Fans der Live-Musik müssen mehr zahlen

Gema macht Konzerte teurer

Fans der Live-Musik müssen mehr zahlen: Gema macht Konzerte teurer Fans der Live-Musik müssen mehr zahlen: Gema macht Konzerte teurer Foto: Marek Lieberberg, gms
Von |

Schwere Zeiten für Fans von Live-Musik: Die Eintrittspreise werden steigen, die Zahl der Konzerte wird abnehmen – das sagen die Veranstalter. Schuld ist in ihren Augen die Erhöhung der Gema-Gebühren. Was sicher ist: Im August kommen Musikfans zum 26. Mal zum Haldern Pop Festival in der Nähe von Rees zusammen. Was nicht sicher ist: ob das Festival noch häufig stattfinden wird. Denn die Gema, die Gesellschaft für musikalische Aufführungsrechte, die für Musiker die Tantiemen einsammelt, hat die Gebühren erhöht. Das betrifft vor allem professionelle Veranstalter. Haldern-Organisator Stefan Reichmann sagt: "Wir werden die Erhöhung der Gebühren auf die Eintrittspreise umlegen müssen. Aber wenn die Tickets zu teuer werden, müssen wir das Festival möglicherweise einstampfen."

Künstler bislang nicht angemessen entlohnt

Die Gema begründet die Erhöhung damit, dass die Künstler bislang nicht angemessen an den wachsenden Umsätzen der Konzertwirtschaft beteiligt worden seien. Zahlten die Tourneeveranstalter früher 1,9 bis 4,5 Prozent der Einnahmen aus dem Kartenverkauf an die Gema, steigt der Tarif nun stufenweise bis 2014 auf zehn Prozent. Zudem werden auch die Einnahmen aus Sponsoring und Werbung berücksichtigt. Damit steigen die Gema-Kosten für viele Veranstalter um mehr als das Fünfache.

"Verständnis für menschliche Bedürfnisse fehlt"

"Der Gema fehlt offensichtlich jedes Verständnis für menschliche Bedürfnisse", kritisiert Marek Lieberberg, der das Festival "Rock am Ring" veranstaltet. "Die höheren Gebühren können viele Veranstalter nur durch Erhöhung der Ticketpreise auffangen", sagte Jens Michow, Präsident vom Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft. "Dadurch wird das Konzertangebot leiden", erwartet Folkert Koopmans, Geschäftsführer von FKP Scorpio, der unter anderem das norddeutsche Rockfestival "Hurricane" organisiert. Die Gema wolle nur Lücken aus anderen Segmenten wie dem CD-Verkauf füllen.

Gebühren auch bei Abi- oder Straßenfesten

Auch Privatpersonen kommen gelegentlich mit der Gema in Kontakt. Jede öffentliche Veranstaltung mit Musik muss bei der Gesellschaft gemeldet werden („Gema-Vermutung“). Wenn dann bei der Gema gemeldete Songs - und das sind die meisten Pop- und Rocksongs - gespielt werden, kostet das auch Gebühren.

Quelle: rpo