Mehr als 30.000 Besucher erwartet

c/o pop - Köln überflügelt Berlin

Mehr als 30.000 Besucher erwartet: c/o pop - Köln überflügelt Berlin Mehr als 30.000 Besucher erwartet: c/o pop - Köln überflügelt Berlin Foto: Christian Schäfer
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Fünf Tage c/o pop in Köln die c/o pop - von Mittwoch bis Sonntag geht die Musikmesse mit angeschlossenem Festival. Es ist ein Jubiläumsjahr, die c/o pop wird fünf Jahre alt, und längst kann sie sich messen mit der nach Berlin abgewanderten Popkomm, als deren Ersatz sie einst ins Leben gerufen wurde. Die Popkomm geht am Stock, für dieses Jahr hat der Konzern Sony BMG seine Beteiligung abgesagt - ein Super-GAU. Außerdem klagen Besucher über die schlechte Anbindung des in Wilmersdorf gelegenen Berliner Messegeländes an die Clubs in Mitte, Kreuzberg, Prenzlauer Berg. Gerüchte über eine Rückkehr und Vereinigung mit der kleinen Schwester wurden allerdings rasch dementiert.

Die Kölner dürften sich über diese Nachrichten freuen, oder? „Nein, da ist keine Schadenfreude“, sagt Norbert Oberhaus, Geschäftsführer der c/o pop. „Wir sind einfach nur stolz, dass wir selber so gut dastehen.“ Die c/op pop sehe sich als „Trüffelschwein-Festival“, sie will Bands fördern, die erst morgen bekannt sind. „Wir haben zunächst vor allem auf elektronische Musik gesetzt, weil das die Musik dieser Region ist. Inzwischen nehmen wir verstärkt Indie-Bands dazu, weil auch in diesem Bereich Spannendes passiert.“

Neben Gruppen wie DAF, Hercules & Love Affair und DJs wie Ricardo Villalobos und Sven Väth wird man nun also auch Gitarren-Musik von Gravenhurst, José González und den Television Personalities erleben können.

In diesem Jahr schreibt man mit diesem Konzept erstmals schwarze Zahlen, sagt der 47-jährige Betriebswirt. „Wir erwarten etwas mehr als die 30000 Besucher des vergangenen Jahres bei den Konzerten. Und wir rechnen wieder mit rund 1000 Fachbesuchern bei der Messe und den Symposien.“ Aber das Wichtigste sei, dass die c/o pop in der Wahrnehmung an Bedeutung gewonnen habe. „Wer an den Messe-Tagen nach Köln kommt, der merkt, dass hier etwas anders ist. Das ist in Berlin zu Popkomm-Zeiten nicht so.“ So hat denn die c/o pop 2008 zum ersten Mal einen Hauptsponsor. „Wir können die Investitionen der vergangenen Jahre allmählich an die Gesellschafter zurückzahlen.“ So sehr sei man gewachsen, dass für 2009 ein anderer Veranstaltungsort als das Rheintriadem gesucht wird.

Der Erfolg der c/o pop ist dabei auch Ausdruck eines veränderten Musikverhaltens, sagt Oberhaus. Kategorien wie Mainstream und Independent werden aufgebrochen, digital ist fast jede Musik für jedermann auf die Schnelle verfügbar. „Der Musikgeschmack der Jüngeren wird differenzierter.“

Das Programm findet man unter www.c-o-pop.de. Die Festivalzentrale, Konrad-Adenauer-Ufer 3 in Köln, ist Donnerstag und Freitag von 17 bis 20 Uhr für jedermann geöffnet, Samstag ab 14 Uhr.

Quelle: rpo