Konzert in der Tonhalle

Fünf Gründe für José Gonzalez

Konzert in der Tonhalle: Fünf Gründe für José Gonzalez Konzert in der Tonhalle: Fünf Gründe für José Gonzalez Foto: Veranstalter
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Der 30-jährige Musiker tritt am Samstag in der Tonhalle auf. Berühmt wurde er mit dem Stück „Heartbeats“, das als Soundtrack für einen Werbespot ein Millionenpublikum erreichte. Derzeit scheint es kaum eine Altbauwohnung zu geben, in der seine Folksongs nicht gespielt werden. Das geht seit einigen Jahren so, jede Saison läuft eine dieser herbstlichen Platten in den Cafés und In-Boutiquen rauf und runter, als gäbe es keine andere Musik, immer nur dieses eine Werk, überall. „Solo Piano“ von Chilly Gonzales war eines dieser melancholischen Alben für die Bionade-Bohéme, „Dreams“ von Whitest Boy Alive, die Hit-Sammlungen von Nouvelle Vague, „The Reminder“ von Feist - und die zwei CDs von José Gonzalez. Am Samstag kommt der schwedische Sänger mit den argentinischen Wurzeln nun in die Tonhalle, und es gibt mindestens fünf Gründe dafür, diesen Termin nicht zu verpassen.

  1. Gonzalez ist so sympathisch

Im Gespräch erfüllt Gonzalez alle Klischees über Folk-Sänger. Er ist zurückhaltend und nett. Er erzählt von Vorlieben und Vorbildern, von Paul Simon, Fela Kuti, Chet Baker, Nina Simone und Zack de la Rocha von Rage against the Machine. Der 30-Jährige aus Göteborg, der ein gutes Model für die T-Shirt-Werbung von American-Apparel wäre, ist ein Entertainer mit Geist.

  1. Die Tonhalle passt ideal zur Musik

Die Tonhalle ist perfekt für die zerbrechlichen Lieder von José Gonzalez. Es gibt keine große Show. Er sitzt auf einem Hocker, die Gitarre auf dem Schoß. Unterstützt wird er von einem Percussionisten und einer Background-Sängerin. Das ist Musik, zu der man sich tief in den Sessel fallen lässt, die man still genießen möchte, intensive Musik.

  1. Gonzalez ist besonders

Er war zunächst nur in Schweden ein Star, dort stieg sein erstes Album „Veneer“ 2004 auf Platz zwei der Charts. Mit anderthalb Jahren Verspätung kamen die Lieder mit der eindringlichen, gepressten Stimme und den vibrierenden Gitarrensaiten auch in Großbritannien und den USA an. Im Soundtrack zur Serie „O.C. California“ wurden seine Stücke verwendet, und der Durchbruch kam mit einem Werbespot. Tausende bunte Bälle kullerten auf den Straßen in der Reklame für einen Flachbildschirm von Sony, dazu lief „Heartbeats“ von Gonzalez. Der Song wurde ein Hit, sein Sänger ein Star.

  1. Überraschende Coverversionen

„Heartbeats“ stammt im Original vom schwedischen Elektro-Duo The Knife und ist ein harter Synthie-Track, den Gonzalez in den Folk übersetzte. Auf der aktuellen Platte „In our Nature“ covert er „Teardrops“ von Massive Attack, und in Konzerten überrascht er mit Klassikern, mit „Smalltown Boy“ von Bronski Beat etwa.

  1. Die Gefühle im Herbst

„Es gibt eine Sehnsucht nach Wärme und Menschlichkeit vor allem bei der Jugend in den Städten“, sagt Gonzalez. Seine Musik befriedigt dieses Bedürfnis. Obwohl er die klassischen Muster des Sixties-Folk benutzt, klingt sie zeitgemäß, gegenwärtig. Das mag an seiner Art zu singen liegen, am harten Saitenschlag, an den universell gültigen Texten über Du und Ich, über Fliehen und Bleiben.

Sicher ist: Das wird schön.

José Gonzalez in der Tonhalle, Samstag 18. Oktober, Einlass 20 Uhr, Beginn um 21 Uhr, Karten kosten 20 Euro im Vorverkauf, 24 Euro an der Abendkasse

Quelle: rpo