"In Deutschland genießt ihr den Geschmack wirklich"

Sympathischer Australier: Woody Pitney zu Besuch in Köln

"In Deutschland genießt ihr den Geschmack wirklich": Sympathischer Australier: Woody Pitney zu Besuch in Köln "In Deutschland genießt ihr den Geschmack wirklich": Sympathischer Australier: Woody Pitney zu Besuch in Köln Foto: TONIGHT.de/Robin d'Alquen
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Mit seinem Song „You Can Stay“- bekannt aus der TV-Werbung von „weg.de“ – schwirrt Woody Pitney bereits vielen von uns im Ohr herum. Dass der Kaffee liebende Australier aber mehr ist als die Hintergrundmusik zu einem Werbespot, davon durfte sich TONIGHT.de-Mitarbeiter Robin d’Alquen beim Interview in der Kölner Bar Schmitz am Mittwochnachmittag selbst überzeugen.

Hallo Woody, wie kam es überhaupt zu der Zusammenarbeit mit weg.de? 

Sie haben den Song auf YouTube gesehen und mich gefragt, ob ich in ihren Werbesport will. Ich meinte, „yeah ok. Why not?“. Bis dahin hatte ich von weg.de noch nie etwas gehört. Aber ich habe mir gedacht, es ist eine coole Geschichte zum Erzählen, oder um es später Freunden zu zeigen. Ein paar Wochen danach hatte ich dann viele neue Fans auf meiner Facebook Seite, die meinten: „Yeah, ich kenn deinen Song aus der Werbung und find den toll“. Ich war überrascht, was daraus geworden ist. Es war eine gute Idee und ich hatte eine Menge Glück. Ich hoffe, dass ich auch in Zukunft so viel Glück haben werde.

Woodyguitar1 (image/jpeg) Woody Pitney an seinem Lieblingsinstrument.

Wie ist der Song „You Can Stay“ denn entstanden?

Ich habe den Refrain geschrieben und dachte mir, „oh, das ist ein guter Refrain für einen Song“ und habe dann mehr und mehr Details reingebracht. Es ist immer gut, persönliche Dinge in einen Song einzubauen. Ich mag es nicht, nur über eine Sache zu schreiben, deswegen ist es häufig ein Mix von Eindrücken. Auch von meinen Freunden und der Familie.

Welche Musiker inspirieren dich dabei?

Jeder, der Gitarre spielt (lacht). Natürlich Jack Johnson oder Paul Kelly, der australische Bob Dylan. Aber auch Bob Dylan selbst. Keith Urban, vor allem seine Folk Sachen. Aber es ändert sich immer, je nachdem was ich gerade gerne auf meinem mp3-Player höre.

Du bist gerade mal 23 Jahre alt. Wie gehst du mit deinem plötzlichen Erfolg um?

Es ist ziemlich verrückt, was alles passiert. Allerdings mache ich schon länger Musik, habe viele schlechte Auftritte (lacht) hinter mir und die harte Phase des Künstlerlebens hautnah miterlebt. Die Erfahrung, bevor das hier alles passiert ist, hat mir aber gut gefallen.

Woodycoffee1 (image/jpeg) Hier in Deutschland schmeckt dem Kaffeefan besonders der Milchkaffee.

Wie erlebst du das zur Zeit?

Ich hoffe einfach, dass es von hier aus weitergeht. Aber es ist verrückt, ich hab den Song in meinem Schlafzimmer aufgenommen und jetzt bin ich hier in Köln und reise durch Deutschland.

Kriegst du eigentlich schnell Heimweh? 

Nicht wirklich. Ich habe meine eigenen Süßigkeiten dabei, das hilft mir (lacht). Aber ich muss zugeben, hier in Deutschland gibt es die bessere Schokolade.

Sprichst du eigentlich auch Deutsch?

Nicht wirklich, ich versuche, es gerade zu lernen. Ich habe im Flugzeug versucht, mir ein bisschen was beizubringen, habe mich aber wegen den Leuten neben mir nicht getraut die Aussprache zu üben. Es war also nicht sehr effektiv.

Woodyguitar2 (image/jpeg) Immer gut gelaunt und mit einem Lachen im Gesicht. So haben wir Woody in Köln erlebt.

Was kannst du denn schon auf Deutsch sagen?

„Ein Kölsch bitte!“ (Anm. d. Red.: Na, das reicht doch!)

Was für Unterschiede zwischen Australien und Deutschland sind dir bis jetzt aufgefallen? 

Wenn Leute hier sagen, sie treffen sich auf ein Bier, ist das, als wenn man in Australien sagt, man trifft sich auf einen Kaffee. In Deutschland genießt ihr den Geschmack wirklich. Wenn wir uns in Australien zum Bier treffen, geht’s weniger um den Geschmack, sondern mehr ums Trinken.

Wie haben eigentlich deine Eltern auf den plötzlichen Erfolg reagiert? 

In der Phase, in der es um die Einzelheiten meines Vertrages ging, wollten wir niemandem etwas verraten. Wir hatten die Sorge, dass der Deal noch platzen könnte. Nachdem ich dann aber unterschrieben hatte, waren sie sehr glücklich für mich. Jetzt sind sie eifersüchtig und wären am liebsten mitgekommen. Nächstes Mal nehme ich sie dann mit (lacht).

Woodytogether1 (image/jpeg) Ein Star zum Anfassen: Woody mit unserem Redakteur Robin.

Welche Rolle haben deine Eltern - im Hinblick auf die Musik - für dich gespielt?

Mein Vater hat in meiner Kindheit häufig Gitarre gespielt und wir hatten im Haus viele Gitarren rumstehen. Eine von seinen Gitarren war eine ganz besondere und ich durfte sie nie spielen. Deswegen habe ich die ganzen anderen Gitarren gespielt. Als ich dann irgendwann gut genug war, durfte ich dann endlich an seine Lieblingsgitarre. Er hat mir viel beigebracht, viele kleine Tricks. Beide haben mich immer sehr unterstützt

woodyice1 (image/jpeg) Woody bei seinem ersten Stracciatella Eis. Du hast nicht immer nur Gitarre gespielt, sondern auch mal Geige. Wie ist es dazu gekommen?

Für drei Jahre habe ich Geige in der Schule gespielt und es immer gehasst. Aber meine Mutter hat mich bestochen und mir Geld gegeben, wenn ich weiter zum Unterricht gehe. „Erzähl es nicht deinem Vater, aber spiel bitte weiter.“. So hat sie mich dazu gebracht, weiter hinzugehen. Als 12-jähriger sind 50 Dollar für ein bisschen Geige spielen sehr viel Geld (lacht).

Welchen Tipp würdest du den Menschen geben, die Probleme haben einfach ihre Sachen zu packen und die Welt zu erkunden?

Ich glaube, wenn du deine Komfort-Zone verlässt und einfach anfängst zu reisen, anstatt an deinem Computer zu sitzen und Facebook zu checken, lernst du neue Kulturen kennen und genießt das. Dann fängst du an zu realisieren, wie groß die Welt ist und wie viel Kultur sie dir zu bieten hat. Also sag ich: Mach es einfach! Arbeite – nimm auch scheiß Jobs an – und verdiene dir das Geld zum Reisen. Oder werde Musiker, dann fliegen sie dich um die Welt (lacht).