"Meine Songs sind meine Schatten"

Bezaubernd: Multitalent und Multikulti Lenka im Interview

"Meine Songs sind meine Schatten": Bezaubernd: Multitalent und Multikulti Lenka im Interview "Meine Songs sind meine Schatten": Bezaubernd: Multitalent und Multikulti Lenka im Interview Foto: TONIGHT.de/Ronny Hendrichs
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Spätestens seit der Microsoft-Werbung ist die australische Sängerin Lenka allen ein Begriff: Ihr Hit "Everything At Once" war ein voller Erfolg und bescherte uns allen einen Ohrwurm. Die 35-Jährige ist inzwischen verheiratet, hat einen einjährigen Sohn und ist ständig auf der ganzen Welt unterwegs. Nun ist ihr inzwischen drittes Album "Shadows" erschienen. Wir haben sie bei ihrem Aufenthalt in Düsseldorf getroffen und verlosen auch ein handsigniertes Album und eine Autogrammkarte von Lenka. Unsere Redakteurin Dinara Pleuger ist begeistert von ihrer süßen, bodenständigen und entspannten Art während des Interviews.

Hallo Lenka! Schön, dass du hier in Düsseldorf bist! Warst du schon mal hier?

Lenka: Ja, ich war schon mehrmals hier in Düsseldorf und das letzte Mal war es im sehr kalten Winter. Aber es ist wirklich wunderschön hier, ich mag Düsseldorf!

Was sagst du zum Wetter? Es fühlt sich ja gerade eher wie der Winter in Australien an, oder?

Lenka: Oh ja, ihr tut mir echt leid hier. Aber wenigstens habt ihr es echt schön hier!

Dein neues Album ist gerade erst erschienen und der Titel heißt "Shadows". Hat dieser Titel einen besonderen Grund?

Kritik: Lenka: Shadows (image/jpeg) Lenkas neues Album "Shadows". Lenka: Wie heißt "Shadows" auf deutsch? Ah, "Schatten"! Das hört sich gut an! (Anm.d.Red.: auf Deutsch mit süßem Akzent): Mein Albumname ist Schatten. Mein Deutsch ist sehr schlecht. (wieder auf Englisch): Also zum Schatten: Ich mag ihn als künstlerische Metapher für alle möglichen Dinge. Ich nutze Schatten in meiner Videoarbeit und in meinen Songtexten. Für mich stehen Schatten manchmal für Dunkelheit und die möglichen Monster, die sich darin verstecken. Aber manchmal stehen sie auch für Erinnerungen oder für die Vergangenheit, für das, was du einmal warst. In diesem Album sind meine Songs meine Schatten.

Im Video zu deiner neuen Single "Nothing Here But Love" übst du ein kleines geografisches Experiment aus. Worum geht es dabei?

Lenka: Das war die Idee meines Mannes, der auch mein künstlerischer Leiter ist. Wir arbeiten immer zusammen an meinen Videos. Er wollte diesmal meinen Körper in eine Landschaft verwandeln, in Nahaufnahme, damit man die Natur auf dem Körper wachsen sehen kann. Das Bild passt auch zum Song, weil es darin um eine utopische Fantasiewelt geht. Im Video bin ich Mutter Natur, auf der all die Liebe wächst und die kleine Kreaturen miteinander zusammenbringt. Wir mochten einfach diese Idee dahinter! Das Video war schon eine künstlerische Herausforderung, aber uns hat es sehr viel Spaß gemacht!

Wie ist es eigentlich, mit jemandem zusammen zu arbeiten, den man so gut kennt?

Lenka: Es ist wirklich toll! Wir genießen das sogar! Auch wenn wir manchmal streiten... aber nur, wenn wir arbeiten! Aber wir lieben die kreative Arbeit zusammen und können uns gegenseitig Ideen zuwerfen, auch wenn die Arbeit trotzdem nicht so nah ist, wie wenn er mein Gitarrist wäre. Wir arbeiten mal für uns alleine, mal zusammen.

Du bist weltweit als Sängerin bekannt. Aber in deiner Heimat Australien hast du auch als Schauspielerin gearbeitet. Siehst du dich selbst mehr als Sängerin oder Schauspielerin?

Lenka: Als Sängerin! Ich bin total zur Musikerin geworden und schauspielere auch gar nicht mehr. Auch wenn es einige Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Künsten gibt und ich selbst keine Unterschiede darin sehe. Aber vielleicht komme ich irgendwann zurück zum Schauspiel oder kombiniere beide Künste auf der Bühne. Wer weiß? Es ist doch alles kreativer Ausdruck!

Lenka im Interview (image/jpeg) Ganz entspannt und bodenständig: So war Lenka beim Interview.

Durch deine Heimat Australien und deine tschechischen Wurzeln väterlicherseits bist du sehr multikulturell. Du lebst in New York und Sydney und tourst durch die ganze Welt. Wie beeinflussen die verschiedenen Kulturen deine Arbeit?

Lenka: Was ich von meinen vielen Reisen und meiner Herkunft gelernt habe ist, dass die Menschen eigentlich überall gleich sind. In meiner Arbeit bin ich zu dem Schluss gekommen, eher über die emotionalen Erfahrungen zu schreiben, die uns alle verbindet und durch die wir alle gehen. Es ist interessant für mich, verschiedene Kulturen kennenzulernen und dabei einen Blick zu bekommen, was Leben wirklich bedeutet. Wenn ich mit jemandem von woanders rede, sind es immer dieselben Probleme, dieselben Hoffnungen und Träume. Eigentlich sind wir wirklich alle gleich!

Du hast einmal mit dem deutschen Musikprojekt Schiller für ihr Album "Atemlos" gearbeitet. Wie war das und würdest du das nochmal machen?

Lenka: Wir haben noch nicht darüber gesprochen, aber die Zusammenarbeit war toll! Das war auch ein tolles Beispiel für diese moderne Ära, weil wir hauptsächlich über das Internet gearbeitet haben. Wir haben uns per Email unsere Musik und Songtexte hin-und hergeschickt und als wir uns in Berlin trafen, waren wir schon längst fertig mit den Songs. Das war eine echt interessante Erfahrung, dass man nicht unbedingt in einem Land zusammenarbeiten muss.

Lenka im Interview (image/jpeg) Wie ein Treffen zwischen Freundinnen: Lenka und unsere Redakteurin Dina.

Planst du noch weitere Projekte mit anderen Künstlern?

Lenka: Vielleicht - ich hab schon Kontakt mit Nick Howard von "The Voice" in England. Ansonsten bin ich offen für alles. Ich suche nicht gezielt danach, aber manchmal kommen solche Projekte auch eher zufällig zustande.

Deine Musik erinnert ja schon an den 60er/70er Stil, mit elektronischen Elementen gemischt. Hat deine Musik auch einen Einfluss auf deinen Kleidungsstil?

Lenka im Interview (image/jpeg) Süß und stylish: Lenka mixt in ihrer Musik und ihrem Kleidungsstil Vintage mit Moderne. Lenka: Ja! Ich mag es, Vintage mit zeitgenössischem Stil zu mixen, sowohl in meiner Musik als auch in meinem Kleidungsstil. Ich liebe 60er Pop und 70er Vocal, damit bin ich aufgewachsen und das beeinflusst auch meine Musik, wobei ich nicht zu altmodisch klingen will. Das Gleiche ist auch mit Mode: ich mag die weibliche Silhouette im 50er/60er Stil, sie aber auch gerne mit heutigen Trends. Mode macht mir auch richtig viel Spaß!

Wer so viel reist wie du, hat bestimmt auch sehr viel Jetlag...

Lenka: Das stimmt!!!

Was ist dein Geheimnis, um zu entspannen?

Lenka: Das Beste, was man machen kann, ist: Entspannung so oft und so viel man kann! Manche behaupten, man muss den Körper schon drei Tage vorher auf die Zeitzone vorbereiten, aber sowas mach ich nicht! Ich schlafe und entspanne, sobald ich kann! Und mit einem Baby ist unser Zeitplan eh total verrückt! Um 5 Uhr aufstehen und dann wieder schlafen, sobald das Kind schläft. Ich bin eigentlich durchgehend müde... (lacht)