Ólafur Arnalds & Scott Matthew

Gänsehaut-Feeling beim New Fall Festival 2011

Ólafur Arnalds & Scott Matthew: Gänsehaut-Feeling beim New Fall Festival 2011 Ólafur Arnalds & Scott Matthew: Gänsehaut-Feeling beim New Fall Festival 2011 Foto: Lisa Roze
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"Not every sad song comes from heartbreak" – sondern auch manchmal von einem ganz großen Kater nach zu viel polnischem Wodka im Tourbus. Mit Aussagen wie diesen begeisterte der Isländer Ólafur Arnalds beim Auftaktkonzert zum New Fall Festival 2011 das Publikum im Robert-Schumann-Saal. Noch mehr aber natürlich mit seiner Musik selbst. Denn die ging allen unter die Haut.

Das Konzert von Ólafur Arnalds am Klavier und vier Geigern konnte jedoch erst etwas später als geplant losgehen. Denn von Island über Köln nach Düsseldorf haben die fünf Musiker etwa vierzehn Stunden gebraucht. Eine lange Reise für ein Konzert, stellte er amüsiert fest. Doch die spätere Ankunft hat dank des tollen ersten Künstlers wohl kaum einen gestört.

Scott Matthew performte mit Rotwein-Glas, wechselnden Instrumenten und einer super soften und rauchigen Stimme etwa eine Stunde lang gefühlvolle Songs. Einer der Songs war aber auch fröhlich, darum hatte ihn seine Mutter gebeten. Ob traurig oder fröhlich, seine Songs fanden viel Beifall. So auch bei der 22-jährigen Kim Junold aus Düsseldorf: "Eigentlich bin ich ja nur wegen Ólafur Arnalds hier. Aber nach dem Auftritt von Scott Matthew wird er es bei mir schwer haben, was besseres hinzulegen.“

Doch das konnte der erst 24 Jahre alte Isländer. Mit viel Gefühl am Klavier, begleitet von vier tollen Geigern und an die Wand geworfenen Projektionen, verzauberte er das Publikum im Robert-Schumann-Saal mit seinen melodischen und ruhigen Instrumentalsongs. "Soundtrack ohne Film“ wird seine Musik oft genannt. Denn die mitreissenden, emotionalen Lieder lassen die Gedanken schnell abschweifen. So auch bei seinem bei den meisten bekannten Lied "3055“. Während des Songs füllten Seifenblasen den gesamten Saal und überraschten auch Ólafur selbst. "Wow, schön. Zumindest bis die Seifenblasen in unsere Instrumente fliegen.“ scherzte er.

Gegen 23 Uhr verließen dann wohl alle Gäste den holzvertäfelten Saal mit dem schönen Gefühl, knapp zwei Stunden lang richtig tolle Live-Musik gehört zu haben, die unter die Haut ging. Nur Kleinigkeiten gab es laut Yannik M. noch zu verbessern: "Etwas schade war das laute Surren des Beamers und die nicht ganz so tolle Klangqualität der Boxen. Alles in allem war es aber ein wunderschöner Abend.“

Und davon wird es bis zum 16. Oktober noch einige weitere geben. Hier noch zwei Tipps für die kommenden Tage:

James Yuill (image/jpeg) James Yuill spielt am 13. Oktober im Robert-Schumann-Saal. Am 13. Oktober im Robert-Schumann-Saal: James Yuill Konzerte von James Yuill zu besuchen ist ein bisschen so, als wechselte man von einer verschwitzten Tanzfläche zum Lagerfeuer und zurück. Da folgen Disco-Stücke wie “First in Line” oder “On Your Own” auf Folksongs wie “Foreign Shore”, als wäre das die normalste Sache der Welt. Tatsächlich schafft es der Brite, seinen Stilmix nicht konstruiert wirken zu lassen. “Folktronic” haben Kritiker diesen Sound getauft. Auf der Bühne wechselt Yuill zwischen Laptop, Synthie und Gitarren. Eine moderne Version der Ein-Mann-Kapelle, wenn man so will.

Gentleman (image/jpeg) Spielt ein exklusives Akustik-Set: Gentleman. Am 16. Oktober in der Tonhalle: Gentleman unplugged Dass sich heute eine ganze Reihe hausgemachter Reggae-Acts in den Charts tummeln und zum Teil sogar internationalen Erfolg feiern, ist auch ein Verdienst von Tilmann Otto aus Osnabrück. Unter dem Künstlernamen Gentleman schreibt er seit Mitte der Neunziger Musik, die tief in den Roots-Reggae- und Dancehall-Traditionen der Karibik verwurzelt ist. Tatsächlich nennt Gentleman Jamaika seine zweite Heimat und gehört zu den wenigen ausländischen Musikern, deren Sound dort nicht bloß als Abklatsch wahrgenommen wird. Beim New Fall Festival spielt er ein exklusives Akustik-Set mit Gitarre, Percussions und Background-Sängerinnen.

Neben den zwei Künstlern spielen natürlich auch noch weitere tolle Künstler und Bands wie Nouvelle Vague, Jens Lekman oder Junip beim New Fall Festival 2011. Alle Infos zum Festival-Programm und den einzelnen Konzerte findet ihr hier.

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