Mein Herz schlägt schneller

Der tollste Weihnachts-Popsong

Mein Herz schlägt schneller: Der tollste Weihnachts-Popsong Mein Herz schlägt schneller: Der tollste Weihnachts-Popsong Foto: dapd, dapd
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Menschenmassen auf dem Weihnachtsmarkt, blinkende Nikolausmützen, Last Christmas: Es gibt Dinge, die kehren jedes Jahr wieder. Manche liebt man sogar. Zum Beispiel den tollsten Weihnachts-Popsong aller Zeiten: „Fairytale of New York“ von den Pogues. Weihnachtsmärkte sind ja so eine Sache. Zum einen wird das Fest der Liebe an der Glühweinbude durch viel zu viel Nähe des Nebenmannes eingeläutet. Zum anderen trallalat unaufhörlich „Last Christmas“ aus den Boxen, die Gruppe am Nebentisch trägt blinkende Nikolausmützen und schunkelt mit, der viel zu nah stehende Nebenmann krakeelt: „Das ist super. Last Christmas. Kommt jedes Jahr wieder. Alles kommt wieder.“ Da bekommt man ein bisschen Angst, dass auch die 80er-Jahre-Fönfrisur von George Michael wiederkommt. Und sehnt sich nach dem besten Weihnachts-Popsong aller Zeiten: „Fairytale of New York“ von den Pogues.

Das Märchen von New York beginnt bierselig, in Whiskey getränkt. Die Stimme von Shane MacGowan klingt, als stünde da ein völlig Betrunkener nachts auf der verschneiten Straße und beginne voller Inbrunst zu singen. Ein bisschen kaputt, kantig, sehr rau. „It was christmas eve baby in the drunk tank“, ein Weihnachtsabend, betrunken in einer Bar. MacGowan klingt, als käme er direkt dorther.

Dann stimmt Kirsty MacColl in den Gesang ein, „Fairytale of New York“ wird zum Duett, aberwitzig, tieftraurig, wunderschön. „The boys of the NYPD choir were singing Galway Bay and the bells were ringing our for christmas day“ ist eine dieser Zeilen, die man – derart betörend gesungen – gerne in eine Endlosschleife packen würde. Galway Bay – das ist die Bucht, von der aus viele Iren einst die lange Schiffsreise nach Amerika, in die neue Welt, antraten.

MacGowan singt über geplatzte Träume und deren Konsequenzen („It's no place for the old“), leere Versprechungen („You promised me Broadway is waiting for me“) und das Warten auf bessere Zeiten („I can see a better time when all our dreams come true“). Da wird geküsst und geschimpft, bis alles kollidiert. „I've built my dreams around you“.

„Fairytale of New York“ gehört zu jeder Weihnachtszeit wie der Spekulatius, die Lebkuchen, der Glühwein. Es hat alles, was zur Vorweihnachtszeit gehört: dieses Elegische, den Pomp, die Melancholie, natürlich auch Kitsch. Der krakeelende Nebenmann auf dem Weihnachtsmarkt hat Recht: Es gibt Dinge, die kommen jedes Jahr wieder. Für die einen ist es Fairytale of New York. Für die anderen Last Christmas.

Das Video zum Song gibt es hier.

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Quelle: rpo