Erste ESC-Teilnehmer stehen fest

Düsseldorf vor dem Lena-Ansturm

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Die Teilnehmer- und Zuschauerzahlen beim Eurovision Song Contest (ESC) 2011 in der Esprit-Arena explodieren: 43 Länder wollen antreten – so viele wie zuletzt beim Rekord-ESC 2008 in Belgrad. Nach den Hotelbetten werden jetzt die Veranstaltungsorte für das Rahmenprogramm knapp.

Falls Sie noch nie von Aurela Gace gehört haben, nun, das könnte sich bald ändern: Die Wahl-New Yorkerin hat mit ihrem Song "Kënga Ime" das Festivali i Këngës gewonnen und wird daher Albanien beim Eurovision Song Contest (ESC) in Düsseldorf vertreten. Damit stehen neun Interpreten für den Eurovisions-Wettbewerb fest, der in Düsseldorf alle bisherigen Dimensionen sprengen könnte. ARD-Unterhaltungs-Chef Thomas Schreiber, verantwortlich für den ersten deutschen ESC seit fast 30 Jahren, spricht bereits vom größten "Song Contest seit einem Jahrzehnt".

Nicht nur, weil für das Finale am 14. Mai und die Generalprobe am Vortag (dabei stimmen die Länder-Jurys ab) in der Esprit-Arena schon jetzt mehr Karten verkauft worden sind als für alle Osloer ESC-Veranstaltungen zusammen. Mit 43 Ländern erreicht der ESC die Rekordgröße des Wettbewerbs von 2008 in Belgrad. Italien kehrt nach 13 Jahren zurück, Österreich ist nach dem Ausstieg vor drei Jahren ebenfalls wieder dabei. Auch Ungarn und San Marino wollen wieder teilnehmen. Für das Finale am 14. Mai sind bisher nur Frankreich, Italien, England, Spanien und Deutschland als Hauptzahler-Länder der Europäische Rundfunkunion (EBU) gesetzt.

Die übrigen 38 Teilnehmer-Länder müssen sich für die Finalteilnahme in zwei Semi-Finalshows am 10. und 12. Mai qualifizieren. Die EBU wird am 17. Januar bei ihrem Treffen in Düsseldorf auslosen, welches Land zu welchem Termin antritt. Von den 19 Ländern pro Semi-Finale rücken jeweils nur zehn in die Finalshow ein. In welcher Reihenfolge die Länder in den Shows auftreten, entscheidet die EBU erst am 14. März bei einem Treffen der Delegationen in Düsseldorf. Für den ausrichtenden NDR nimmt der ESC allein TV-technisch die Ausmaße von Olympischen Spielen an. Im ESC-Zentrum rund um die Düsseldorfer Arena wird es eng: Die erwartete Zahl von 2500 Journalisten könnte sich leicht verdoppeln.

In der Landeshauptstadt und ihrem Umland hat längst ein Wettbewerb nicht nur um Kontingente von Hotelbetten begonnen, sondern vor allem um Veranstaltungsorte für das Begleitprogramm zu Europas größtem TV-Ereignis. In aller Stille hat der NDR Düsseldorf bereits optisch nach attraktiven Kulissen für viele Auftritte und Events der erwarteten Teilnehmerländer im Vorfeld des ESC durchforstet. Die ersten Teilnehmer spielen sich inzwischen warm, seit gestern steht offiziell auch der türkische Beitrag fest: Nachdem "maNga" 2010 hinter Lena einen beachtlichen zweiten Platz erreicht hatte, soll jetzt die 1997 gegründete Rockband Yüksek Sadakat ins Rennen. Ihr Name bedeutet auf Türkisch so viel wie HiFi, ihr Sound verbindet kräftigen Pop-Rock mit folkloristischen Instrumenten.

Bosnien-Herzegowina hat sich für einen ESC-Veteranen entschieden: Dino Merlin soll es richten. 1999 war er beim ESC in Jerusalem mit seinem Lied "Putnici" immerhin bis auf den siebten Platz gekommen. Eine Nonsens-Debatte tobt derzeit um den möglichen österreichischen Beitrag. Ins Gespräch bringen sich unter anderem der Talkshow-Gast Arno Dübel ("Deutschlands frechster Arbeitsloser") und Supertalent-Gewinner Freddy Sahin-Scholl. Was Lena Meyer-Landrut zur Titelverteidigung in Düsseldorf singen wird, entscheidet sich erst am 18. Februar in einer Live-Show.

Song für Deutschland

Am 31. Januar und 7. Februar singt Lena je sechs Lieder, am 18. Februar fällt die Entscheidung, ARD und ProSieben kooperieren bei den Shows. Das oft kritisierte Verfahren ist weder neu noch ungewöhnlich: 1971 präsentierte Katja Ebstein sechs Lieder, der Titel „Diese Welt“ wurde es schließlich und reichte in Dublin für Platz 3.

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Quelle: rpo