Neues Album "Anthems"

Synthie plus Gitarre plus Berlin: "I Heart Sharks" im Interview

Neues Album "Anthems": Synthie plus Gitarre plus Berlin: "I Heart Sharks" im Interview Neues Album "Anthems": Synthie plus Gitarre plus Berlin: "I Heart Sharks" im Interview Foto: Universal Music

I Heart Sharks | Freitag, 25. April 2014 I Heart Sharks // Fr 25.04.14 Club Bahnhof Ehrenfeld Mehr Infos » In einer Zeit, in der Julia Engelmann mit ihrer "Carpe-Diem-YOLO" Poetry Slam-Rede knapp fünf Millionen Klicks an Zustimmung sammelt, kommt die neue Single von "I Heart Sharks" wie gerufen. Als Vorbote zum Album "Anthems" predigt auch die Single "To be young" der britisch-deutschen Band, alle Träume heute und jetzt zu verwirklichen und nicht bis Morgen zu warten. Im Interview mit TONIGHT.de sprachen die Bandmitglieder Pierre und Simon über die Anfänge ihrer Karriere, das neue Album und die Zusammenarbeit mit "Hurts"-Produzent Joseph Cross. Am 25. April könnt ihr die Jungs live im Club Bahnhof Ehrenfeld erleben.

In eurer Biografie heißt es, ihr habt euch zufällig im Berliner Berghain kennengelernt – wie habt ihr danach als Band zusammen gefunden bzw. habt ihr davor auch schon einzeln Musik gemacht?

simon i heart sharks (image/jpeg) Simon Wangemann Simon: Wir haben uns zufällig im Berghain kennengelernt und was auch immer da an einem sehr, sehr späten Abend lief, hat uns richtig gut gefallen, da waren wir uns schon mal einig. Wir haben uns dann über andere Musik unterhalten und stellten auch schnell fest, dass wir alle drei neu in Berlin waren und hierher gekommen waren, um Musik zu machen. Da haben wir uns schnell zusammengetan und waren schon ein paar Tage später zusammen im Proberaum. Die ganzDie ganze Atmosphäre des Berghain, also die Dunkelheit, die Lautstärke, der Nebel und die meterhohen bedrohlich aussehenden Betonwände, das war alles sehr prägend für unsere Musik, als wir angefangen haben.

In der ersten Zeit habt ihr in verlassenen Treppenhäusern und umfunktionierten Flugzeughangarn gespielt – welches Konzert ist euch aus dieser Zeit besonders in Erinnerung geblieben und warum?

Simon: Richtig! Wir haben sehr schnell unsere ersten Konzerte gespielt. Das waren meistens recht kurze Sets spät in der Nacht, wo der DJ für eine halbe Stunde unterbrochen wurde und wir unser Set zum Besten gegeben haben. Oft hatten wir am Anfang keine richtige Bühne oder besonders viel Platz, und deshalb war das immer sehr abenteuerlich. Ein Mal haben wir in dem Treppenhaus einer leerstehenden Villa gespielt. Die war schon so einigermaßen als Club umfunktioniert, aber Bands hatten da noch nie gespielt. Der einzige Platz für uns war im dem jugendstilartigen Treppenhaus. Wir haben uns so richtig auf den Stufen aufgebaut und es war wirklich kaum Platz. Lange gespielt haben wir auch nicht, weil sich plötzlich so viele Menschen in das Treppenhaus gedrängt haben und Leute fast übers Geländer gefallen wären. Da hat uns der Veranstalter abgewürgt!

Eure neuste Single heißt "To be young" – darin fordert ihr mehr Zeit, um sich jung zu fühlen und das Leben zu leben. Was bedeutet euch die Message?

pierre i heart sharks (image/jpeg) Pierre Bee - Sänger von "I Heart Sharks". Pierre: Als Ich 22 Jahre alt war, merkte ich eines Tages plötzlich, dass ich irgendwann sterben würde. Als Kind und als Teenager wird man sich dessen noch nicht so bewusst und ist von dieser drohenden Vorstellung noch frei. Aber ab einem bestimmten Alter erreicht uns diese Erkenntnis glaube ich alle.

In dem Lied geht es also darum, keine neuen Ausreden zu erfinden und nichts mehr aufzuschieben - denn wer weiß schon wie viel Zeit man überhaupt noch auf dieser Welt hat? Ein Jahr ist für jeden Menschen auf dieser Welt genau gleich lang, aber es geht darum, wie man es mit Leben füllt.

Für das neue Album habt ihr mit Hurts-Produzent Joseph Cross gearbeitet – wie wichtig ist es, mit welchem Produzenten man als Band zusammenarbeitet?

anthems i heart shark (image/jpeg) Im März erscheint ihr Album "Anthems". Simon: Wir haben lange überlegt, mit welchem Produzenten wir zusammenarbeiten wollen. Wir wollten keinen, der einfach alles schön sauber aufnimmt, sondern jemanden der mit viel Schmutz und Attitüde an die Arbeit geht. Das haben wir schon immer mehr in englischen Produktionen gehört, und deswegen sind wir auch dort auf die Suche gegangen. Tatsächlich kannten wir Joe schon indirekt über die Musik die er früher mit seiner eigenen Band "We Are Performance" gemacht hat. Das hatte für uns genau das richtige Verhältnis von Aggression und Schönheit. Und dadurch war er jemand, mit dem wir uns die Zusammenarbeit vorstellen konnten. Wir haben imer schon eine sehr genaue Vorstellung von dem Klang einzelner Lieder sobald wir die ersten Demos aufgenommen haben, von daher brauchten wir wirklich jemanden, der genau auf unserer Wellenlänge war. Und so kam es dann auch! Es gab nur wenige Kleinigkeiten bei denen wir unterschiedlicher Meinung waren, und so kamen wir mit der Arbeit meist sehr zügig voran.

Unser Traum wäre es, …

Pierre: Unendlich viel zu wissen - und dann alles zu vergessen. Fliegen zu können - und dann abzustürzen. Unsterblich zu werden - und dann zu sterben.