Konzert-Stätte in Oberbilk

Philipshalle bekommt neuen Namen

Konzert-Stätte in Oberbilk: Philipshalle bekommt neuen Namen Konzert-Stätte in Oberbilk: Philipshalle bekommt neuen Namen Foto: Philipshalle
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Nächste Woche will das Hallenmanagement bekannt geben, wie man künftig heißen wird. Angeblich gab es mehrere Interessenten – aber offenbar macht Mitsubishi-Electric das Rennen. Das Namensrecht für den niederländischen Elektronikkonzern Philips lief bereits 2002 aus.

Offiziell bestätigen will es noch keiner, aber es gilt als sicher, dass die Zeit vorbei ist, in der die Konzerthalle an der Siegburger Straße in Oberbilk Philipshalle heißt. 40 Jahre trug sie diesen Namen – aber demnächst wird sie wohl unter "Mitsubishi-Electric-Halle" firmieren.

Die Europazentrale des japanischen Konzerns sitzt in Ratingen. Auch von dort war gestern keine Stellungnahme zu bekommen. Aber aus dem Umfeld des Unternehmens ist unter der Hand zu hören, dass die Firma bereits mit dem neuen Auftritt als Sponsoring-Partner der populären Halle plane.

Wie hoch die Summe ist, die man für das Namensrecht bezahlen wird, ist noch nicht bekannt, sondern wird nächsten Dienstag verkündet. Sowohl Philipshallen-Chef Manfred Kirschenstein wie Hilmar Guckert (Chef von Düsseldorf-Congress, die u.a. die Philipshalle, die Arena und den ISS-Dome vermarktet) lehnten es ab, Stellung zu nehmen, und verwiesen auf das Gespräch am Dienstag.

Die Verhandlungen mit möglichen neuen Namensgebern liefen über Jahre. Bereits 2001/2002 war das ursprünglich mit Philips geschlossene Abkommen ausgelaufen. Seinerzeit hatte man u.a. mit ThyssenKrupp verhandelt, sich aber nicht einigen können. Unbestätigten Meldungen zufolge kam es immer wieder zu Gesprächen, aber nie zu einem Abschluss. Vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten tun Firmen sich schwer, solche Sponsoring-Verträg abzuschließen.

Das hat sich jetzt offenbar geändert: Dass Düsseldorf-Congress als Muttergesellschaft nun zu einem Pressegespräch lädt, um den neuen Namen zu präsentieren, gilt als sicheres Zeichen dafür, dass man einen neuen Partner gefunden hat.

Der Neue muss allerdings, so sehen es Branchenkenner, gegen eine über die Jahre gewachsene Gewohnheit ankämpfen: Die Philipshalle ist längst zu einer eigenen Marke geworden, den wenigsten ist klar, dass dieser Name "Philips" von dem niederländischen Elektronikkonzern stammt.

Mit dem wure nach der Eröffnung der Halle vor 40 Jahren ein Vertrag geschlossen, der die Namensrechte 30 Jahre vergab – für die einmalige Zahlung von einer Million D-Mark. Aus heutiger Sicht verblüffend billig.

Denn Namensrechte zu vergeben ist heute ein ebenso lukratives wie kompliziertes Geschäft. Der Namensgeber zahlt einen vereinbarten Betrag pro Jahr, häufig hängt die Höhe aber noch von der Popularität und der Nutzungs-Intensität des Bauwerks ab. Beispiel: Wäre die Fortuna in der Zeit in die 1. Bundesliga aufgestiegen, in der die Arena noch nach LTU benannt war, dann wäre auch der jährliche Betrag gestiegen, den die Airline damals dafür bezahlte, ihre Jets über einem Stadion starten und landen zu lassen, das den eigenen Namen trug.

Über die Jahre ist die Philipshalle immer wieder neuen Anforderungen angepasst worden. Chef Kirschenstein formulierte es einmal so: "Wir sind natürlich in einem permanenten Modernisierungsprozess."

Namensrechte

Sportstätten Namen von zahlenden Sponsoren zu geben, ist in Deutschland (und anderen Ländern) sehr verbreitet. Der Namensgeber macht damit PR für sich selbst, der Hallenbetreiber hat eine sichere Einnahmequelle - vor allem für defizitäre Bauwerke ein willkommenes Zubrot. Köln hat zum Beispiel die Lanxess-Arena, Dortmund den Iduna-Park

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Quelle: RP