Cro im Interview

Der rappende Panda

Cro im Interview: Der rappende Panda Cro im Interview: Der rappende Panda Foto: Peter Schings
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Was 2011 Casper war, ist 2012 der 20-jährige Cro. Auch der Stuttgarter Rapper erreicht ein Publikum, das über die Hip-Hop-Szene hinausgeht, wie er mit seinem Hit "Easy" bewiesen hat. Nun erschien sein Debütalbum "Raop". Wir haben ihn zum Interview getroffen.

Wenn dein Album erscheint, wirst du so viel Geld haben wie noch nie in deinem Leben. Hast du schon einen Termin mit deinem Bankberater gemacht?

Der rappende Panda: Das ist Cro Der rappende Panda: Das ist Cro Der rappende Panda: Das ist Cro Der rappende Panda Das ist Cro 12 Fotos Cro Nein. Bei meinem Label Chimperator arbeitet der Nico, der ist ein Zahlengenie. Der gibt mir auch gar kein Geld raus. Wenn ich ihm sage „Nico, ich brauch hundert Euro“, dann sagt er „Nein, nein, nein“.

Musst du dich trotzdem mehr mit Geld auseinandersetzen als früher?

Cro Nö. Ich finde das Geld nicht so wichtig. Ich merke das auch gar nicht. Das läuft einfach so im Hintergrund aufs Konto und dümpelt da vor sich her. Momentan brauche ich ja auch gar kein Geld. Ich bekomme jede Fahrt bezahlt, den Eintritt in den Club, weil ich dort ja auftrete, Getränke, Essen. Und wenn ich nach Hause komme, gibt es auch Essen. Geld ist gerade echt nicht interessant in meinem Leben.

Dein Leben ändert sich momentan rasant. Woran merkst du das am meisten?

Cro Alle, die mich schon von früher kannten, gehen plötzlich ganz anders mit mir um. Sie beobachten mich, während ich meinen Kaffee trinke und solche Dinge. Einige Kumpels sind plötzlich krass nervös. Dann sage ich immer: Entspann dich. Ansonsten hat sich nicht viel verändert. Ich bin immer noch Carlo.

Leute, die berühmt geworden sind, behaupten gerne, der Erfolg hat sie nicht verändert. Du hast kürzlich bei Rock am Ring gespielt und die Leute konnten alle deinen Hit "Easy" mitsingen. Solche Dinge lassen einen doch nicht kalt.

Cro Vor einem halben Jahr war ich noch ein Kindskopf und musste ganz ganz schnell reifen, damit ich nicht untergehe in dem Trubel. Zum Glück habe ich ja die Maske. Carlo erlebt ja das Star-Ding nicht, ohne Maske erkennt ihn ja keiner. Erst wenn ich die Maske aufsetze, geht das Gekreische los.

Trotzdem – dein Video "Easy" hat fast 20 Millionen Klicks bei Youtube. Das macht doch was mit dir.

Cro Es ist auf jeden Fall cool. Ich merke, es funktioniert, und habe dann auch mehr Spaß. Jetzt habe ich noch mehr Energie und will noch mehr machen.

Wo wird die Goldene Schallplatte für "Easy" hängen?

Cro Die hänge ich mir schön in mein Zimmer. Neben die Poster mit den nackten Frauen.

Auf dem Album gibt es einige Songs, auf denen du dich ausführlich mit den Folgen des Ruhms auseinandersetzt. Ist das eine Warnung an dich selbst?

Cro Ich werde keine Starallüren entwickeln. Kodimey von meinem Label hat mich von vornerein so erzogen: "Sei nett zu jedem Licht- und Tontechniker, verabschiede und bedanke dich. Denn die mischen deine Show. Sei nett zur Catering- Dame." Und deshalb bin ich auch freundlich zu jedem.

So etwas kann sich schleichend verändern.

Cro Das passiert mir auf keinen Fall. Ich habe alles erreicht, was ich erreichen will. Wenn, dann hätte ich mich schon längst verändert. Dann würde ich jetzt schon rumlaufen und sagen "Hey, ich bin der Typ von 'Easy'".

Das Album dreht sich insgesamt sehr um dich.

Cro Ich habe mir beim Albumschreiben keine großen Gedanken gemacht. Ich hatte diese zwei Monate und wusste: Let’s go. Mach einfach. So sind ganz schnell Tracks entstanden. Ohne roten Faden.

Schon einen Gedanken daran verschwendet, dass du in einem Jahr wieder dort stehen könntest, wo du vor einem Jahr standest?

Cro Ich mache mir nie einen Kopf, was passieren kann. Es geht nie geradeaus. Es geht immer links oder rechts. Ich gucke mal, wie es läuft. Vielleicht habe ich in einem Jahr auch keinen Bock mehr und mache was ganz anderes.

Was würdest du denn heute machen, wenn das alles nicht passiert wäre?

Cro Dann würde ich wohl studieren. Ich hab mich im Herbst an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe für Produktdesign beworben. Ich war kurz davor, meine Bewerbung abzuschicken. Und dann kam der Erfolg mit Cro.

Wenn ein junger Musiker mehr als 20 Platten verkauft, heißt es direkt, er steht für eine ganze Generation. Bei dir ist das auch der Fall. Nervt das schon?

Cro Ich mache einfach alles für mich. Wenn sich jemand was daraus zieht, dann schön. Aber ich sehe das nicht so, dass ich für eine Generation spreche.

Aber du singst ja über Dinge, die sicherlich auch andere 20-Jährige beschäftigen.

Cro Klar, es geht um Geld haben, eine schöne Zeit haben, keinen Bock auf arbeiten und Schule, Mädchen. Das ist ein schönes Album, um seine Jugend zu verschwenden.

Dein Erfolg verlängert gerade deine eigene Jugend, oder?

Cro Auf jeden Fall. Die nächsten drei bis vier Jahre kann ich ausschlafen. Ich denke, hier bleibe ich erstmal. Hier ist es cool.

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Quelle: rpo