Lenas Album "My Cassette Player"

Allein Stefan Raabs Schuld

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Drei Wochen vor dem Eurovision Song Contest in Oslo hat die 18-jährige Lena ihr erstes Album veröffentlicht. "My Cassette Player" bietet 13 solide, am Massengeschmack orientierte Pop-Songs – Erfolg garantiert.

Stefan Raab ist schuld. Das behauptet zumindest Lena Meyer-Landrut, die nur noch Lena genannt werden will, über Raabs Anteil an ihrem Erfolg. Soll heißen: Ohne Stefan Raab wäre diese junge Sängerin, wäre der Hype um die Hoffnung auf einen deutschen Sieg beim Eurovision Song Contest wohl nicht denkbar.

Genauso wie Lenas erstes Album, dessen Veröffentlichungstermin sich perfekt einfügt in eine lückenlose Medienpräsenz der 18-Jährigen, die es am Samstag geschafft hat, gleich in zwei Abendshows vertreten zu sein – "Frag doch mal die Maus" und, natürlich, "Schlag den Raab". Beim Live-Auftritt um Mitternacht versagte am Ende ihre Stimme: Resultat eines schonungslosen Terminkalenders.

Es spricht für die Professionalität eines Stefan Raab, dass Lenas erste Platte trotzdem einen gewissen Qualitätsanspruch besitzt. "My Cassette Player" wurde in einer Woche eingespielt, um den kurzlebigen Markt so schnell wie möglich zu bedienen.

Ganz persönliche Note

Die musikalische Handschrift des "TV-total"-Moderators ist jederzeit zu erkennen; es dominieren sauber arrangierte Midtempo-Nummern, meist als Retro-Cocktail aus R&B, Soul und Jazz-Pop gemixt. Er folgt damit der Erfolgsschiene, auf der sich Sängerinnen wie Adele, Kate Nash oder Ellie Goulding bereits befinden. Lena, und das ist das Besondere, kann diese Rolle nicht nur ausfüllen, sondern sie auch mit ihrer ganz persönlichen Note anreichern.

Von den 13 Songs des Albums sind vier bereits bekannt. "Satellite", "My Same", "Love Me" und "Bee" stammen alle aus dem "Unser Star für Oslo"-Dunstkreis. Spannender ist der Rest. Zwei Balladen gönnt sich Lena: "Caterpillar In The Rain" ist solider Bar-Jazz, für "Mr. Curiosity", ein Jason-Mraz-Cover, fehlt ihr das Düstere, Abgründige. Bei den übrigen Stücken wird mehr aufs Tempo gedrückt.

"My Cassette Player" entführt in die 60er und kommt etwas naiv daher, "Not Following" gewinnt durch den mehrstimmigen Refrain, der Lenas begrenzte Stimme deutlich kraftvoller erscheinen lässt. Die Disco-Nummer "I Like To Bang My Head" pluckert unentschieden vor sich hin, um dann im Nichts zu versickern. Wach wird man wieder bei "Touch A New Day", dem vielleicht schönsten, weil anspruchsvollsten und ausgeklügelsten Song des Albums – das Schwierige, luftig Verschwurbelte kommt Lena entgegen.

Die übrigen drei Lieder sind solide Kost, vielleicht mehr als das. Sogar der exaltierte Akzent lässt sich verzeihen. Lena liegt stimmlich nie daneben, trifft den breitest möglichen Geschmack (die Platte schoss sofort auf Platz eins der Amazon-Verkaufscharts) und klingt dabei dennoch eigen, frisch. Natürlich bleibt das alles Gebrauchs-Pop. Aber das ist allein Raabs Schuld.

Eine Erfolgsgeschichte: Lena Meyer-Landrut: Ihre Karriere Eine Erfolgsgeschichte: Lena Meyer-Landrut: Ihre Karriere Eine Erfolgsgeschichte: Lena Meyer-Landrut: Ihre Karriere Eine Erfolgsgeschichte Lena Meyer-Landrut: Ihre Karriere 12 Fotos Unser Star für Oslo: Lena ein Klon der britischen Girlie-Stars? Unser Star für Oslo: Lena ein Klon der britischen Girlie-Stars? Unser Star für Oslo: Lena ein Klon der britischen Girlie-Stars? Unser Star für Oslo Lena ein Klon der britischen Girlie-Stars? 13 Fotos My Cassette Player: Lenas Debütalbum ist auf dem Markt My Cassette Player: Lenas Debütalbum ist auf dem Markt My Cassette Player: Lenas Debütalbum ist auf dem Markt My Cassette Player Lenas Debütalbum ist auf dem Markt 8 Fotos Gran-Prix-Castingshow: Unser Star für Oslo: Was Lena Meyer-Landrut auszeichnet Gran-Prix-Castingshow: Unser Star für Oslo: Was Lena Meyer-Landrut auszeichnet Gran-Prix-Castingshow: Unser Star für Oslo: Was Lena Meyer-Landrut auszeichnet Gran-Prix-Castingshow Unser Star für Oslo: Was Lena Meyer-Landrut auszeichnet 13 Fotos

Quelle: rpo