Aus der Herzrasen-Redaktion

Die 100 wichtigsten Alben des Jahrzehnts

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Is This It? In Rainbows? Oder doch Solitary Man? Die Herzrasen-Redaktion hat ihre 100 wichtigsten Alben der Jahre 2000 bis 2009 zusammengestellt. Was bleibt am Ende dieses Jahrzehnts musikalisch? Welche Platten haben andere Künstler beeinflusst, einen Trend angestoßen, eine Richtung vorgegeben? Welche Musiker legten ein Werk vor, dass vielleicht sogar überdauert? Anhand dieser Fragen haben die Redakteure Christian Herrendorf und Jörg Isringhaus eine Liste der 100 wichtigsten Alben aus den Jahren 2000 bis 2009 erstellt.

  1. The Strokes ­ - Is This It Pünktlich zu Beginn des neuen Jahrzehnts meldete sich eine äußerst stylish derangierte Band aus New York zu Gehör. Markenzeichen: Chucks zu Hochwasser-Jeans, lässige Wuschel-Frisuren und unwiderstehliche Gitarren-Riffs. So viel Rock‘n‘Roll war lange nicht mehr, schon gar nicht aus New York. Prompt stellte sich das Quintett selbst in eine Reihe mit Velvet Underground, Television und Richard Hell, wurde in allen Musikmagazinen gefeiert und trat eine Lawine von jungen Gitarrenformationen los. Wohl keine andere Band hat das Jahrzehnt so sehr geprägt wie die Strokes. „Is This It” hieß das Debüt, ein wohltemperiertes Retro-Geschepper mit präzisem Gitarrenspiel und rotzigem Gesang. So klang der Underground, war die einhellige Meinung, auch wenn die Musiker aus wohlhabenden Künstler-Kreisen stammten, allen voran Julian Casablancas und Albert Hammond jr., Sohn des gleichnamigen Folk-Interpreten.

Was sich hier artikulierte, war reinste Bohème, ein intelektueller Zirkel, der die Mechanismen des Pop verinnerlicht hatte und wie beiläufig instrumentalisierte. Gerade diese Beiläufigkeit, mit der sich die Strokes als beste Rockband der Welt verkauften, machte sie wirklich groß. Zur Bürde überragender Debütanten gehört es, dass sie selten die Form ihres Erstlings erreichen. Auch die Strokes erreichten auf ihren beide Nachfolge-Alben nicht mehr das Niveau ihrer Premiere, etablierten sich aber als solide Rockband mit Hang zum Genialen. Die Kraft ihres Debüts schmälert das nicht: Bands wie Franz Ferdinand, The Libertines, Mando Diao oder Maximo Park inspirierte der Hype um die Strokes zu eigenen musikalischen Großtaten. Neues Jahrzehnt, neues Spiel.

  1. Wilco - Yankee Foxtrott Hotel Mit diesem Album von 2002 emanzipierte sich Jeff Tweedy von seinen Kollegen Jay Farrar und Jay Bennett und ging konsequent eigene Wege. Zum Americana-Korsett gesellten sich Klang-Collagen, Sound-Experimente, Gitarren-Ungetüme. Wilco eroberte sich eine eigene Welt, in die vorerst niemand folgen konnte oder mochte, voll bitterzarter Melodien und brachialen Lärm-Eruptionen. In den folgenden Alben perfektionierte Tweedy seinen Sound, aber auf dieser Platte geht das Konzept vollkommen auf, ist der Künstler bei sich.

  2. Wir sind Helden - Reklamation Nie zuvor haben so viele Bands in einem Jahrzehnt bewiesen, dass es keineswegs peinlich, langweilig oder beides sein muss, Deutsch zu singen. Wir sind Helden haben dies gleich mit drei Alben verwirklicht. Eine Menge Bands sind dem Vorbild „Frau singt, Männer musizieren” seitdem gefolgt, nicht alle haben verstanden, dass die Frau dabei auch kluge und charmante Texte singen sollte. Die Helden dagegen werden mit mindestens einem halben Dutzend Hits aus diesem Jahrzehnt in Erinnerung bleiben.

  3. Johnny Cash - Solitary Man Produzent Rick Rubin ist es zu verdanken, dass Johnny Cash einen zweiten Frühling erlebte; Rubin schrieb die Legende weiter. Cash interpretiert mit Grabesstimme Songs von Neil Diamond und Nick Cave; er verleiht den Stücken eine religiöse Dimension.

  4. Antony And The Johnsons - I Am Bird Now Ein Mensch, gefangen im falschen Körper, findet in der Musik die Möglichkeit, seinen Schmerz auszudrücken. Antony Hegarty schafft aus dieser Konstellation Stücke von fragiler Schönheit, entrückt von allem Irdischen. Diese Platte ist ein Wunder.

  5. Radiohead - In Rainbows Keine Band verbindet so konsequent neue Platten mit wegweisenden Ideen. „In Rainbows” war 2007 zunächst nur im Internet erhältlich, und die Fans konnten den Preis bestimmen. Auch deshalb ist Radiohead die einzige Band mit zwei Alben in den Top100.

  6. Grönemeyer - Mensch Herbert Grönemeyer bescherte der darbenden Musikindustrie ihr letztes Massenphänomen: „Mensch” holte Zehnfach-Platin, die dazugeörige Tour sahen mehr als 1,5 Millionen Menschen und die Live-DVD schaffte es als erste DVD auf Platz eins der Charts.

  7. White Stripes - Elephant Der Song „Seven Nation Army” wurde 2006 zur heimlichen Hymne der Fußball-WM ­ da bastelte Jack White längst auf anderen Baustellen. Diese Platte und dieses Lied aber bleiben; schon alleine, weil zwei Leute alleine hier so viel Lärm machen wie zwanzig.

  8. Bloc Party - Silent Alarm Bis 2005 glaubte der Planet, endgültig alles über Rock gelernt zu haben. Dann kamen Bloc Party und bündelten alle Energie, die andere auf Coolness verwenden, in Songs. Noch intensiver als die ersten drei Stücke auf „Silent Alarm” hat kein Album begonnen.

  9. Eminem - Marshall Matters LP Eminem hat zwischen 2000 und 2009 mehr Alben verkauft als jeder andere Künstler auf der Welt: mehr als 60 Millionen. „Die Marshall Matters LP” ist darunter der ökonomische und musikalische Spitzenreiter ­ auch wegen der Single „Stan”.

  10. Bruce Springsteen - The Rising

  11. Queens Of The Stone Age - Songs For The Deaf
  12. Kings Of Convenience Quiet Is The New Loud
  13. Norah Jones - Come Away With Me
  14. Adam Green - Friends Of Mine
  15. Ryan Adams - Gold
  16. Franz Ferdinand - Franz Ferdinand
  17. The Libertines - The Libertines
  18. Red Hot Chili Peppers ­- Californication
  19. Kettcar -­ Du und wie viel von Deinen Freunden
  20. Arcade Fire -­ Neon Bible
  21. Justin Timberlake -­ Future Sex/Love Sounds
  22. Calexico ­- Feast Of Wire
  23. Alicia Keys -­ Songs In A Minor
  24. Element Of Crime -­ Romantik
  25. Stars ­- Set Yourself On Fire
  26. Coldplay -­ Viva La Vida
  27. Kings Of Leon -­ Only By the Night
  28. Seeed -­ New Dubby Conquerors
  29. Amy Winehouse -­ Back To Black
  30. Kanye West ­- Graduation
  31. Lambchop ­- Is A Woman
  32. Pink ­- Missundaztood
  33. Mando Diao -­ Hurricane Bar
  34. Fatboy Slim ­- Halfway Between The Gutter And The Stars
  35. Linkin Park ­- Hybrid Theory
  36. Peter Fox ­- Stadtaffe
  37. Weezer ­- Green Album
  38. Nick Cave and The Bad Seeds -­ No More Shall We Part
  39. The Notwist ­- Neon Golden
  40. Arctic Monkeys -­ Whatever People Say I Am, That‘s What I‘m Not
  41. At The Drive-In ­- Relationship Of Command
  42. Maximo Park ­- Certain Trigger
  43. Morrissey ­- You Are The Quarry
  44. Bright Eyes -­ I‘m Wide Awake, It‘s Morning
  45. Beatsteaks ­- Smack Smash
  46. Daft Punk ­- Discovery
  47. Tocotronic - Tocotronic
  48. Turin Brakes -­ The Optimist LP
  49. Bob Dylan ­- Modern Times
  50. Outcast ­- Speakerboxxx/The Love Below
  51. U2 ­- All That You Can Leave Behind
  52. Air ­- 10000 Hz Legend
  53. Jan Delay -­ Mercedes Dance
  54. Nelly Furtado -­ Loose
  55. Robbie Williams ­- Sing When You’re Winning
  56. Beck ­- Sea Changes
  57. System Of A Down -­ Toxicity
  58. Gorillaz ­- dto.
  59. Kaiser Chiefs -­ Employment
  60. Zoot Woman ­- dto.
  61. Tool ­- Laterus
  62. Torch -­ Blauer Samt
  63. Burial ­- Untrue
  64. Muse ­- Absolution
  65. The Shins -­ Chutes Too Narrow
  66. John Frusciante -­ The Will To Death
  67. Deftones ­- dto.
  68. Hot Chip ­- The Warning
  69. The Killers -­ Hot Fuss
  70. Fleet Foxes -­ dto.
  71. Tomte ­- Buchstaben über der Stadt
  72. Phoenix -­ Alphabetical
  73. Sean Paul -­ Dutty Rock
  74. The Hives ­- Tyrannosaurus Hives
  75. Nickelback -­ Silver Side Up
  76. The Mars Volta -­ De-loused in the crematorium
  77. Radiohead ­- Hail To The Thief
  78. Eels -­ Souljacker
  79. Gossip -­ Music For Men
  80. Interpol ­- Turn On The Bright Lights
  81. Green Day -­ American Idiot
  82. The Streets -­ A Grand Don‘t Come For Free
  83. Vampire Weekend -­ dto.
  84. New Order -­ Get Ready
  85. Beyonce ­- Dangerously In Love
  86. The Cardigans -­ Long Gone Before Daylight
  87. Ash ­- Free All Angels
  88. Gnarls Barkley -­ St. Elsewhere
  89. Madonna ­- Music
  90. Blur ­- Think Tank
  91. Anastacia -­ Not That Kind
  92. Placebo ­- Meds
  93. Jimmy Eat World -­ Bleed American
  94. Portishead ­- Third
  95. Robert Foster -­ The Evangelist
  96. Portugal The Man -­ The Satanic Satanist
  97. Travis ­- The Invisible Band
  98. Evan Dando -­ Baby I’m Bored
  99. Black Rebel Motorcycle Club ­- dto.
Quelle: rpo