Gute Nachrichten für Veranstalter?

GEMA-Tarifreform für Clubs scheitert vor Schiedsstelle

Gute Nachrichten für Veranstalter?: GEMA-Tarifreform für Clubs scheitert vor Schiedsstelle Gute Nachrichten für Veranstalter?: GEMA-Tarifreform für Clubs scheitert vor Schiedsstelle Foto: TONIGHT.de/Ferda Akalin

Der Aufschrei war groß, als die GEMA vor knapp über einem Jahr eine vereinfachte Tarifreform ankündigte, um die Abgaben für Clubs und Veranstalter gerechter zu gestalten. Denn den Musikveranstaltern drohten existenzgefährdende Erhöhungen. Eine Schiedsstelle erteilte der GEMA-Tarifreform nun eine klare Absage. Können die Clubs jetzt aufatmen?

Das sagen DJs, Musiker, Veranstalter und Club-Betreiber: Ärger über neue GEMA-Gebühren Das sagen DJs, Musiker, Veranstalter und Club-Betreiber Ärger über neue GEMA-Gebühren Zum Artikel » Die geplanten Änderungen der GEMA, elf verschiedene Tarife auf zwei neue Tarife zu schmälern, bereiteten vielen Musikern, DJs, Veranstaltern und Clubbetreibern extreme Kopfschmerzen. Clubs hätten durchschnittlich etwa 500 Prozent mehr zahlen sollen, Musikkneipen sogar bis zu 2.000 Prozent. Eine urheberrechtliche Schiedsstelle entschied nun, dass die Reform einen „einen Verstoß gegen das Gleichbehandlungsgebot“ darstellt – zwei Tarife, die für alle gelten, würden keinen Differenzierungs-Spielraum mehr lassen und somit gegen kartellrechtliche Vorschriften verstoßen. Kurz: Alle Musikveranstalter über einen finanziellen Kamm zu kehren, wäre schlichtweg unfair und rechtlich falsch! Daher wurde nun ein Einigungsvorschlag präsentiert.

Ab dem 1. April: GEMA: Nun müssen DJs selbst zahlen Ab dem 1. April GEMA: Nun müssen DJs selbst zahlen Zum Artikel » Die Mehrzahl der im Streit stehenden Tarife bleibt somit erst mal völlig unverändert. Ein Grund zum Aufatmen? Geht so. Ernst Fischer, der als Vorsitzender der Bundesvereinigung der Musikveranstalter gegen die neuen Reformen kämpft, sieht das Ergebnis mit gemischten Gefühlen: "So sehr wir uns über die Beibehaltung der bisherigen Strukturen, über sieben völlig unangetastete Tarife und über Entlastungen kleiner Veranstaltungen freuen, sind wir doch sehr verwundert über die zum Teil sehr deutlichen Erhöhungen in den Tarifen für Einzelveranstaltungen sowie für Musikkneipen, Clubs und Discotheken."

Im Detail: Was bedeutet die Entscheidung der Schiedsstelle für Veranstalter und Clubs?

Demo in Dortmund am 30. März: DJs wehren sich gegen neuen GEMA-Tarif Demo in Dortmund am 30. März DJs wehren sich gegen neuen GEMA-Tarif Zum Artikel » Gute Nachrichten bringt der „Einigungsvorschlag“ nämlich nur teilweise. Die Tarife für Varietébetriebe, Stadt- und Straßenfeste, Kleinkunstbühnen, Wortkabaretts, regelmäßige Musikaufführungen mit Musikern ohne Tanz, Musikaufführungen mit Musikern in Tanzlokalen und Musikwiedergaben mittels Tonträger in Table-Dance-Lokalen bleiben unverändert.

Veranstaltungen: Auch die Gebühren für Einzelveranstaltungen mit Live- oder Tonträgermusik werden weiterhin nach Quadratmetern und Eintrittsgeld berechnet – allerdings ohne Zwischenstufen in 100 Quadratmeter und Ein-Euro-Schritte unterteilt. Unterm Strich würden also Veranstaltungen in großen Räumen (1.000 – 2.000 Quadratmeter) und mit hohen Eintrittsgeldern (20-50 Euro) mehr Geld abtreten müssen – rund 80 bis 390 Prozent teurer wird’s. Hinzu kommen noch mehr Kosten für alle Events, die länger als acht Stunden andauern.

Wirte in Düsseldorf: Altstadt: Macht Gema das Bier teurer? Wirte in Düsseldorf Altstadt: Macht Gema das Bier teurer? Zum Artikel » Im Umkehrschluss können sich demnach die kleinen Veranstaltungen in Räumen unter 1.000 Quadratmetern und mit weniger als 10 Euro Eintritt freuen – für sie wird’s teilweise bis zu 49 Prozent billiger.

Clubs und Discos: Für das Segment der Clubs und Discotheken mit bis zu sechs Euro Eintrittsgeld würden sich je nach Anzahl der Öffnungstage Steigerungen zwischen 45 bis 100 Prozent ergeben zuzüglich etwaiger Eintrittsgeldzuschläge – wenn der Eignungsvorschlag umgesetzt werden würde.

Für dieses Jahr zumindest gilt weiterhin eine Übergangslösung - erst ab Januar 2014 würde sich konkret etwas ändern. Wir bleiben am Ball.