Mord vor 30 Jahren

John Lennon: Der Tag, als das Idol einer Epoche starb

Nuller-Jahre sind Lennon-Jahre. Am 8. Dezember 1980 wurde das Idol einer ganzen Epoche vor seinem Haus in New York erschossen. Der Tod diesen Pop-Heiligen traf Menschen nicht nur der jungen Generation bis ins Mark. Aber die Legende Lennon lebt bis heute. Dafür sorgen alten und neue Fans – und die unermüdliche Witwe Yoko Ono.

Konnte das wirklich wahr sein? John Lennon, Sänger und Friedensapostel, auf offener Straße getötet durch die Kugeln eines Attentäters? Binnen Stunden nach der schockierenden Nachricht versammelten sich tausende Menschen vor dem Dakota-Apartmenthaus an New Yorks Central Park.

Es war, als wollten sie sich mit eigenen Augen von dem Unfassbaren überzeugen. Tagelang harrten Menschen dort aus. Jedes Jahr am 8. Dezember pilgern die Fans seitdem zur Stelle des Attentats. Auch am Mittwoch, dem 30. Jahrestag des Mordes, werden dort wieder Menschen im Gedenken verweilen, singen und beten.

John Lennon war das Idol einer ganzen Epoche. Für seine Verehrer wog der Verlust des Ex-Beatle so schwer wie der Tod John F. Kennedys oder Martin Luther Kings. Lennon war längst über die Rolle des Musikstars hinausgewachsen.

Seine Lieder waren eingängig, seine Texte mal lyrisch, mal schelmisch-humorvoll: Sie bildeten den Soundtrack einer Generation, die die Sehnsucht nach Frieden und Harmonie trieb. "Give Peace a Chance" wurde zum Lied der Vietnamkriegs-Gegner. "Imagine" beschwor den Traum einer besseren Welt, die kommen werde, wenn man nur fest genug an sie glaube.

Lennon inspiriert seine Fans bis heute, er zählt zu den wenigen Stars, die fast schon Unsterblichkeit erreicht haben. Seine Geburtsstadt Liverpool ehrt Lennon, der im Oktober 70 Jahre alt geworden wäre, mit einem zweimonatigen Festival. Ein neu eingeweihtes Friedensdenkmal erinnert an den berühmten Sohn der Stadt. Die Bank von England brachte eine Fünf-Pfund-Gedenkmünze mit einem Lennon-Porträt - samt langen Haaren und Nickelbrille - heraus.

Lennons Witwe Yoko Ono macht derzeit unter dem Motto "Imagine Peace" eine Tournee um die Welt, auch der gemeinsame Sohn Sean Ono Lennon ist dabei. Ono gab auch eine neue CD-Kompilation der gesammelten musikalischen Werke von John Lennon heraus. Fans müssen für die Box 111 Euro hinblättern.

Die Fan-Verehrung hat bisweilen kuriose Auswüchse: Eine Toilette, auf welcher wiederholt der Allerwerteste des verehrten Musikers geruht saß, wurde im August in Großbritannien für umgerechnet 12.000 Euro versteigert.

Lennons Leben ist der Stoff, aus dem Legenden sind: Geburt als Sohn einer nordenglischen Arbeiterfamilie, entbehrungsreiche Jugend in Liverpool, dann mit den Beatles der Aufstieg zu den größten Stars der damaligen Zeit, schließlich nach der Trennung der Band Jahre des politischen Engagements gegen den Krieg, zuletzt das zurückgezogene Leben mit Yoko Ono in New York.

Dutzende Biografien haben nach Lennons Tod sein Leben beleuchtet. Sie schwanken zwischen Heiligenverehrung und Dämonisierung und haben das Bild des Stars unscharf werden lassen. Für manche Biografen ist Lennon ein genialer Guru der Gegenkultur, für andere ein drogensüchtiger Eigenbrötler mit übertriebenem Geltungsdrang.

Unbestritten ist, dass Lennon zum Symbol wurde für die Revolte einer Jugend, die sich in Verhalten, Aussehen und Denken von den puritanischen Altvorderen absetzen wollte.

In einem Gefängnis in Attica nördlich von New York sitzt bis heute jener Mann ein, der dem friedensbewegten Leben des John Lennon ein so schockierend gewaltsames Ende bereitet hatte. Mark David Chapman, ein verwirrter Fan, lauerte Lennon am Morgen des 8. Dezember 1980 auf und eröffnete das Feuer, als der Sänger aus seinem Apartmenthaus auf die Straße trat.

Chapman sagte später aus, er habe durch die Tat berühmt werden wollen. Ein Gericht verurteilte ihn wegen Mordes zu lebenslänglich. Im September lehnte eine Justizkommission in New York zum sechsten Mal einen Antrag des Mörders auf Begnadigung ab.

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Quelle: rpo