produzenten wie Timbaland oder David Guetta stellten bei ihrer Arbeit für andere Künstler oft das eigene Ego in den Mittelpunkt. Die betreffenden Künstler wurden dadurch oft in den Hintergrund gerückt. Bei Williams verhält sich das grundlegend anders. Sein Auftreten erinnert immer noch an einen netten Newcomer mit dem sympathischen Lächeln. Eine Art Bruno Mars hinter dem Mischpult. Dieser Eindruck hat sicher auch damit zu tun, dass Williams neben seiner Produzententätigkeit als Solokünstler, Bandmitglied der Gruppe "N.E.R.D" und als Unternehmer im Modegeschäft erfolgreich ist. Er muss sich nicht mehr um jeden Preis darstellen, in den Vordergrund drängen und alles auf eine Karte setzen.

Seine Modemarke "BBC/Icecream" ist durch Exklusivität und gewagte Designs zu einem Erfolg geworden. Die Marke ist nicht nur bei jugendlichen Kunden, sondern auch in der Modewelt akzeptiert. Im Mai hat Williams gemeinsam mit dem Modedesigner Mark McNairy eine Sonderkollektion angekündigt – alle Teile sind komplett schwarz.

Anerkennung für Williams in der Kultur- und Modeszene

Die Anerkennung in der Mode- und Kulturwelt beruht im Falle Pharrell Williams auf Gegenseitigkeit. Er besucht unzählige Kunstausstellungen und andere Kulturveranstaltungen - zur Inspiration oder einfach zum Vergnügen. Auf seinem eigenen Blog dokumentiert er andachtsvoll, was er erlebt und wirkt auf Fotos der Veranstaltungen nicht wie ein Star unter vielen, sondern wie jemand, der selbst noch Fan ist. Wie ein Kind freut er sich, wenn er Anna Wintour (ehemals Vogue-Chefin) oder Karl Lagerfeld trifft. Dabei kann man sich fragen, wer sich über diese Treffen freuen sollte, schließlich macht man doch gerne ein Foto mit dem Mann, der vom Magazin "Esquire" zum "am besten angezogenen Mann des Jahres 2005" gewählt wurde.

Das Gespür für Mode hat sich bei Pharrell Williams jedoch erst mit der Zeit entwickelt. Zu Beginn seiner Karriere mit der Band N.E.R.D sah man ihn noch mit Trucker-Cap, in Videos mit leicht bekleideten Frauen und mit einem bösen Blick. Die Zeilen, die er rappte waren unter anderem: "I'm an outlaw, quick on the draw" (dt. "Ich bin ein Außenseiter, schnell beim Ziehen [der Pistole]"). Die erste Gruppe, die er mit seinem Partner Chad Hugo auf Albumlänge produzierte war "Clipse", zwei rappende Brüder, deren Hauptthema der Verkauf von Drogen ist. Doch vor allem das Debütalbum von Clipse "Hell hath no Fury" wurde durch den einzigartigen Sound zu einer Referenz der Rap-Musik und das zweite Album "Till the Casket drops" zierte ein Kunstwerk des Malers und Bildhauers "KAWS". Pharrell Williams hatte auch die beiden Brüder mit seiner weltmännischen Art infiziert. Mittlerweile sind Clipse im Modegeschäft aktiv – und das weit über bedruckte T-Shirts hinaus.