Benefizkonzert in Düsseldorf

Toten Hosen bitten zur DEG-Familienfeier

Benefizkonzert in Düsseldorf: Toten Hosen bitten zur DEG-Familienfeier Benefizkonzert in Düsseldorf: Toten Hosen bitten zur DEG-Familienfeier Foto: RP/ Endermann, Andreas
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Spielerlegenden, Fans und die Toten Hosen - sie alle feierten am Sonntag bei der Rot-Gelben Nacht im ISS Dome die DEG.

Um 21.26 Uhr geht es endlich los. Die Lichter gehen aus. Dann betreten die Toten Hosen die Bühne. Campino fragt: "Seid Ihr bereit für ein bisschen Lärm?" Die Masse ist bereit. "Das ist hier eine große Familienfeier", ruft Campino. Und schon tönen die Takte von "Strom" aus den Boxen. Es folgen "Weil du nur einmal lebst" und "Altes Fieber" - die Toten Hosen spielen heute alle ihre Hits. Und eines davon widmen sie sogar den Fans aus Köln, Krefeld und all den anderen Städten: "Auswärtsspiel".

Die rot-gelbe Masse auf den Tribünen und im Innenraum singt mit, tanzt, klatscht. Es heißt immer, den wahren Freund erkenne man erst in der Not. Wenn das stimmt, dann hat die DEG Tausende wahrer Freunde. Schon am frühen Abend erstrahlte der ISS Dome in den Farben Rot und Gelb. Es sind die Farben der Düsseldorfer Eislauf-Gemeinschaft (DEG), seit 1935 Düsseldorfs wichtigster Eishockey-Verein.

Der DEG geht es nicht gut, sie ist finanziell stark angeschlagen. Deshalb feiern die Freunde des Vereins - 11 500 an der Zahl - am Sonntag gemeinsam mit ihrem Verein die Rot-Gelbe Nacht im ISS Dome. Eingeladen haben dazu die wohl berühmtesten Anhänger der DEG: die Toten Hosen. Sie geben ein Benefizkonzert für ihren Verein. Zur Einstimmung spielt vorher Wölli, der Ex-Schlagzeuger der Toten Hosen, mit seiner "Band des Jahres". Zwischendurch laufen immer wieder Bilder aus 78 Jahren DEG - Spieler, Siege, Niederlagen. Gleichzeitig Fan-Gesänge der Zuschauer in der Halle. Auch wenn zunächst noch nicht die großen Stars des Abends auf der Bühne stehen, der Stimmung tut das keinen Abbruch. Denn die Besucher sind nicht nur wegen der Toten Hosen gekommen, sie sind da, um ihren Verein zu unterstützen.

Jenny Drewa ist schon ihr Leben lang DEG-Fan. Zum Konzert trägt sie das Trikot, das die Toten Hosen voriges Jahr für den Verein designt haben. "Alles aus Liebe" steht drauf. Und das ist auch der Grund, warum sie mit Mutter Angie zu dem Konzert gekommen ist. "Wir haben Dauerkarten, die DEG bedeutet für mich Leben und Familie", sagt Jenny.

Karsten Damm ist seit 27 Jahren DEG-Fan - und hat das Motto der Rot-Gelben Nacht quasi wörtlich genommen: Außer dem obligatorischen Trikot trägt er ein rot-gelbes Harlekin-Kostüm und hat auch sein Gesicht in den Vereinsfarben bemalt. "Das trage ich nur zu besonderen Anlässen - wie heute. Ich liebe die Atmosphäre bei der DEG", sagt der 45-Jährige. Nicht in den Farben der DEG dafür aber im Schwarz-Gelb der Krefelder Pinguine sind die beiden Freunde Tobias Kruse und Tobias Lade gekommen. "Unser Verein hatte ebenso wie die DEG in den vergangenen Jahren immer wieder finanzielle Probleme. Aber die Derbys sind immer noch die schönsten Spiele, man ist Gegner, kann aber trotzdem anschließend noch gemeinsam ein Bier trinken gehen. Ohne die DEG geht es nicht", sagt Kruse.

Wuselig geht es vor dem Konzert auch an den Merchandise-Ständen zu: Die Toten Hosen haben für den Abend ein T-Shirt, einen Schal und einen Puck designt. Der Andrang auf die Andenken an diese Rot-Gelbe Nacht ist groß. Hajo Kendelbacher und Sohn Florian haben sich mit T-Shirts und einem Schal eingedeckt: "Eigentlich gehe ich schon seit den Zeiten an der Brehmstraße nicht mehr zur DEG - das war nicht mehr mein Eishockey. Aber jetzt hat mich mein Sohn motiviert, wieder hier hinzugehen", sagt Hajo Kendelbacher. Außerdem wolle er den Verein auch unterstützen - denn Düsseldorf ohne den legendären Eishockeyverein kann er sich nicht vorstellen. Sohn Florian freut sich vor allem auf die Toten Hosen. Sein Lieblingslied? "Natürlich 'Bayern'", sagt der Zehnjährige. Das Lied, in dem Campino schwört, niemals zu Bayern München zu gehen - das gefällt dem Fortuna-Fan.

Quelle: RP